Streit, Feuerpausen

Streit um Feuerpausen: Israel erteilt EU eine Abfuhr

27.10.2023 - 18:30:23 | dpa.de

Stundenlang beraten die Staats- und Regierungschefs der EU. Will man nun von Israel eine dauerhafte Feuerpause oder nur punktuelle Feuerpausen fordern? Israel aber hat da ganz eigene Vorstellungen.

  • PalĂ€stinensische Frauen backen vor einer von den Vereinten Nationen betriebenen Schule traditionelles Saj-Brot. - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa
    PalÀstinensische Frauen backen vor einer von den Vereinten Nationen betriebenen Schule traditionelles Saj-Brot. - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa
  • Nach einem israelischen Luftangriff auf Gaza-Stadt retten PalĂ€stinenser eine Frau aus den TrĂŒmmern eines zerstörten GebĂ€udes. - Foto: Mohammed Abu Elsebah/dpa
    Nach einem israelischen Luftangriff auf Gaza-Stadt retten PalĂ€stinenser eine Frau aus den TrĂŒmmern eines zerstörten GebĂ€udes. - Foto: Mohammed Abu Elsebah/dpa
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Israel hat die Forderung der 27 EU-Staaten nach Feuerpausen im Gazastreifen zurĂŒckgewiesen. «Israel lehnt einen humanitĂ€ren Waffenstillstand derzeit ab», sagte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums als Reaktion auf den BrĂŒsseler EU-Gipfelbeschluss. Dazu zĂ€hle «jegliche Art von geforderten Feuerpausen».

HumanitĂ€re Hilfe sei aber trotzdem möglich, «solange sie nicht in den HĂ€nden von Terroristen der Hamas landet». Bislang kommen nur sehr wenig HilfsgĂŒter in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet mit mehr als zwei Millionen Einwohnern an.

Am Donnerstag hatten die Staats- und Regierungschefs der EU fĂŒnf Stunden lang um ihre Forderung an Israel gerungen. Spanien wollte einen kompletten Waffenstillstand durchsetzen, um humanitĂ€re Hilfe fĂŒr den von Israel als Reaktion auf den Hamas-Terror bombardierten Gazastreifen zu ermöglichen. Deutschland und anderen LĂ€ndern ging das zu weit. Sie wollten Israel in seinem Verteidigungsrecht nicht so weit einschrĂ€nken.

Die Kompromissformulierung lautete dann «humanitĂ€re Korridore und Pausen fĂŒr humanitĂ€re Zwecke», um zumindest vorĂŒbergehend eine sichere Versorgung der Zivilbevölkerung zu ermöglichen. Israel lehnt aber auch das ab.

Macron spricht von «undifferenziertem Bombardement»

Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron sprach angesichts der massiven israelischen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen von einem «undifferenzierten Bombardement». Frankreich erkenne den Willen und das Recht Israels vollstĂ€ndig an, gegen die Terroristen der Hamas zu kĂ€mpfen, und sei bereit, zu helfen. «Aber wir sind der Ansicht, dass die vollstĂ€ndige Blockade, das undifferenzierte Bombardement und erst recht die Aussicht auf eine massive Bodenoffensive nicht geeignet sind, die Zivilbevölkerung angemessen zu schĂŒtzen», sagte er.

Er bitte darum, dass Israel sich die Zeit nehme, um weitere Schritte gut vorzubereiten, sagte Macron mit Blick auf eine mögliche Bodenoffensive. Er forderte einen humanitĂ€ren Waffenstillstand und kĂŒndigte eine Koalition mit mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern an, um unter anderem einen humanitĂ€ren Korridor auf See einrichten zu können.

Scholz zurĂŒckhaltend bei Macrons Anti-Hamas-Allianz

Macron hatte bereits bei seiner Nahost-Reise Anfang der Woche vorgeschlagen, die 2014 gegrĂŒndete Koalition zur BekĂ€mpfung der Terrororganisation Islamischer Staat auch gegen die Hamas einzusetzen. «Frankreich ist bereit dafĂŒr, dass die internationale Anti-IS-Koalition, in deren Rahmen wir uns fĂŒr unseren Einsatz im Irak und Syrien engagieren, auch gegen die Hamas kĂ€mpfen kann», sagte er.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Ă€ußerte sich zurĂŒckhaltend zu dem Vorstoß. Die EU konzentriere sich nun zunĂ€chst im Kern auf die Dinge, die auf dem Gipfel in BrĂŒssel gemeinsam beschlossen worden seien, sagte er. «Und die halte ich fĂŒr das, was man tun sollte.»

Die Staats- und Regierungschefs hatten sich neben den Feuerpausen und sicheren Korridoren fĂŒr eine baldige Friedenskonferenz ausgesprochen. Diese Idee unterstĂŒtzte Scholz ausdrĂŒcklich. «Es ist vielleicht das richtige Zeichen zur richtigen Zeit», sagte er. EU-RatsprĂ€sident Charles Michel sagte, eine solche Konferenz könnte aus seiner Sicht in einigen Wochen oder Monaten organisiert werden.

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