Syriens, Regierungschef

Syriens Regierungschef an FlĂŒchtlinge: «Kommen sie zurĂŒck!»

11.12.2024 - 09:37:40

Syrien bereitet sich nach dem Sturz von PrĂ€sident Assad auf einen Machtwechsel vor. Der neue MinisterprĂ€sident, der bis MĂ€rz amtieren soll, richtet einen Appell an syrische FlĂŒchtlinge im Ausland.

Nach dem Umsturz in Syrien ruft der neue Regierungschef Mohammed al-Baschir syrische FlĂŒchtlinge in aller Welt auf, in ihre Heimat zurĂŒckzukehren. «Mein Appell richtet sich an alle Syrer im Ausland: Syrien ist jetzt ein freies Land, das seinen Stolz und seine WĂŒrde wiedererlangt hat. Kommen Sie zurĂŒck!», sagte al-Baschir in einem Interview der italienischen Zeitung «Corriere della Sera».

Nach dem Ende der jahrzehntelangen Herrschaft der Assad-Familie muss nun nach den Worten al-Baschirs, der zunĂ€chst bis MĂ€rz amtieren soll, erst einmal Sicherheit und StabilitĂ€t in allen StĂ€dten Syriens wiederhergestellt werden, damit die Menschen zum normalen Leben zurĂŒckkehren können. Es sei dann eines seiner wichtigsten Ziele, dem Land zu einem Aufschwung zu verhelfen. Dabei könnten RĂŒckkehrer nach Syrien mit ihrer Erfahrung eine wichtige Rolle spielen. «Wir mĂŒssen unser Land wieder aufbauen und auf die Beine bringen, und wir brauchen die Hilfe aller», sagte er.

Al-Baschir war zuvor Regierungschef in der Rebellenhochburg Idlib, von der aus die Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) von Ahmed al-Scharaa, der zuvor unter seinem Kampfnamen Abu Mohammed al-Dschulani auftrat, ihre Offensive gestartet hatte, die zum Sturz von Baschar al-Assad fĂŒhrte. BefĂŒrchtungen von Kritikern, die HTS könne einen zu starken islamistischen Einfluss auf das restliche Syrien haben, versuchte al-Baschir auszurĂ€umen. 

«Das falsche Verhalten einiger islamistischer Gruppen hat dazu gefĂŒhrt, dass viele Menschen, vor allem im Westen, Muslime mit Terrorismus und den Islam mit Extremismus verbinden», sagte er. Dies sei jedoch eine falsche Darstellung. Er beteuerte, die Rechte aller Menschen in Syrien garantieren zu wollen.

Auf die Außenpolitik angesprochen sagte al-Baschir, er und seine Übergangsregierung hĂ€tten «keine Probleme mit Staaten, Parteien oder Sekten, die sich von Assads blutrĂŒnstigem Regime distanziert haben». Die Frage, ob dies bedeute, dass er sich vom Iran, Russland und der Hisbollah distanzieren und mit Israel Frieden schließen wolle, beantwortete al-Baschir nicht.

Al-Baschir war nach dem Sturz von Baschar al-Assad mit der Bildung einer neuen syrischen Regierung beauftragt worden. Seine Übergangsregierung soll nach seinen Worten bis MĂ€rz die GeschĂ€fte fĂŒhren.

@ dpa.de