Irans Sicherheitsbehörden gestatten wieder Nutzung von SMS
17.01.2026 - 11:12:40 | dpa.de
Im Iran bleibt der Zugang zum globalen Internet den zehnten Tag in Folge gesperrt. Seit Samstag können Iranerinnen und Iraner in dem Land mit rund 90 Millionen Menschen aber erstmals wieder per Mobilfunk SMS-Textnachrichten versenden, wie Bewohner aus der Hauptstadt Teheran berichteten. Aus dem Ausland versendete SMS kommen im Iran nicht an.
Bislang waren alle Messenger-Dienste gesperrt. Als Folge der neuen Regelung können Menschen auch wieder Online-Banking nutzen. DafĂŒr ist immer eine Zwei-Faktor-Autorisierung per SMS notwendig.Â
Regierung setzt auf staatlich kontrolliertes IntranetÂ
Seit vergangenem Wochenende können Nutzer auch auf das nationale Intranet zugreifen. Dies erlaubt, ausschlieĂlich staatlich kontrollierte Webseiten zu verwenden. Dienste aus dem Ausland bleiben blockiert.
Seit Jahren existiert eine Parallelstruktur iranischer Apps zu beliebten Anwendungen wie WhatsApp, Telegram oder Google Maps â unter Aufsicht der Sicherheitsbehörden. Damit entfĂ€llt faktisch die AnonymitĂ€t im Netz.
Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks meldet, dass im Iran der Zugang zum Internet seit dem 8. Januar fast vollstĂ€ndig unterbrochen ist. Die Messwerte zeigten einen sehr leichten Anstieg auf zwei Prozent des normalen Niveaus. Es gebe keine Anzeichen fĂŒr eine signifikante Erholung.
Sorge vor lÀngerer Blockade des Internets
Unterdessen wachsen die Sorgen, dass das globale Internet im Iran noch lange gesperrt bleibt. Das Exilportal «Iranwire» berichtete am Freitag, die Blockade könnte bis zum persischen Neujahrsfest Ende MÀrz andauern. Das Portal berief sich auf Aussagen der Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani. Gut informierten Kreisen in Teheran zufolge ist eine Entscheidung zwar noch nicht gefallen, es ist jedoch von mindestens zwei weiteren Wochen Sperre die Rede.
Iranische Sicherheitsbehörden hatten die Blockade am Abend des 8. Januar verhĂ€ngt. Auslöser war der Beginn von Massenprotesten gegen das autoritĂ€re Herrschaftssystem der Islamischen Republik. SicherheitskrĂ€fte gingen dabei gewaltsam vor. Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3.400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der Informationssperre kaum ĂŒberprĂŒfen.
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