Familie ohne Kontakt zu Ex-Premier Aung San Suu Kyi
16.06.2024 - 13:26:19Die Familie der entmachteten Regierungschefin des Krisenstaates Myanmar, Aung San Suu Kyi, hat seit deren Inhaftierung vor rund drei Jahren keinen Kontakt zu der FriedensnobelpreistrÀgerin. «In dreieinhalb Jahren haben wir nur einen Brief von ihr erhalten, im vergangenen Januar», sagte ihr Sohn Kim Aris der italienischen Zeitung «La Repubblica». Danach hÀtten jedoch sowohl er als auch sein Bruder nie wieder etwas von ihr gehört. Auch nicht nach Suu Kyis Verlegung aus einem GefÀngnis im April.
Nach dem Putsch vom 1. Februar 2021 hatte das MilitĂ€r die demokratisch gewĂ€hlte De-facto-Regierungschefin Suu Kyi entmachtet und festgenommen. SpĂ€ter verurteilte ein von der Junta kontrolliertes Gericht sie wegen zahlreicher angeblicher Verbrechen zu insgesamt 33 Jahren Haft. 2023 verringerte die MilitĂ€rjunta Suu Kyis Strafe um sechs Jahre. Im April wurde sie aus dem GefĂ€ngnis in der Hauptstadt Naypyidaw an einen anderen Ort verlegt. Ăber ihren Aufenthaltsort ist die Familie nach den Worten des Sohnes nicht informiert worden.
Die beiden Söhne der 78 Jahre alten Suu Kyi hĂ€tten gehört, dass ihre Mutter krank sei und unter starken Zahnschmerzen leide, die sie am Essen hinderten. Daraufhin hĂ€tten sie ihr ein Paket mit Medikamenten geschickt. «Und im Januar erhielten wir unglaublicherweise eine von ihr unterschriebene Nachricht», sagte Aris. In dem Brief habe sich Suu Kyi zwar fĂŒr die Medikamente bedankt, aber geschrieben, dass sie immer noch krank sei. Auf ein weiteres Paket mit Medikamenten erhielten die Söhne nach Aris Worten jedoch keine Antwort mehr.


