Wolodymyr Selenskyj, Iberoamerika-Gipfel

Selenskyj fordert in Madrid Energiehilfen aus Lateinamerika

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 10:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der ukrainische PrĂ€sident wirbt in Madrid bei europĂ€ischen und lateinamerikanischen Partnern um politische UnterstĂŒtzung und konkrete Hilfe fĂŒr die Energieversorgung. Spaniens Regierungschef SĂĄnchez fordert, die Verantwortung fĂŒr die Ukraine nicht allein Europa zu ĂŒberlassen.

Selenskyjs GesprĂ€chspartner und HilfswĂŒnsche

  • Selenskyj traf in Madrid auch AntĂłnio Costa und Teresa Ribera.
  • Er bat um Transformatoren aus Brasilien, Mexiko, Argentinien oder Kolumbien.
  • ZusĂ€tzlich nannte er Elektrokabel aus Chile sowie Diesel- und Gasgeneratoren aus Spanien.
  • Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj (l) wurde von Spaniens König Felipe VI. in der Königsresidenz Zarzuela empfangen. - Bild: JesĂșs HellĂ­n/EUROPA PRESS/dpa
  • Es war bereits Selenskyjs fĂŒnfter offizieller Besuch in Spanien seit dem russischen Vollangriff auf die Ukraine im Februar 2022. - Bild: JesĂșs HellĂ­n/EUROPA PRESS/dpa
  • Selenskyj nutzte seinen ĂŒberraschenden Besuch in Spanien, um am Rande des 30. Iberoamerika-Gipfeltreffens auch mehrere Staats- und Regierungschefs lateinamerikanischer Staaten zu treffen. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj (l) wurde von Spaniens König Felipe VI. in der Königsresidenz Zarzuela empfangen.  - Bild: JesĂșs HellĂ­n/EUROPA PRESS/dpa Es war bereits Selenskyjs fĂŒnfter offizieller Besuch in Spanien seit dem russischen Vollangriff auf die Ukraine im Februar 2022. - Bild: JesĂșs HellĂ­n/EUROPA PRESS/dpa Selenskyj nutzte seinen ĂŒberraschenden Besuch in Spanien, um am Rande des 30. Iberoamerika-Gipfeltreffens auch mehrere Staats- und Regierungschefs lateinamerikanischer Staaten zu treffen. - Bild: Francisco Seco/AP/dpa

Selenskyj wirbt in Madrid um UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine

Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj ist in Spanien von Regierungschef Pedro Sånchez und König Felipe VI. empfangen worden. Beim 30. Iberoamerika-Gipfel in Madrid traf er zudem mehrere lateinamerikanische Staats- und Regierungschefs.

Appell an Lateinamerika

Selenskyj forderte die Vertreter der Region auf, in ihren HeimatlĂ€ndern ĂŒber den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu sprechen. Sie sollten dafĂŒr sorgen, dass die Welt von den Verbrechen erfahre, zitierte der spanische staatliche Fernsehsender RTVE den ukrainischen PrĂ€sidenten.

Viele LĂ€nder Lateinamerikas haben den Angriffskrieg Russlands verurteilt, sich darĂŒber hinaus aber kaum an Hilfen fĂŒr die Ukraine beteiligt. Selenskyj nutzte das Gipfeltreffen deshalb, um politische UnterstĂŒtzung ĂŒber Europa hinaus einzufordern.

SĂĄnchez fordert breitere internationale Hilfe

Spaniens Regierungschef betonte, die UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine dĂŒrfe nicht allein von europĂ€ischen LĂ€ndern kommen. Die Welt mĂŒsse die Ukraine im Kampf fĂŒr Freiheit und Völkerrecht unterstĂŒtzen, warnte SĂĄnchez, sonst werde das Recht des StĂ€rkeren legitimiert.

Selenskyj sprach außerdem mit dem PrĂ€sidenten des EuropĂ€ischen Rates, AntĂłnio Costa, und der VizeprĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Kommission, Teresa Ribera.

Konkrete Bitten fĂŒr die Energieversorgung

Vor den Gipfelteilnehmern listete Selenskyj konkrete Hilfslieferungen auf. Er nannte Transformatoren aus Brasilien, Mexiko, Argentinien oder Kolumbien, Elektrokabel aus Chile sowie Diesel- und Gasgeneratoren aus Spanien.

Die Lieferungen sollen helfen, die Energieversorgung der Ukraine nach wiederholten Angriffen auf die Infrastruktur zu sichern. Die SchĂ€den fĂŒhren zu großflĂ€chigen StromausfĂ€llen und drohen angesichts des bevorstehenden Winters die WĂ€rmeversorgung von Millionen Menschen zu unterbrechen.

Selenskyjs Auftritt in Madrid verbindet zwei politische Ebenen: die europĂ€ische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine und die internationale Suche nach Partnern jenseits Europas. Der Iberoamerika-Gipfel bietet dafĂŒr ein besonders sichtbares Forum, weil dort Vertreter aus Spanien, Portugal und Lateinamerika zusammenkommen.

Viele lateinamerikanische Staaten haben Russlands Angriff auf die Ukraine verurteilt, verfolgen im weiteren Umgang mit dem Krieg jedoch unterschiedliche Linien. MilitĂ€rische Hilfe leisten sie bislang kaum. FĂŒr Kiew geht es deshalb nicht nur um konkrete Lieferungen, sondern auch darum, die politische Verantwortung Russlands in einer Region prĂ€sent zu halten, deren Regierungen eigene außenpolitische und wirtschaftliche Interessen abwĂ€gen.

Energiehilfe als unmittelbare Folge

Die Bitten um Transformatoren, Kabel sowie Diesel- und Gasgeneratoren verweisen auf die besondere Verwundbarkeit der ukrainischen Energieversorgung. Angriffe auf Kraftwerke und Netze treffen Haushalte, Unternehmen und kommunale WĂ€rmeversorgung zugleich. Vor dem Winter erhöhen Reparaturmaterial und Ersatzstromtechnik die FĂ€higkeit, SchĂ€den kurzfristig zu ĂŒberbrĂŒcken.

Die Aufteilung der WĂŒnsche nach HerkunftslĂ€ndern macht zudem deutlich, dass Kiew UnterstĂŒtzung möglichst konkret und arbeitsteilig organisieren will. Spanien setzt dabei neben seiner Rolle als Gastgeber auf die europĂ€ische SolidaritĂ€t; SĂĄnchez' Forderung nach einer breiteren internationalen Beteiligung richtet sich zugleich an Staaten, die den Krieg politisch verurteilen, sich praktisch aber bislang zurĂŒckhalten.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Selenskyj reist ĂŒberraschend nach Madrid: Treffen mit SĂĄnchez“ (05.11.2026)

Der Beitrag ordne den Besuch als Versuch ein, den RĂŒckhalt fĂŒr die Ukraine in Lateinamerika zu stĂ€rken und die Beziehungen zu den Staaten der Region zu vertiefen. Anders als die dpa-Meldung betone er zusĂ€tzlich Selenskyjs geplante GesprĂ€che zur Luftabwehr, RĂŒstungskooperation und gemeinsamen Waffenproduktion.

Deutschlandfunk: „Selenskyj in Spanien und bei Iberoamerika-Gipfel: „Welt muss von Russlands Verbrechen erfahren““ (06.11.2026)

Der Bericht bestĂ€tige Selenskyjs Empfang durch SĂĄnchez und König Felipe VI. und rĂŒcke seinen Appell an die lateinamerikanischen Regierungen in den Mittelpunkt. Damit liege der Schwerpunkt stĂ€rker auf der politischen Botschaft des Auftritts, wĂ€hrend die dpa-Meldung die konkreten Energiehilfen ausfĂŒhrlicher benenne.

Beide BeitrĂ€ge stimmten im Kern beim Besuch in Madrid und bei Selenskyjs Werben um internationale UnterstĂŒtzung ĂŒberein. Unterschiede ergĂ€ben sich vor allem bei der Gewichtung politischer Appelle, militĂ€rischer Kooperation und konkreter Hilfe fĂŒr die Energieversorgung.

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