Asyl, Deutschland

CSU fordert AufklÀrung zu Chatgruppe mit AfD im EU-Parlament

16.03.2026 - 10:18:25 | dpa.de

Steht die Brandmauer der Union zur AfD auch im Europaparlament? Eine WhatsApp-Gruppe und ein Treffen lassen Zweifel aufkommen. Auch in der CSU hat man Fragen.

Abstimmungen mit rechten Mehrheiten gab es im EuropĂ€ischen Parlament zuletzt hĂ€ufiger - die IntensitĂ€t der Zusammenarbeit der EVP mit Rechtsaußen-Fraktionen war bislang aber nicht bekannt. (Archivbild) - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Abstimmungen mit rechten Mehrheiten gab es im EuropĂ€ischen Parlament zuletzt hĂ€ufiger - die IntensitĂ€t der Zusammenarbeit der EVP mit Rechtsaußen-Fraktionen war bislang aber nicht bekannt. (Archivbild) - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Der Chef der CSU-Abgeordneten im Bundestag, Alexander Hoffmann, fordert eine AufklĂ€rung der umstrittenen Kooperation von CDU und CSU im Europaparlament mit der AfD und anderen rechten Parteien. «Diese Chatgruppen, das muss man sich ansehen», sagte er im «FrĂŒhstart» von RTL und ntv. Er betonte zugleich, an der Abgrenzung zur AfD werde nicht gerĂŒttelt. «Es wird keine Zusammenarbeit geben – vor allem eben auch aus dem Umstand heraus, dass die AfD die Zielsetzung hat, die Union zu zerstören.»

Hintergrund sind Recherchen der Deutschen Presse-Agentur. Sie belegen, dass die EVP-Fraktion, der die Unions-Abgeordneten angehören, jĂŒngst gemeinsam mit dem rechten FlĂŒgel des Europaparlaments in einer Chatgruppe und bei einem persönlichen Treffen von Abgeordneten an einem Gesetzesvorschlag zur VerschĂ€rfung der Migrationspolitik arbeitete. Das Vorhaben soll unter anderem die Abschiebung von Asylsuchenden in sogenannte «Return Hubs» in Staaten außerhalb der EU ermöglichen. Aus der SPD, dem Koalitionspartner der Union in der Bundesregierung, kommt nun scharfe Kritik. SPD-GeneralsekretĂ€r Tim KlĂŒssendorf sprach von einem skandalösen Vorgang.

Der CDU-Außenexperte im Bundestag, JĂŒrgen Hardt (CDU), nannte die Aufregung ĂŒbertrieben. Mit manchen Parteien rechts von der EVP, die nicht dem rechtsextremen Lager zuzuordnen sind, finde eine Zusammenarbeit in der Form statt, dass man bereit sei, gemeinsam GesetzentwĂŒrfe zu unterstĂŒtzen, sagte er im Deutschlandfunk. «Mit der AfD ist das nicht der Fall.»

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