Trump: ICE-Beamte am Montag an FlughÀfen im Einsatz
22.03.2026 - 14:33:20 | dpa.deAngesichts des Streits um die Weiterfinanzierung des US-Heimatschutzministeriums will PrĂ€sident Donald Trump die umstrittene Einwanderungsbehörde ICE an FlughĂ€fen einsetzen. «Am Montag wird ICE an FlughĂ€fen im Einsatz sein, um unsere groĂartigen TSA-Beamten zu unterstĂŒtzen», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Der Einsatz solle vom umstrittenen Grenzschutz-Kommandeur Tom Homan verantwortet werden.
Die Transportation Security Administration (TSA) ist an FlughĂ€fen fĂŒr die Sicherheitskontrolle von Passagieren verantwortlich und untersteht wie ICE dem Heimatschutzministerium. Auch der Katastrophenschutz Fema und die KĂŒstenwache gehören dem Ministerium an. Trump hatte Homan im vergangenen Jahr mit der Oberaufsicht ĂŒber seiner Abschiebepolitik betraut. Noch vor Trumps Antritt hatte Homan versprochen, in den ersten Tagen der Trump-PrĂ€sidentschaft seien Aktionen zu erwarten, die «Schock und Ehrfurcht» hervorrufen wĂŒrden.
Homan erklĂ€rte, dass die ICE-KrĂ€fte vor allem das Sicherheitspersonal entlasten sollten. «Wir sind lediglich dazu da, der TSA bei ihrer Arbeit in Bereichen zu helfen, in denen ihr spezielles Fachwissen nicht benötigt wird», sagte er in der CNN-Sendung «State Of The Union». Dies solle schnellere Abfertigungen ermöglichen.Â
Homan fĂŒgte an, dass ICE-Mitarbeiter keine Röntgenscanner bedienen sollten. Mit diesen wird fĂŒr gewöhnlich HandgepĂ€ck ĂŒberprĂŒft. «Sie sind nicht dafĂŒr ausgebildet», sagte er. Es gebe aber Aufgaben, die ICE ĂŒbernehmen könne, um die TSA-Beamten von weniger wichtigen Aufgaben zu entlasten â «etwa die Ăberwachung von AusgĂ€ngen». Den genauen Plan wolle er noch am Sonntag mit der Flughafen-Sicherheit erarbeiten.Â
GroĂe Probleme an FlughĂ€fen
Seit Tagen staut es sich an den FlughĂ€fen des Landes: Passagiere etwa in Atlanta oder Houston warteten auch am Sonntag stundenlang auf eine TSA-Kontrolle und verpassten trotz genĂŒgend Pufferzeit ihre FlĂŒge. Wegen der seit Mitte Februar andauernden Haushaltsblockade werden die Beamten derzeit nicht bezahlt, viele haben sich daraufhin krankgemeldet. Demokraten und Republikaner schieben sich seither gegenseitig die Schuld zu.
Bereits am Samstag (Ortszeit) hatte Trump den Einsatz vage angekĂŒndigt. Die Beamten sollen sich um die Sicherheit an den Airports kĂŒmmern, «besser als jemals zuvor». «MACHT EUCH BEREIT», schrieb er in AnfĂŒhrungszeichen. Trump wolle von der Entsendung absehen, sollten die Demokraten einlenken und doch noch ein Abkommen unterzeichnen.Â
Gemeint dĂŒrfte damit der Haushalt fĂŒr das Heimatschutzministerium sein: Mehrere Abstimmungen ĂŒber ein neues Finanzpaket verfehlten die notwendige Mehrheit, damit fehlt die Grundlage zur Bezahlung einiger EinsatzkrĂ€fte wie der TSA.
Bekannt fĂŒr rigoroses Vorgehen
Unklar bleibt auch nach den ersten Angaben von Homan zu dem geplanten Einsatzrahmen, ob die KrÀfte an allen US-FlughÀfen oder nur an jenen mit besonders langen Warteschlangen oder chaotischen ZustÀnden eingesetzt werden sollen.
PrimĂ€r ist an US-FlughĂ€fen die Grenzschutzbehörde Customs and Border Protection (CBP) fĂŒr die Einreisekontrolle zustĂ€ndig, wĂ€hrend die Sicherheitskontrolle der Passagiere Aufgabe der TSA ist. ICE-Beamte kamen bislang vor allem im Landesinneren bei Abschiebungen von Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung zum Einsatz und gerieten aufgrund ihres rigorosen Vorgehens bei ihren Razzien in die Negativschlagzeilen. Anfang des Jahres starben zudem zwei US-Amerikaner, als ICE-EinsatzkrĂ€fte auf sie schossen.
In der Debatte um die VerhĂ€ltnismĂ€Ăigkeit, wie die ICE-Beamten etwa in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota vorgingen, war auch Kristi Noem in BedrĂ€ngnis geraten. Trump entlieĂ die Heimatschutzministerin Anfang des Monats â auch, weil ihr eine millionenschwere Werbekampagne und eine angebliche LiebesaffĂ€re zu einem ihrer engsten Berater zum VerhĂ€ngnis wurden. FĂŒr sie soll nun der bisherige Senator Markwayne Mullin nachrĂŒcken, dem ein gemĂ€Ăigterer FĂŒhrungsstil nachgesagt wird.
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