EU-Kommission geht erneut gegen Ungarn vor
07.02.2024 - 13:45:39 | dpa.deDie EU-Kommission wirft Ungarn erneut vor, mit einem Gesetz europÀisches Recht zu verletzen und leitet deswegen ein Verfahren ein.
Das kĂŒrzlich in Budapest verabschiedete Gesetz zur Verteidigung der nationalen SouverĂ€nitĂ€t verstoĂe unter anderem gegen GrundsĂ€tze der Demokratie, der freien MeinungsĂ€uĂerung und der Vereinigungsfreiheit, teilte die BrĂŒsseler Behörde mit. Sie habe Ungarn deswegen um Stellungnahme gebeten und damit ein sogenanntes Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.Â
Mit dem im Dezember verabschiedeten Gesetz wurde ein neues «Amt fĂŒr SouverĂ€nitĂ€tsschutz» eingerichtet, das eventuelle Bedrohungen Ungarns aus dem Ausland ĂŒberwachen soll. Das bereits geltende Verbot der Parteienfinanzierung aus dem Ausland wurde damit auf Vereine und andere Organisationen ausgeweitet. Verantwortlichen dieser Organisationen, die versuchen, Finanzquellen aus dem Ausland zu verschleiern, drohen zudem drei Jahre Freiheitsentzug.Â
Budapest droht Geldstrafe
Ungarn muss nun innerhalb von zwei Monaten auf die VorwĂŒrfe reagieren. Kann das Land sie nicht entkrĂ€ften, kann die EU-Kommission vor dem EuropĂ€ischen Gerichtshof gegen Ungarn klagen. Im Fall einer Verurteilung wĂŒrde dem Land dann bei einem weiteren Festhalten an dem Gesetz eine Geldstrafe drohen.Â
Es ist nicht das erste Mal, dass die fĂŒr die Einhaltung von EU-Recht zustĂ€ndige EU-Kommission gegen das Land wegen Bedenken am Zustand des Rechtsstaats ein Verfahren einleitet. Im Dezember hatte sie allerdings auch zehn Milliarden Euro an eingefrorenen Geldern fĂŒr Ungarn freigegeben mit der BegrĂŒndung, dass der ungarische Regierungschef Viktor Orban die dafĂŒr nötigen Reformen umgesetzt habe.
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