AuswÀrtiges Amt bestellt Nordkoreas GeschÀftstrÀger ein
23.10.2024 - 12:08:29Das AuswĂ€rtige Amt hat mit einer Einbestellung des nordkoreanischen GeschĂ€ftstrĂ€gers auf Berichte ĂŒber einen möglichen Einsatz nordkoreanischer Soldaten im Ukraine-Krieg auf russischer Seite reagiert. «Wir wĂŒrden einen solchen Schritt natĂŒrlich als Eskalation betrachten», sagte eine Ministeriumssprecherin.Â
Bundesregierung in «groĂer Sorge»
Die Einbestellung des Botschafters oder GeschĂ€ftstrĂ€gers eines Landes gilt in der Diplomatie als ein scharfes Mittel des Protests. Das GesprĂ€ch mit dem GeschĂ€ftstrĂ€ger fĂŒhrte der zustĂ€ndige Abteilungsleiter im AuswĂ€rtigen Amt. Er habe dem nordkoreanischen Diplomaten mitgeteilt, dass Deutschland die Berichte ĂŒber mögliche Truppenverlegungen «mit groĂer Sorge» verfolge, sagte die Sprecherin.
«Verstoà gegen das Völkerrecht»
Zuvor hatte sich das AuswĂ€rtige Amt bereits auf X geĂ€uĂert. «Die UnterstĂŒtzung des russischen Angriffskriegs durch Nordkorea bedroht auch die Sicherheit Deutschlands und die europĂ€ische Friedensordnung unmittelbar», hieĂ es dort. Sollten die Berichte zutreffen und Nordkorea damit den russischen Angriffskrieg auch mit Truppen unterstĂŒtzen, «wĂ€re dies gravierend und ein VerstoĂ gegen das Völkerrecht».
Die Bundesrepublik Deutschland hat seit 2001 diplomatische Beziehungen zu Nordkorea. In der Botschaft in Berlin ist aber neben dem GeschÀftstrÀger, der die Vertretung leitet, nur ein weiterer Diplomat des kommunistischen Landes tÀtig. Einen Botschafter gibt es derzeit nicht.
Selenskyj fordert Druck auf PjöngjangÂ
Vor der Einbestellung hatte der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj internationalen Druck auf die FĂŒhrung in Pjöngjang gefordert. «Wir haben insbesondere Informationen ĂŒber die Ausbildung von zwei Einheiten des nordkoreanischen MilitĂ€rs - vielleicht sogar zwei Brigaden mit jeweils 6.000 Mann», sagte er.Â
Nachrichten, dass Russland seine Truppen mit Nordkoreanern aufstocken könnte, kursieren seit Tagen. Auch SĂŒdkorea hat unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse davor gewarnt.


