Mohamed Bazoum, Putsch

Nigers gestĂŒrzter PrĂ€sident zieht vor Gericht

21.09.2023 - 16:19:52

Seit der MachtĂŒbernahme des MilitĂ€rs werden Mohamed Bazoum und seine Familie im PrĂ€sidentenpalast festgehalten - laut Anwalt mit wenig Lebensmitteln und ohne Strom oder Zugang zu medizinischer Versorgung.

Der vom MilitĂ€r gestĂŒrzte PrĂ€sident des Nigers, Mohamed Bazoum, zieht gegen die Putschisten vor Gericht. Bazoum, seine Frau und sein Sohn reichten beim Gerichtshof der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas Klage wegen Freiheitsberaubung und Verletzung der Verfassung ein, wie Bazoums Anwalt Mohamed Seydou Diagne der Deutschen Presse-Agentur in Dakar sagte.

Die drei werden seit dem Putsch am 26. Juli im PrĂ€sidentenpalast in Nigers Hauptstadt Niamey festgehalten. Der Chef der PrĂ€sidialgarde, Abdourahamane Tiani, hat mit anderen MilitĂ€rs die Macht ĂŒbernommen und sich zum ÜbergangsprĂ€sidenten erklĂ€rt.

Dem Anwalt zufolge verfĂŒgte die Junta als Reaktion auf die Klage, dass Bazoum und seine Familie statt tĂ€glich nur noch einmal die Woche frische Lebensmittel und Besuch von ihrem Arzt erhalten sollten. Um die PrĂ€sidentenfamilie hatte es weltweit Sorgen gegeben, da sie nach dem Putsch ohne Stromversorgung und Nachschub an Lebensmitteln oder Zugang zu medizinischer Versorgung festgehalten wurde. Mitte August hatte die Junta erstmals einen Arzt zu dem PrĂ€sidenten gelassen, der mittlerweile tĂ€glich kam. Strom hat die Familie weiterhin keinen.

Ecowas hatte mit einer MilitĂ€rintervention gedroht, sollte der demokratisch gewĂ€hlte PrĂ€sident Bazoum nicht wieder eingesetzt und die verfassungsmĂ€ĂŸige Ordnung wiederhergestellt werden. Dies ist jedoch bis heute nicht geschehen. Der Niger, ein Sahel-Staat mit rund 26 Millionen Einwohnern und einer der Ă€rmsten Bevölkerungen der Welt, war zuvor ein wichtiger strategischer Partner der USA und europĂ€ischer Staaten in der Sahelzone am sĂŒdlichen Rand der Sahara. Auch mehrere Nachbarstaaten werden nach Putschen vom MilitĂ€r regiert.

Die nigrische Justizbehörde veröffentlichte ein Schreiben des im Nachbarland Nigeria ansÀssigen Gerichtshofs, das den Staat binnen eines Monats zur Antwort auf die am Montag eingegangene Klage aufforderte.

@ dpa.de