Geiselnahme, GefÀngnis

Geiselnahme in russischem GefÀngnis blutig beendet

23.08.2024 - 18:20:07

Stundenlang halten Gefangene in einer russischen Strafanstalt ihre WĂ€rter als Geiseln gefangen. Am Ende greifen Spezialeinheiten ein. HĂ€ngt der Aufstand mit einem frĂŒheren Anschlag zusammen?

  • Bei dem Gefangenenaufstand kam es zu mehreren Toten und Verletzten. - Foto: Uncredited/Russian Rosguardia (National Guard) Telegram Channel/AP/dpa

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  • Womöglich ist der Gefangenenaufstand eine Reaktion auf Ereignisse rund um den Anschlag auf die Veranstaltungshalle Crocus City Hall. - Foto: Uncredited/AP/dpa

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Bei dem Gefangenenaufstand kam es zu mehreren Toten und Verletzten. - Foto: Uncredited/Russian Rosguardia (National Guard) Telegram Channel/AP/dpaWomöglich ist der Gefangenenaufstand eine Reaktion auf Ereignisse rund um den Anschlag auf die Veranstaltungshalle Crocus City Hall. - Foto: Uncredited/AP/dpa

Bei einem Gefangenenaufstand mit Geiselnahme in einer russischen Haftanstalt fĂŒr Schwerverbrecher sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die vier Geiselnehmer seien durch ScharfschĂŒtzen getötet und die als Geiseln gehaltenen WĂ€rter befreit worden, teilte die Nationalgarde zu dem Vorfall in der Stadt Surowikino im Gebiet Wolgograd. Nach Angaben der GefĂ€ngnisbehörde sind zudem drei Geiseln ums Leben gekommen. Vier Personen, drei WĂ€rter und ein Gefangener sind demnach zudem von den Geiselnehmern verletzt worden, konnten aber fliehen.

«Zwei Verletzte sind in kritischem Zustand», teilte der Chef der regionalen Gesundheitsbehörde, Anatoli Sebeljew, mit. Die MĂ€nner hĂ€tten Stich- und Schnittwunden in der Auseinandersetzung mit den Geiselnehmern davongetragen. Der Vorfall ereignete sich bei einer Sitzung der Disziplinarkommission des HochsicherheitsgefĂ€ngnisses. Wie die HĂ€ftlinge an Stichwaffen gelangen und die WĂ€rter ĂŒberwĂ€ltigen konnten, ist noch unklar.

Nach Angaben kremlnaher TelegramkanĂ€le könnten die Geiselnehmer Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben. Einer der Angreifer erklĂ€rte in einem Video seine Aktion als Rache. Er habe damit die Folter an den VerdĂ€chtigen im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf das Moskauer Veranstaltungszentrum Crocus City Hall rĂ€chen wollen. Bei dem Anschlag im MĂ€rz waren ĂŒber 100 Menschen ums Leben gekommen. Als die TatverdĂ€chtigen gefasst und spĂ€ter dem Gericht vorgefĂŒhrt wurden, wiesen sie Folterspuren auf. 

Die Staatsanwaltschaft hat wegen der Geiselnahme ein Strafverfahren eingeleitet. Nach Angaben aus dem Kreml hat sich Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin ĂŒber den Verlauf der Geiselnahme unterrichten lassen.

@ dpa.de