UN: Halbe Million Menschen im Gazastreifen vertrieben
17.04.2025 - 04:37:11Die wieder aufgeflammten KĂ€mpfe zwischen Israels Armee und der islamistischen Hamas im Gazastreifen treiben immer mehr Menschen in die Flucht. Die Zahl der seit Mitte MĂ€rz vertriebenen PalĂ€stinenser sei inzwischen auf schĂ€tzungsweise eine halbe Million angestiegen, teilte eine Sprecherin der Vereinten Nationen in New York unter Berufung auf das UN-NothilfebĂŒro (OCHA) mit. Zuletzt waren die UN noch von rund 400.000 Vertriebenen ausgegangen.Â
Israels Armee ruft regelmĂ€Ăig PalĂ€stinenser dazu auf, bestimmte Gebiete in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet zu verlassen, in denen sie militĂ€risch gegen die Hamas vorgehen will. Insgesamt leben im dicht besiedelten Gazastreifen mehr als zwei Millionen Menschen.
Es mangelt an Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten
Es fehle in dem KĂŒstengebiet an grundlegendsten Mitteln zur humanitĂ€ren Versorgung, erklĂ€rte die UN-Sprecherin. Zelte seien nicht mehr verfĂŒgbar, viele Familien erhielten lediglich Decken und Planen. NotunterkĂŒnfte seien ĂŒberfĂŒllt, es mangele an Nahrung, Wasser und Medikamenten. Seit etwa eineinhalb Monaten lĂ€sst Israel keine lebenswichtigen humanitĂ€ren HilfsgĂŒter mehr in den abgeriegelten KĂŒstenstreifen, um den Druck auf die Hamas zu erhöhen.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs nach dem Massaker der Hamas und anderer islamistischer Terroristen in Israel am 7. Oktober 2023 wurden UN-Angaben zufolge rund 90 Prozent der Bewohner des Gazastreifens vertrieben - viele von ihnen gleich mehrfach. Im Zuge einer zweimonatigen Waffenruhe Anfang des Jahres kehrten viele BinnenflĂŒchtlinge in ihre Heimatorte zurĂŒck. Israel nahm Mitte MĂ€rz aber seine massiven Angriffe wieder auf, nachdem keine Einigung mit der Hamas auf die Konditionen fĂŒr eine VerlĂ€ngerung der Feuerpause erzielt worden war.
Netanjahu erörtert Geisel-Frage mit seinen UnterhÀndlern
In den indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas ĂŒber eine weitere Waffenruhe erörterte der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu mit den UnterhĂ€ndlern und Leitern der Sicherheitsbehörden die Geisel-Frage. Der Regierungschef habe angeordnet, weiter auf die Freilassung der Geiseln hinzuarbeiten, teilte Netanjahus BĂŒro mit. Nach israelischen Informationen werden derzeit noch 24 lebende Geiseln sowie 35 Leichen von Verschleppten im Gazastreifen festgehalten.Â
Unterdessen prĂŒft die Hamas Medienberichten zufolge weiter den jĂŒngsten israelischen Vorschlag fĂŒr die Freilassung der verbliebenen Geiseln und eine neue Waffenruhe. Die Positionen sind allerdings verhĂ€rtet. WĂ€hrend die palĂ€stinensische Terrororganisation darauf besteht, dass sich Israel nach der Freilassung der letzten Geiseln militĂ€risch aus dem Gazastreifen zurĂŒckzieht und den Krieg beendet, will die israelische Regierung die Hamas entwaffnen und eine dauerhafte militĂ€rische PrĂ€senz in Teilen des KĂŒstengebiets aufrechterhalten.
IAEA-Chef warnt vor Angriffen auf iranische Atomanlagen
Die Hamas gehört ebenso wie die Hisbollah im Libanon und die Huthi-Miliz im Jemen zu den VerbĂŒndeten des Irans, wĂ€hrend die israelische Regierung im Konflikt mit Teheran insbesondere auf die UnterstĂŒtzung der USA zĂ€hlen kann. Angesichts der Drohungen aus Washington gegen den Iran warnt der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, vor Angriffen auf Atomanlagen. «Es war immer unsere sehr klare Position, dass Angriffe gegen nukleare Einrichtungen inakzeptabel sind und alle Probleme noch verschlimmern», sagte Grossi nach einem Treffen mit Irans AuĂenminister Abbas Araghtschi in Teheran.Â
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ĂŒber ein neues Atomabkommen sollen am kommenden Wochenende fortgesetzt werden. US-PrĂ€sident Donald Trump hat dem Iran mit militĂ€rischen Konsequenzen gedroht, sollte kein neues Abkommen zustande kommen. Araghtschi signalisierte zuletzt Kompromissbereitschaft und bekrĂ€ftigte erneut, dass der Iran keine Atombomben bauen wolle. Ein vollstĂ€ndiger Verzicht auf Nukleartechnologie komme jedoch nicht infrage und sei dementsprechend auch nicht verhandelbar.









