Michelle, Obama

Michelle Obama: «Wir sind mehr als nur GebÀrmaschinen»

27.10.2024 - 02:19:28

Sonst eher zurĂŒckhaltend in politischen Fragen, macht Michelle Obama aktuell Wahlkampf fĂŒr Kamala Harris. In Michigan richtet sie sich an jene MĂ€nner, die aus Frust mit Donald Trump liebĂ€ugeln.

Die ehemalige First Lady Michelle Obama sieht Frauenrechte im Falle einer weiteren Amtszeit Donald Trumps bedroht. Frauen dĂŒrften nicht zu Opfern der Frustration jener MĂ€nner werden, die aus EnttĂ€uschung ĂŒber das politische System fĂŒr den republikanischen PrĂ€sidentschaftskandidaten stimmen oder gar nicht erst zur Wahl gehen wollten, mahnte Obama bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Michigan mit der Demokratin Kamala Harris. Obama fĂŒhrte aus: «Wenn wir diese Wahl nicht richtig angehen, werden eure Ehefrauen, Töchter, MĂŒtter – wir Frauen – zu KollateralschĂ€den eurer Wut.»

Obama: «Eure Wahlentscheidung ist eure Privatangelegenheit»

Obama schilderte, wie fehlende medizinische Versorgung fĂŒr Frauen lebensgefĂ€hrlich werden könnte. Sie sprach von Situationen, in denen Frauen gezwungen wĂŒrden, ĂŒber Bundesstaatsgrenzen hinweg zu reisen, nur um Zugang zu einem notwendigen Medikament oder einem Termin in einer Klinik zu erhalten. Obama betonte in diesem Kontext die Bedeutung der körperlichen Selbstbestimmung: «Wir sind mehr als nur GebĂ€rmaschinen.» An Frauen, deren Meinung möglicherweise im eigenen Umfeld nicht viel Gehör fĂ€nde, appellierte sie: «Eure Wahlentscheidung ist eure Privatangelegenheit.»

Nachdem der Oberste Gerichtshof unter einer vom damaligen US-PrĂ€sidenten Trump geschaffenen konservativen Mehrheit das landesweite Abtreibungsrecht gekippt hat, sind in den USA teils restriktive Vorgaben bis hin zu Verboten entstanden. Die Demokraten werben dafĂŒr, das generelle Recht auf Abtreibung wiederherzustellen; die Republikaner wollen die Entscheidung den Bundesstaaten ĂŒberlassen.

Obama: Verhalten mit «Trump ist eben Trump» abtun

Zu Beginn ihrer Rede hatte Obama auch ungleiche MaßstĂ€be kritisiert, an denen Harris und Trump gemessen wĂŒrden: «Wir erwarten von Kamala, dass sie sich intelligent, eloquent und diszipliniert prĂ€sentiert, wĂ€hrend von Trump keinerlei VerstĂ€ndnis fĂŒr Politik oder moralische IntegritĂ€t verlangt wird», sagte sie. Viele wĂŒrden sein Verhalten einfach mit den Worten «Trump ist eben Trump» abtun.

Michelle Obama zĂ€hlt zu den angesehensten Persönlichkeiten in den USA und bleibt normalerweise außerhalb des politischen TagesgeschĂ€fts. Ihre PrĂ€senz im Wahlkampf von Harris könnte daher auch unentschlossene WĂ€hler ansprechen, die sich traditionell weniger von parteipolitischen Botschaften angesprochen fĂŒhlen.

@ dpa.de