Trump, Putin

Trump telefoniert am Montag mit Putin ĂŒber Ukraine-Krieg

17.05.2025 - 18:55:20

Seit Wochen laufen GesprĂ€che ĂŒber eine Friedenslösung fĂŒr den Ukraine-Krieg. Bringt ein weiteres Telefonat des amerikanischen und russischen PrĂ€sidenten einen Schritt nach vorn?

In den BemĂŒhungen um ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine telefoniert US-PrĂ€sident Donald Trump am Montag erneut mit Kremlchef Wladimir Putin. Das GesprĂ€ch ist um 10:00 Uhr (US-Ortszeit; 16:00 Uhr MESZ) geplant, wie Trump ankĂŒndigte. Im Anschluss wolle er mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj und Vertretern der Nato-Mitgliedstaaten sprechen. 

«Hoffentlich wird es ein produktiver Tag, eine Waffenruhe kommt zustande und dieser sehr gewalttĂ€tige Krieg (...) findet ein Ende», schrieb er. Bei dem GesprĂ€ch solle es daneben auch um Handelsfragen gehen. Der gesamte Beitrag war in Großbuchstaben verfasst. 

Der Kreml bestÀtigte spÀter das geplante Telefonat. «Das GesprÀch wird vorbereitet», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Details nannte er nicht.

Treffen zwischen Russen und Ukrainern bringt keinen Durchbruch

Der US-PrĂ€sident hat das Ziel ausgerufen, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu beenden. Am Freitag trafen sich erstmals seit drei Jahren ukrainische und russische UnterhĂ€ndler im tĂŒrkischen Istanbul, um ĂŒber eine Beendigung des Krieges zu verhandeln. Zwar konnten beide Seiten dabei einen großen Gefangenenaustausch vereinbaren, doch der große Wurf gelang nicht – auch weil Putin bei dem von ihm selbst vorgeschlagenen Treffen fehlte. Beim Thema Waffenruhe gab es so keine Einigung.

Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj warf Putin vor, einem direkten GesprĂ€ch aus dem Weg zu gehen. Die politisch aus zweiter Reihe kommenden russischen UnterhĂ€ndler seien nicht befugt gewesen, ĂŒber eine Waffenruhe zu verhandeln. 

Putin hatte den Krieg gegen das Nachbarland 2022 befohlen, um die Ukraine in den russischen Einflussbereich zurĂŒckzuzwingen. Gegen die Invasion wehrt sich die Ukraine mit westlicher Hilfe, sie ist aber zuletzt an etlichen Frontabschnitten in die Defensive geraten - auch nachdem die US-Regierung ihre militĂ€rische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine unter Trump deutlich zurĂŒckgefahren hat.

Trump will schnelles Kriegsende 

Auch Trump selbst hatte angesichts der Abwesenheit Putins die Erwartungen an das Treffen in Istanbul gedĂ€mpft. Es werde erst etwas passieren, wenn er und Putin sich persönlich trĂ€fen, sagte der Chef des Weißen Hauses. Unmittelbar danach trat der Kreml den Erwartungen eines schnellen Treffens entgegen. So ein Gipfel sei zwar nötig, mĂŒsse aber gut vorbereitet sein, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Das geplante Telefonat, das einem Anruf von US-Außenminister Marco Rubio an seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow folgt, dĂŒrfte Teil dieser Vorbereitung sein. 

In den Wochen vor dem Treffen in Istanbul hatten sich zudem hochrangige Vertreter der US-Regierung mehrfach an verschiedenen Orten mit Counterparts aus Moskau und Kiew getroffen, um die GesprĂ€che voranzubringen. Trump hatte frĂŒh angekĂŒndigt, dass er Putin zu einem spĂ€teren Zeitpunkt auch in Person treffen will. WĂ€hrend seiner Nahost-Reise in der vergangenen Woche sah es kurzfristig so aus, als ob dies tatsĂ€chlich bei den GesprĂ€chen in Istanbul geschehen könne. Dazu kam es dann aber nicht. 

Die beiden PrĂ€sidenten haben seit Trumps Amtsantritt im Januar bereits zwei Mal miteinander telefoniert: Mitte Februar und zuletzt Mitte MĂ€rz. Bei dem GesprĂ€ch im MĂ€rz stimmte Putin hat einem US-Vorschlag zu, 30 Tage lang alle Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine einzustellen, wenn Kiew dies auch tue. Auf eine allgemeine Waffenruhe in dem Krieg ließ er sich jedoch nicht ein. Die Verhandlungen darĂŒber gingen nach dem Telefonat der beiden Staatschefs weiter. 

Trump holte Putin aus Isolation

Trump hat seit seinem Amtsantritt wieder intensiven Kontakt zu Russland aufgenommen, nachdem zwischen Washington und Moskau unter Trumps AmtsvorgÀnger Joe Biden lÀnger ziemliche Funkstille geherrscht hatte. 

Biden hatte versucht, die Russen nach deren Einmarsch in der Ukraine vor drei Jahren international zu isolieren und mit weitreichenden Sanktionen und Strafmaßnahmen in die Knie zu zwingen, um den Krieg zu beenden. Trump dagegen hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) die NĂ€he zu Putin gesucht und den Kremlchef zuletzt aus der Isolation geholt.

@ dpa.de