Sudan: UN-Vertreter fordert Ende von Gewalt gegen Helfer
17.08.2023 - 12:13:58 | dpa.de
Der Leiter des UN-NothilfebĂŒros im Sudan, Eddie Rowe, hat ein Ende der Gewalt gegen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in dem nordostafrikanischen Land gefordert. «Seit dem Ausbruch des Konflikts im Sudan Mitte April ist das Land zu einem der gefĂ€hrlichsten und schwierigsten Arbeitsorte fĂŒr humanitĂ€re Helfer weltweit geworden», sagte Lowe. Allein in diesem Jahr seien 19 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet worden.
Das Land falle damit in eines der schlimmsten Kapitel seiner Geschichte zurĂŒck. «Seit dem Höhepunkt des Darfur-Konflikts zwischen 2003 und 2006 gab es im Sudan nicht so viele tödliche Angriffe auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen.» Seit mehr als 20 Jahren kommt es in der Region Darfur im Westen des Sudans zu schweren ethnischen Konflikten und Menschenrechtsverletzungen.
Vorwurf der Vergewaltigung und sexueller Gewalt
Die Vereinten Nationen werfen der RSF-Miliz auch Vergewaltigungen und sexuelle Sklaverei von Frauen und MĂ€dchen in mehr als 100 FĂ€llen vor. In einem Expertenbericht der Organisation heiĂt es unter Berufung auf Augenzeugenberichte, sudanesische Frauen und MĂ€dchen in den stĂ€dtischen Zentren und in der westlichen Region Darfur seien besonders stark von Gewalt bedroht. Die Frauen werden demnach von den RSF-KĂ€mpfern inhaftiert, unter unmenschlichen und erniedrigenden Bedingungen festgehalten und sexuell missbraucht. Aufgrund der anhaltenden KĂ€mpfe könne den Frauen, die Schutz vor den Ăbergriffen suchten, kaum geholfen werden. Die UN forderten beide Parteien daher erneut zu einem Ende der Gewalt auf.
Im Sudan kÀmpft seit Mitte April die Armee unter De-facto-PrÀsident Abdel Fattah al-Burhan gegen die paramilitÀrische Miliz Rapid Support Forces (RSF) des ehemaligen Vizemachthabers Mohammed Hamdan Daglo. Die GenerÀle hatten sich gemeinsam an die Macht geputscht, zerstritten sich jedoch in Fragen der Machtteilung. Laut den Vereinten Nationen wurden durch den Konflikt bereits mehr als vier Millionen Menschen vertrieben, mehr als 4000 wurden getötet. Der Konflikt zwischen der Armee und RSF heizt auch die ethnischen Konflikte in Darfur erneut an.
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