Paris, Ukraine-GesprÀche

Paris: Ukraine-GesprÀche mit USA waren «exzellent»

17.04.2025 - 20:37:03

Stundenlang beraten EuropĂ€er, Ukrainer und US-Vertreter in Paris ĂŒber ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs. Frankreich zeigt sich zufrieden - und macht eine AnkĂŒndigung. Auch Moskau wird informiert.

Frankreich zeigt sich nach den Pariser GesprĂ€chen ĂŒber ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zufrieden. ÉlysĂ©e-Kreise sprachen im Anschluss von einem «exzellenten Austausch». Die Ukraine, die USA und die EuropĂ€er teilten das gleiche Ziel, nĂ€mlich möglichst schnell einen soliden Frieden zu erreichen und den Respekt der Grundrechte der Ukraine garantieren zu können. Französischen Angaben zufolge war es das erste Mal, dass Ukrainer, EuropĂ€er und Amerikaner gemeinsam fĂŒr GesprĂ€che ĂŒber einen Frieden in der Ukraine zusammenkamen.

Schon nÀchste Woche soll in London weiter geredet werden

Seit dem Morgen hatten sich im Pariser ÉlysĂ©e-Palast US-Vertreter, UnterhĂ€ndler der Ukraine und Berater der französischen, britischen und deutschen Regierung in verschiedenen Formaten ausgetauscht. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron telefonierte nach den GesprĂ€chen mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj. Bereits vor seinem Treffen mit dem Sondergesandten von US-PrĂ€sident Donald Trump, Steve Witkoff, und US-Außenminister Marco Rubio hatte Macron mit Selenskyj gesprochen. 

Selenskyj dankte am Abend in seinem Nachrichtenkanal bei Telegram Macron fĂŒr seine BemĂŒhungen. Bei einem GesprĂ€ch mit Journalisten kritisierte er aber, dass Witkoff nach seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin vorige Woche in St. Petersburg russische Positionen vertrete. Er betonte, dass die ukrainische Delegation in Paris nur das Mandat gehabt habe, ĂŒber eine Waffenruhe zu sprechen - aber nicht ĂŒber den von Moskau geforderten Verzicht auf Gebiete.

Nach französischen Angaben kamen bei den verschiedenen GesprĂ€chen alle wichtigen Punkte auf den Tisch, die Teil eines Friedensabkommens sein sollten. Der Austausch sei sehr strategisch gewesen. Schon in der kommenden Woche sollen EuropĂ€er, Ukrainer und US-Vertreter im gleichen Format zusammenkommen, hieß es aus Paris.

Aus Deutschland war der außen- und sicherheitspolitische Berater der geschĂ€ftsfĂŒhrenden Bundesregierung, Jens Plötner, an einigen der GesprĂ€che beteiligt. Aus der Ukraine kam unter anderem der Chef der Kiewer PrĂ€sidialverwaltung, Andrij Jermak, und Außenminister Andrij Sybiha.

Unterschiedliche AnsÀtze an einem Tisch

Mit Spannung verfolgt wurden die zahlreichen GesprĂ€chsrunden in Paris, weil dort Vertreter sehr unterschiedlicher AnsĂ€tze fĂŒr ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs aufeinandertrafen. US-PrĂ€sident Trump will ein rasches Ende des Krieges und eine WiederannĂ€herung zwischen den USA und Russland. Trump und Witkoff haben nach Kontakten mit Putin betont, dass dieser ihrem Eindruck nach Frieden wolle. Sie sind eher geneigt, die Ukraine unter Druck zu setzen.

Frankreich verfolgt dagegen wie Großbritannien und andere europĂ€ische LĂ€nder den Ansatz, die Ukraine vor Verhandlungen möglichst stark zu machen und sie militĂ€risch zu unterstĂŒtzen.

Rubio informiert Moskauer Kollegen Lawrow ĂŒber GesprĂ€che

US-Außenminister Rubio informierte nach Angaben des russischen Außenministeriums seinen Moskauer Kollegen Sergej Lawrow ĂŒber die GesprĂ€che in Paris. Lawrow bekrĂ€ftigte die Bereitschaft Russlands, die Zusammenarbeit mit den US-Kollegen fortzusetzen, «um die Grundursachen der Krise in der Ukraine zuverlĂ€ssig zu beseitigen», wie das Ministerium in Moskau am Abend mitteilte. Beide Minister hĂ€tten vereinbart, in Kontakt zu bleiben – auch mit Blick auf das Treffen der Amerikaner und EuropĂ€er mit der ukrainischen Seite kommende Woche in London.

@ dpa.de