China setzt lange nicht gesehenen Verteidigungsminister ab
24.10.2023 - 14:33:14China hat den lange aus der Ăffentlichkeit verschwundenen Verteidigungsminister Li Shangfu abgesetzt. Li sei sowohl seines Amtes als Verteidigungsminister als auch seines Postens im chinesischen Staatsrat enthoben worden, berichtete der Staatssender CCTV unter Berufung auf eine Entscheidung des StĂ€ndigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses.
Li Shangfu war seit dem 29. August nicht mehr in der Ăffentlichkeit aufgetreten, als er eine Rede auf einem chinesisch-afrikanischen Friedensforum hielt. Mehrere westliche Medien hatten wenige Wochen danach ĂŒber GrĂŒnde fĂŒr sein Verschwinden spekuliert. Unter Berufung auf US-Regierungsquellen war von einer laufenden Ermittlung gegen Li Shangfu die Rede. Die Partei griff seit dem Sommer in der Armee verschĂ€rft durch und ersetzte hochrangige MilitĂ€rs wegen Korruptionsverdachts.
USA setzte Li 2018 auf Sanktionsliste
Li Shangfu trat nach offiziellen Angaben 1982 in die Volksbefreiungsarmee (PLA) ein. Der studierte Ingenieur hĂ€lt den Rang eines Generals. Mitte MĂ€rz dieses Jahres wurde er zum Verteidigungsminister befördert - eine international nicht ganz unumstrittene Entscheidung. Die USA hatten Li 2018 auf ihre Sanktionsliste gesetzt, weil er als Leiter der Beschaffungsbehörde fĂŒr den Kauf russischer Kampfflugzeuge zustĂ€ndig war. Der Austausch zwischen den Verteidigungsministern beider Seiten war seither kaum möglich.
Bereits Ende Juli hatte Peking AuĂenminister Qin Gang abgesetzt und wieder dessen VorgĂ€nger Wang Yi eingesetzt. Auch Qin Gang war zuvor wochenlang nicht in der Ăffentlichkeit zu sehen und wurde bei internationalen Terminen vertreten. Die GrĂŒnde fĂŒr seine Absetzung sind nach wie vor unklar. Wie CCTV am Dienstag berichtete, verlor er nun auch seinen Posten als Staatsrat.
In China verschwinden immer wieder auch hochrangige Beamte aus der Ăffentlichkeit. Wenig spĂ€ter wird dann oft bekannt, dass zum Beispiel die Disziplinarkommission gegen sie ermittelt.


