Donald Trump, FBI

Medien: Trump wegen Geheimunterlagen im Visier der Ermittler

08.06.2023 - 04:06:30 | dpa.de

Seit Monaten untersucht ein Sonderermittler den Fund streng geheimer Unterlagen bei Ex-PrĂ€sident Trump. Über den Stand der Ermittlungen konnte nur spekuliert werden. Nun deutet sich Bewegung an.

Ex-PrĂ€sident Donald Trump begrĂŒĂŸt vor einer Rede im US-Bundesstaat Iowa seine AnhĂ€nger. - Foto: Charlie Neibergall/AP/dpa
Ex-PrĂ€sident Donald Trump begrĂŒĂŸt vor einer Rede im US-Bundesstaat Iowa seine AnhĂ€nger. - Foto: Charlie Neibergall/AP/dpa

Eine weitere Anklage gegen den ehemaligen US-PrĂ€sidenten Donald Trump scheint ĂŒbereinstimmenden Medienberichten zufolge nĂ€her zu rĂŒcken. In der AffĂ€re um geheime Regierungsdokumente informierte das Team von Sonderermittler Jack Smith das Trump-Lager, dass der 76-JĂ€hrige Zielperson der Untersuchung sei, wie die «New York Times» und Fox News unter Berufung auf anonyme Quellen berichteten. Dies wird als Zeichen gewertet, dass eine Anklage Trumps in der Sache bevorstehen könnte.

Machte Trump sich strafbar?

Die Bundespolizei FBI hatte Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida im August durchsucht und diverse Verschlusssachen beschlagnahmt, einige mit höchster Geheimhaltungsstufe. Dadurch, dass der Republikaner die Unterlagen lange nach seinem Abschied aus dem Amt in seinem Privathaus aufbewahrt hatte, könnte er sich strafbar gemacht haben. Das Nationalarchiv versuchte monatelang, von Trump Papiere aus dessen Amtszeit zu bekommen. Zwar hatten Trumps AnwĂ€lte schließlich Dokumente ĂŒbergeben - aber lĂ€ngst nicht alle, wie sich bei der FBI-Durchsuchung des Anwesens Mar-a-Lago herausstellte.

Nur wenige Stunden vor Veröffentlichung der Medienberichte hatte Trump auf der von ihm mitbegrĂŒndeten Plattform «Truth Social» rechtliche Schritte gegen sich eigenen Aussagen zufolge noch nicht kommen sehen: «Niemand hat mir gesagt, dass ich angeklagt werde, und das sollte ich auch nicht, weil ich NICHTS falsch gemacht habe», schrieb er und wiederholte seinen Vorwurf, Ermittlungen gegen ihn seien politisch motiviert. Trump war bereits in New York in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar angeklagt und Anfang April dem Richter vorgefĂŒhrt worden.

Auch Dokumente bei Biden

Auch bei US-PrĂ€sident Joe Biden waren als geheim eingestufte Regierungsdokumente aus seiner Zeit als VizeprĂ€sident unter Barack Obama in RĂ€umlichkeiten gefunden worden, in denen sie nicht hĂ€tten aufbewahrt werden dĂŒrfen. Auch hier ist ein unabhĂ€ngiger Sonderermittler tĂ€tig. In Bidens Fall geht es aber um deutlich weniger Dokumente. Nach Darstellung des Weißen Haus hat Biden sich auch nicht geweigert, Dokumente zu ĂŒbergeben.

Das US-Justizministerium hatte den unabhĂ€ngigen Sonderermittler Smith im November eingesetzt, um die politisch heiklen Ermittlungen gegen Trump auszulagern. Smith kĂŒmmert sich zum einen um die Untersuchungen im Zusammenhang mit geheimen Regierungsdokumenten. Zum anderen befasst er sich mit Trumps Rolle bei dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 und dessen BemĂŒhungen, den Ausgang der PrĂ€sidentenwahl 2020 zu beeinflussen. Ein Untersuchungsausschuss hatte dem Justizministerium strafrechtliche Ermittlungen empfohlen. Er wirft Trump unter anderem Aufruhr, Behinderung eines öffentlichen Verfahrens sowie Verschwörung gegen die US-Regierung vor. Die Empfehlung des Ausschusses ist allerdings nicht bindend.

Trump beliebt bei Republikanern

Trump wettert seit langem, seine Gegner wĂŒrden lediglich versuchen, ihn an einem Wiedereinzug ins Weiße Haus 2024 zu hindern. Er hatte seine Bewerbung um die PrĂ€sidentschaftskandidatur fĂŒr die Republikaner im November offiziell angekĂŒndigt. Bisher liegt er in Umfragen unter ParteianhĂ€ngern vorn - bis zur endgĂŒltigen Entscheidung kann aber noch viel passieren.

Gegen Trump laufen noch weitere Ermittlungen. Alle Augen waren zuletzt auf den Fall in New York gerichtet, der zur ersten Anklage eines Ex-PrĂ€sidenten wegen einer Straftat in der US-Geschichte fĂŒhrte und in dem er auf «nicht schuldig» plĂ€dierte. Im Bundesstaat Georgia ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Trump zudem wegen möglicher Wahlmanipulation. In einem anderen Fall wurde Trump schon belangt - zumindest indirekt. Sein Immobilienkonzern wurde in New York unter anderem wegen Steuerbetrugs zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Ex-PrĂ€sident war dabei nicht persönlich angeklagt gewesen.

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