Kopf-an-Kopf-Rennen bei Stichwahl in Peru
08.06.2026 - 11:32:13 | dpa.deDie Stichwahl um das PrĂ€sidentenamt in Peru wird zum Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der rechtskonservativen Kandidatin Keiko Fujimori und dem Linkspolitiker Roberto SĂĄnchez. Nach der vorlĂ€ufigen AuszĂ€hlung von knapp 94 Prozent der Stimmen kam SĂĄnchez auf 50,012 Prozent der Stimmen, wie die Wahlbehörde des sĂŒdamerikanischen Landes mitteilte. Fujimori erhielt demnach 49,988 Prozent. Gerade einmal gut 4.000 Stimmen trennten die Kontrahenten. Zuvor hatte Fujimori lange mit einem hauchdĂŒnnen Vorsprung knapp gefĂŒhrt.Â
«Was auch immer das Ergebnis ist, wir werden es anerkennen», sagte die Rechtspolitikerin auf einer Pressekonferenz. «Und wir verlangen, dass unser Mitbewerber das Gleiche tut.» Nach der vollstĂ€ndigen AuszĂ€hlung hat das Oberste Wahlgericht noch bis Mitte Juli Zeit, offiziell einen Sieger zu verkĂŒnden.Â
Mehr als 27 Millionen Peruaner waren am Sonntag aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Der Amtsantritt des neuen PrĂ€sidenten ist fĂŒr den 28. Juli vorgesehen. Zur Stichwahl kam es, nachdem im April keiner der 35 Kandidaten die nötige Mehrheit erhalten hatte, um sich im ersten Wahlgang durchzusetzen.Â
Dauerhafte Spannungen zwischen Parlament und Regierung
Die politische Lage in dem Land mit rund 35 Millionen Einwohnern ist von einem stĂ€ndigen Konflikt zwischen Parlament und Regierung geprĂ€gt. Der Kongress kann PrĂ€sidenten wegen «moralischer UnfĂ€higkeit» des Amtes entheben. In den vergangenen zehn Jahren hatte Peru acht PrĂ€sidenten.Â
Fujimori (51) ist die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten und bereits verstorbenen Ex-PrĂ€sidenten Alberto Fujimori. Die Politikerin der konservativen Partei Fuerza Popular kandidierte zum vierten Mal fĂŒr das PrĂ€sidentenamt. Sie hat angekĂŒndigt, hart gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen. AuĂerdem plant sie eine Deregulierung der Wirtschaft.
SĂĄnchez (57) war AuĂenhandels- und Tourismusminister in der Regierung des inhaftierten Ex-PrĂ€sidenten Pedro Castillo (2021-2022). Nach der Stimmabgabe besuchte SĂĄnchez Castillo im GefĂ€ngnis. Er betrachtet den Ex-PrĂ€sidenten als Opfer eines politischen Manövers. Im Fall eines Wahlsieges beabsichtigt er, Castillo zu begnadigen. Der Kandidat des BĂŒndnisses Juntos por el PerĂș plĂ€diert zudem fĂŒr eine stĂ€rkere Rolle des Staates in der Wirtschaft.
