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USA: Mehr als 85 Ziele in Syrien und im Irak angegriffen

02.02.2024 - 23:18:37

Seit Monaten greifen proiranische Milizen das US-MilitĂ€r im Nahen Osten an. Ein Angriff auf einen StĂŒtzpunkt in Jordanien hat drei US-Soldaten das Leben gekostet. Nun schlagen die Amerikaner zurĂŒck.

Als Reaktion auf den tödlichen Angriff proiranischer Milizen auf amerikanische Soldaten im Nahen Osten hat das US-MilitĂ€r nach eigenen Angaben mehr als 85 Ziele in Syrien und im Irak angegriffen. Aus der Luft seien unter anderem Kommandozentralen, Geheimdienststandorte und Waffenlager beschossen worden, die von iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und mit ihnen verbundenen Milizen genutzt wĂŒrden, teilte das US-Regionalkommando Centcom am Freitag (Ortszeit) mit.  

Nach den VergeltungsschlĂ€gen des US-MilitĂ€rs gegen Dutzende Stellungen proiranischer Milizen im Irak und Syrien hat PrĂ€sident Joe Biden weitere MilitĂ€raktionen im Nahen Osten in Aussicht gestellt. «Unsere Reaktion hat heute begonnen. Sie wird fortgesetzt zu Zeiten und an Orten unserer Wahl», erklĂ€rte Biden am Freitag (Ortszeit) in einer schriftlichen Stellungnahme. «Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt im Nahen Osten oder irgendwo sonst auf der Welt an», betonte er. «Aber all jene, die uns Schaden zufĂŒgen wollen, sollen Folgendes wissen: Wenn Sie einem Amerikaner Schaden zufĂŒgen, werden wir darauf reagieren.»

Hintergrund

Am Sonntag waren bei einem Drohnenangriff proiranischer Milizen in Jordanien in der NĂ€he der syrischen Grenze drei US-Soldaten getötet worden. Zahlreiche weitere Soldaten wurden verletzt. Biden machte «radikale, vom Iran unterstĂŒtzte militante Gruppen» fĂŒr den Angriff verantwortlich und drohte mit Vergeltung. Am Mittwoch schrieb die US-Regierung die Attacke offiziell einer Gruppe mit dem Namen «Islamischer Widerstand im Irak» zu, die den Angriff zuvor bereits fĂŒr sich reklamiert hatte. 

Es handelt sich um eine Art Dachgruppe fĂŒr proiranische Milizen im Irak, die seit den Terrorakten der islamistischen Hamas vom 7. Oktober in Israel gemeinsam unter diesem allgemeinen Namen auftreten. Dazu gehört die vom Iran unterstĂŒtzte Kataib Hisbollah. Sie zĂ€hlt zu den stĂ€rksten Milizen im Irak und fordert den Abzug der US-Truppen aus dem Land. Der Nordosten Jordaniens, wo sich die tödliche Attacke mit den US-Soldaten ereignete, grenzt sowohl an Syrien als auch an den Irak.

Fast tÀgliche Angriffe

Seit Beginn des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der Hamas im Oktober haben proiranische Milizen fast tĂ€glich Angriffe auf US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte im Irak und in Syrien verĂŒbt. Die US-Regierung reagierte darauf mit LuftschlĂ€gen in beiden LĂ€ndern. Außerdem greifen die jemenitischen Huthi - aus SolidaritĂ€t mit der Hamas - immer wieder Frachter im Roten Meer an. Als Reaktion darauf hatten die USA und Großbritannien mit der UnterstĂŒtzung VerbĂŒndeter MilitĂ€rschlĂ€ge gegen die vom Iran unterstĂŒtzte Huthi-Miliz im Jemen ausgefĂŒhrt. Die US-LuftschlĂ€ge haben die Milizen bisher nicht vor weiteren Angriffen abgeschreckt. Die Sorge vor einer Eskalation wĂ€chst. 

FĂŒr US-PrĂ€sident Biden ist das Vorgehen gegen die Milizen ein Drahtseilakt. Er will einerseits vermeiden, dass sein Land in einen regionalen Krieg im Nahen Osten hereingezogen wird. Andererseits will er StĂ€rke zeigen und ein Ende der Angriffe erreichen. Gleichzeitig ist er in den USA unter Druck - einige Republikaner fordern aggressivere Gegenmaßnahmen auf die Angriffe gegen das US-MilitĂ€r. 

@ dpa.de