Sohn von Aung San Suu Kyi kritisiert Wahl in Myanmar
28.12.2025 - 09:23:34Der Sohn der in Myanmar inhaftierten FriedensnobelpreistrĂ€gerin Aung San Suu Kyi hat die von der MilitĂ€rjunta organisierte Wahl in dem Krisenland heftig kritisiert. «Diese sogenannte Wahl, inszeniert von der Junta und unterstĂŒtzt von anderen Diktatoren, ist nichts weiter als ein Betrug», sagte der 48-jĂ€hrige Kim Aris in einem in sozialen Medien verbreiteten Video.Â
Im frĂŒheren Birma hat am Morgen eine umstrittene Parlamentswahl begonnen, die in mehreren Phasen stattfinden soll und von Beobachtern und Menschenrechtlern bereits als «Farce» bezeichnet wird. Es ist das erste Votum seit dem Putsch vor fast fĂŒnf Jahren, bei dem die GenerĂ€le Suu Kyi (80) entmachtet und festgenommen hatten. Wo sie genau festgehalten wird und wie es ihr geht, ist unklar.
«Legitimieren Sie dieses barbarische Regime nicht»
«Solange die demokratisch gewĂ€hlte PrĂ€sidentin, meine Mutter Aung San Suu Kyi, und alle anderen demokratisch gewĂ€hlten politischen FĂŒhrer in Haft sind, kann es weder LegitimitĂ€t noch Frieden noch eine Zukunft geben», betonte Aris. Das Volk in dem Krisenland habe seine Vertreter bereits gewĂ€hlt, und sie alle sĂ€Ăen im GefĂ€ngnis. «Bitte legitimieren Sie dieses barbarische Regime nicht», forderte er die internationale Gemeinschaft auf.
Bereits im September hatte sich Kim Aris in einem Video an die Ăffentlichkeit gewandt und von «sich verschlimmernden Herzkomplikationen» seiner Mutter berichtet. Niemand wisse, ob sich jemand um sie kĂŒmmere, erklĂ€rte er. Das Vorgehen des MilitĂ€rs sei «grausam, lebensbedrohlich und inakzeptabel».
Suu Kyi setzte sich in den 1980er Jahren fĂŒr einen gewaltlosen Demokratisierungsprozess ein und wurde deshalb damals bereits 15 Jahre unter Hausarrest gestellt. 1991 erhielt sie fĂŒr ihren Einsatz gegen UnterdrĂŒckung und soziale Ungerechtigkeit den Friedensnobelpreis. International war die Politikerin aber schon lĂ€nger umstritten - vor allem wegen der staatlichen Diskriminierung der Rohingya und ihres Schweigens zur Gewalt gegen die muslimische Minderheit. Beim eigenen Volk ist Suu Kyi hingegen nach wie vor beliebt.





