Georgiens, Absage

Tausende demonstrieren nach Georgiens Absage an die EU

28.11.2024 - 22:30:23

Seit Monaten gibt es in Georgien Demonstrationen gegen die Regierungspartei. Nun kappt die FĂŒhrung den GesprĂ€chsfaden mit BrĂŒssel. In der Hauptstadt Tiflis ist die Lage gespannt.

  • Die Demonstranten in Tiflis hoffen auf eine AnnĂ€herung an Europa. (Archivbild) - Foto: Zurab Tsertsvadze/AP/dpa

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  • Die Demonstranten in Tiflis hoffen auf eine AnnĂ€herung an Europa. - Foto: Zurab Tsertsvadze/AP

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Die Demonstranten in Tiflis hoffen auf eine AnnÀherung an Europa. (Archivbild) - Foto: Zurab Tsertsvadze/AP/dpaDie Demonstranten in Tiflis hoffen auf eine AnnÀherung an Europa. - Foto: Zurab Tsertsvadze/AP

Die Absage der georgischen FĂŒhrung an BeitrittsgesprĂ€che mit der EU hat in der SĂŒdkaukasusrepublik Proteste ausgelöst. In der Hauptstadt Tiflis (Tbilissi) versammelten sich bis in den spĂ€ten Donnerstagabend im Zentrum mehrere Tausend Menschen am ParlamentsgebĂ€ude. Ein Großaufgebot bewaffneter Polizisten riegelte offizielle GebĂ€ude. Nach Mitternacht (Ortszeit) setzten die SicherheitskrĂ€fte Pfefferspray und Wasserwerfer ein. Nach Fernsehberichten gab es mehrere Verletzte und auch Festnahmen.

StaatsprĂ€sidentin Salome Surabischwili schloss sich dem Protest an. Sie appellierte an die SicherheitskrĂ€fte, nicht gegen die Demonstranten vorzugehen. Zugleich forderte sie eine Wiederholung der von FĂ€lschungsvorwĂŒrfen ĂŒberschatteten Parlamentswahl von Ende Oktober. Offiziell ist ein Sieg der Regierungspartei Georgischer Traum erklĂ€rt worden.

ProeuropĂ€ische Kundgebungen mit Hunderten Teilnehmern wurden auch aus den großen georgischen StĂ€dten Batumi, Kutaissi, Gori und Sugdidi gemeldet.

Regierung zieht den Stecker bei GesprÀchen mit der EU

Nachmittags hatte der nationalkonservative MinisterprĂ€sident Irakli Kobachidse den Beitrittsprozess fĂŒr gestoppt erklĂ€rt. Vor Ende 2028 werde Georgien nicht mit BrĂŒssel ĂŒber einen Beitritt verhandeln und bis dahin auch keine HaushaltszuschĂŒsse der EU annehmen. Er wertete Kritik der EU am zunehmend autoritĂ€ren Kurs von Georgischer Traum als unangemessenen Druck auf sein Land. 

Die frĂŒhere Sowjetrepublik Georgien hat im Dezember 2023 gemeinsam mit der Ukraine und der Republik Moldau den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten. Das VerhĂ€ltnis hat sich aber rapide verschlechtert, weil die Regierungspartei zunehmend europakritisch agiert und angeblichen auslĂ€ndischen Einfluss im Land beschrĂ€nken will. 

Die angestrebte Kontrolle ĂŒber die Zivilgesellschaft Ă€hnelt dabei den Methoden in Russland. Auch BrĂŒssel hat deshalb die AnnĂ€herung auf Eis gelegt. Die Opposition will am Europakurs festhalten. Sie wirft der Regierung vor, ihr Wahlsieg sei nur durch Manipulation erreicht worden.

@ dpa.de