USA, Krieg

StĂŒhlerĂŒcken im Pentagon - Warum unter Hegseth viele gehen

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 16:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Mitten im Iran-Krieg wird an der Spitze des US-MilitÀrs und im Pentagon Personal ausgetauscht. Durch die vielen AbgÀnge gerÀt auch «Kriegsminister» Hegseth selbst immer mehr in den Fokus.

  • Unter Hegseth sind viele gegangen (Archivbild). - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
    Unter Hegseth sind viele gegangen (Archivbild). - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
  • Medien: Driscoll reicht RĂŒcktritt ein. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
    Medien: Driscoll reicht RĂŒcktritt ein. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
Unter Hegseth sind viele gegangen (Archivbild). - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa Medien: Driscoll reicht RĂŒcktritt ein. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Streit, gegensĂ€tzliche Ansichten, GerĂŒchte: Unter Verteidigungsminister Pete Hegseth hĂ€ufen sich im Pentagon sich die PersonalabgĂ€nge. Neuestes Beispiel: Der fĂŒr das US-Heer zustĂ€ndige StaatssekretĂ€r Daniel Driscoll. 

Driscoll hatte zeitweise eine SchlĂŒsselposition bei den internationalen Verhandlungen zum Ukraine-Krieg inne. Und er gilt als Vertrauter von JD Vance. Doch jetzt ist laut Medienberichten Schluss, er reichte demnach seinen RĂŒcktritt ein. Warum gibt es im Verteidigungsministerium so viel Unruhe, wĂ€hrend die USA mitten im Iran-Krieg stecken? 

Schon lĂ€nger brodelt es im Pentagon, die RĂŒcktritte und Entlassungen hĂ€ufen sich. Einige Beispiele: 

  • Nach nur 18 Monaten wurde Anfang Juli der hoch angesehene General Christopher Donahue als Befehlshaber der US-LandstreitkrĂ€fte in Europa und Afrika mit Sitz in Wiesbaden geschasst. 
  • Mitten in der Seeblockade der Straße von Hormus im Iran-Krieg wechselte im April die US-Regierung ihren fĂŒr die Marine zustĂ€ndigen StaatssekretĂ€r aus. John Phelan, frĂŒher Investmentbanker, hatte den Posten im MĂ€rz vergangenen Jahres angetreten. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag unter anderem bei der StĂ€rkung des Schiffbaus sowie der maritimen Industrie.
  • Anfang April trat der Stabschef des US-Heeres, General Randy George, zurĂŒck - also mitten im Iran-Krieg. Er soll zum RĂŒcktritt aufgefordert worden sein. 

Durch die AbgĂ€nge gerĂ€t Hegseth selbst immer mehr in den Fokus. Der frĂŒhere Moderator bei US-PrĂ€sident Donald Trumps Lieblingssender Fox News bezeichnet sich selbst als «Kriegsminister»; er beschwört das Kriegerethos im US-MilitĂ€r und prĂ€sentiert MilitĂ€rschlĂ€ge gegen Drogenboote in der Karibik oder gegen den Iran mit Videoaufnahmen auf der Plattform X. Doch nun hĂ€ufen sich die AbgĂ€nge in seinem Ministerium. Manche MilitĂ€rs sollen laut Medienberichten zum RĂŒcktritt gedrĂ€ngt worden sein. Die Zeitschrift «Atlantic» schrieb, dass er Dutzende Karrieren im MilitĂ€r beendet habe.

Nicht genug Ehrerbietung fĂŒr Hegseth?

GrĂŒnde fĂŒr die AbgĂ€nge werden vom Pentagon keine genannt. Medien berichteten im Fall von Randy George, dass Hegseth Leute in den Spitzenposten wolle, die die Vision umsetzten, die US-PrĂ€sident Donald Trump und Hegseth fĂŒr das Heer hĂ€tten. Im Mai 2025 hatte Hegseth die Losung ausgegeben, dass er die Zahl der Vier-Sterne-GenerĂ€le und AdmirĂ€le im Pentagon um mindestens 20 Prozent reduzieren wolle. Dadurch werde unnötige BĂŒrokratie abgebaut. 

Im jĂŒngsten Fall zeichnet sich ab, dass es zwischen Driscoll und Hegseth immer wieder geknirscht hatte. Driscoll war fĂŒr das Heer zustĂ€ndig - konkret fĂŒr Operationen, Modernisierung und Ressourcenzuteilung fĂŒr fast eine Million Soldaten, Nationalgardisten und Reservisten, wie es auf der Webseite des US-MilitĂ€rs heißt. Die «Washington Post» schreibt, dass sie sowohl beruflich als auch persönlich aneinander geraten seien. Demnach sollen gegensĂ€tzliche Ansichten zu der Entlassung hochrangiger GenerĂ€le eine Rolle gespielt haben. Zudem soll der StaatssekretĂ€r aus Sicht Hegseths ihm gegenĂŒber nicht die angemessene Ehrerbietung gezeigt haben, wie die Zeitung weiter schreibt. Sie beruft sich auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Eigentlich hatte Driscoll gute Startbedingungen: Er kennt VizeprĂ€sident JD Vance nĂ€her, die beiden lernten sich an der Uni kennen. Doch das half ihm nicht.

Laut «Atlantic» fungierte Driscoll zeitweise als Gegengewicht zu Hegseths Impulsen. Mit dessen Ausscheiden gerate das Pentagon nun noch stĂ€rker unter die Kontrolle des Verteidigungsministers. Vermutlich wird Hegseth jemanden auf den Posten setzen, der mehr auf seiner Linie ist. Die Frage, die bleibt ist, ob Hegseth weiterhin den vollen RĂŒckhalt von PrĂ€sident Trump bei seinem Entlassungskurs genießen wird oder ob er irgendwann an einen Punkt kommen wird, an dem es fĂŒr ihn selbst gefĂ€hrlich werden könnte.

Disclaimer...

de | ausland | 70037469 |