Myanmar, MilitÀr

Massenamnestie in Myanmar: FrĂŒherer PrĂ€sident kommt frei

17.04.2026 - 08:57:12 | dpa.de

Tausende HĂ€ftlinge dĂŒrfen Myanmars GefĂ€ngnisse verlassen - darunter ĂŒberraschend auch der frĂŒhere PrĂ€sident Win Myint. Gibt es auch Hoffnung fĂŒr FriedensnobelpreistrĂ€gerin Aung San Suu Kyi?

  • Der frĂŒhere PrĂ€sident kam völlig ĂŒberraschend fĂŒnf Jahre nach dem Putsch frei. (Archivbild) - Foto: Aung Shine Oo/AP/dpa
  • Ob es nun auch Hoffnung auf eine Freilassung von Aung San Suu Yki gibt, ist unklar. (Archivbild) - Foto: Peter Dejong/AP/dpa
  • Vor dem Insein-GefĂ€ngnis warteten zahlreiche Angehörige. - Foto: Thein Zaw/AP/dpa
  • Die Freude bei den Angehörigen war groß. - Foto: Thein Zaw/AP/dpa
  • Das frĂŒhere Birma versinkt seit dem Putsch ins Chaos und Gewalt - viele Gegner wurden vom MilitĂ€r inhaftiert. - Foto: Thein Zaw/AP/dpa
Der frĂŒhere PrĂ€sident kam völlig ĂŒberraschend fĂŒnf Jahre nach dem Putsch frei. (Archivbild) - Foto: Aung Shine Oo/AP/dpa Ob es nun auch Hoffnung auf eine Freilassung von Aung San Suu Yki gibt, ist unklar. (Archivbild) - Foto: Peter Dejong/AP/dpa Vor dem  Insein-GefĂ€ngnis warteten zahlreiche Angehörige. - Foto: Thein Zaw/AP/dpa Die Freude bei den Angehörigen war groß. - Foto: Thein Zaw/AP/dpa Das frĂŒhere Birma versinkt seit dem Putsch ins Chaos und Gewalt - viele Gegner wurden vom MilitĂ€r inhaftiert. - Foto: Thein Zaw/AP/dpa

Der frĂŒhere PrĂ€sident von Myanmar, Win Myint, ist im Zuge einer Massenamnestie der MilitĂ€rjunta ĂŒberraschend freigelassen worden. Anlass sei das traditionelle Neujahrsfest des Landes, zu dem die FĂŒhrung fast 4.500 Gefangene begnadigt hat, darunter auch AuslĂ€nder, wie staatsnahe Medien berichteten.

Win Myint war nach dem MilitĂ€rputsch am 1. Februar 2021 gemeinsam mit der damaligen Regierungschefin Aung San Suu Kyi festgenommen worden. SpĂ€ter verurteilte ihn ein Gericht wegen angeblicher Vergehen zu mehr als neun Jahren Haft. Auch FriedensnobelpreistrĂ€gerin Suu Kyi (80) wurde zu einer langjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt. Ob es fĂŒr sie ebenfalls Hoffnung auf eine Freilassung gibt, war zunĂ€chst unklar.

Kommt Suu Kyi in Hausarrest?

Ein Korrespondent des Senders Channel News Asia berichtete unter Berufung auf eine Quelle, dass vor Suu Kyis Haus die Sicherheitsvorkehrungen verstĂ€rkt worden seien - ein möglicher Hinweis darauf, dass sie eventuell vom GefĂ€ngnis in den Hausarrest verlegt werden könnte. Die Behörden ordneten zudem eine Verringerung der Haftzeit vieler Gefangener um ein Sechstel an. FĂŒr die frĂŒhere Freiheitsikone bedeutete dies, dass sie aber immer noch mehr als 22 Jahre in Gefangenschaft verbringen mĂŒsste.

Preisgekrönte Filmemacherin ebenfalls frei

Insgesamt wurden rund 4.300 Gefangene sowie 179 auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger freigelassen. Vor dem berĂŒchtigten Insein Prison in der grĂ¶ĂŸten Stadt Yangon (frĂŒher: Rangun) warteten Hunderte Angehörige auf Nachrichten ĂŒber ihre inhaftierten Familienmitglieder. Unter den Entlassenen soll sich auch die preisgekrönte Dokumentarfilmerin Shin Daewe (53) befinden, die 2024 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, wie verschiedene Medien in dem Krisenland berichteten. 

In den vergangenen Jahren hat die Junta anlĂ€sslich wichtiger Feiertage bereits mehrfach Tausende HĂ€ftlinge freigelassen. Die jĂŒngste Amnestie erfolgte in einer Phase politischer UmbrĂŒche: Im Dezember und Januar hatten die GenerĂ€le eine international umstrittene Parlamentswahl durchfĂŒhren lassen, aus der wie erwartet die vom MilitĂ€r unterstĂŒtzte und faktisch konkurrenzlose «Union Solidarity and Development Party» (USDP) als Sieger hervorging. 

Armeechef jetzt PrÀsident

Anfang April hatte das vom MilitÀr kontrollierte Parlament Armeechef Min Aung Hlaing zum PrÀsidenten gewÀhlt. Kritiker und internationale Beobachter sehen darin jedoch keinen echten demokratischen Prozess, sondern eine Inszenierung zur Festigung der MilitÀrmacht.

Seit dem Putsch befindet sich Myanmar in einer schweren Krise. Das MilitÀr hatte damals die gewÀhlte Regierung entmachtet, was landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt auslöste. Seither prÀgen Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land.

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