Texas-Senatswahl: Trump wirbt erneut für Ken Paxton
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 03:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-Präsident Donald Trump hat bei einer Wahlkampfveranstaltung in San Antonio erneut für den republikanischen Senatskandidaten Ken Paxton geworben.
Trump fordert Stimmen für Paxton
„Stimmt für Ken. Bringt ihn da rein“, sagte Trump und betonte, die Wahl sei „so wichtig“ und „entscheidend“. Während seiner Rede wurde der Präsident wiederholt von Protesten unterbrochen; die Polizei führte mehrere Personen ab.
Für Trump war es bereits der dritte Besuch in Texas innerhalb eines Monats. Die Häufung der Auftritte unterstreicht die Bedeutung des Rennens für die Republikaner, die den Senatssitz in dem traditionell konservativen Bundesstaat verteidigen wollen.
Demokrat Talarico in mehreren Umfragen vorn
Mehrere Umfragen sahen zuletzt den Demokraten James Talarico vor Paxton. Sollte Talarico gewinnen, wäre er der erste Demokrat aus Texas seit mehr als drei Jahrzehnten, der in den US-Senat einzieht.
Trump warb in San Antonio zugleich mit einer Botschaft, die er auf seiner aktuellen Wahlkampftour verbreitet: Die Wähler sollten sich vorstellen, dass er selbst auf dem Stimmzettel stehe. Damit will er offenbar republikanische Anhänger mobilisieren und die Wahl zu einem Votum über seine Präsidentschaft machen.
Paxton unter Druck
Das Nachrichtenportal Axios berichtete über eine Audioaufnahme eines Treffens hinter verschlossenen Türen im vergangenen Monat. Darauf soll Paxton vor Spendern und Lobbyisten erklärt haben, Trumps Krieg gegen den Iran und die dadurch gestiegenen Spritpreise erschwerten seinen Wahlkampf. Der Krieg ist in den USA unpopulär; auch Trumps Zustimmungswerte sind seit längerem niedrig.
Entscheidung am 3. November
Am 3. November wählen die US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner bei den Zwischenwahlen rund ein Drittel der Senatorinnen und Senatoren sowie das gesamte Repräsentantenhaus neu. Die Republikaner verfügen derzeit in beiden Kongresskammern über eine knappe Mehrheit.
Verlieren sie eine der beiden Kammern, müsste Trump mit deutlich stärkerem Widerstand gegen seine Politik rechnen.
Texas als möglicher Schlüsselstaat
Texas gilt auf Bundesebene seit Jahrzehnten als republikanische Hochburg. In den großen Städten Austin, Dallas, San Antonio und Houston sind demokratische Kandidaten jedoch stark verankert. Ein Sieg James Talaricos wäre deshalb politisch besonders bedeutsam: Seit 1988 hat kein Demokrat aus Texas einen Sitz im US-Senat gewonnen.
Das Rennen besitzt zudem strategisches Gewicht für die Mehrheitsverhältnisse in Washington. Bei den Zwischenwahlen am 3. November werden rund ein Drittel der Senatssitze und alle Mandate im Repräsentantenhaus neu vergeben. Eine republikanische Niederlage in einer traditionell sicheren Bastion könnte die Demokraten ihrem Ziel näherbringen, in mindestens einer Kongresskammer die Kontrolle zu übernehmen.
Hoher finanzieller und politischer Einsatz
Der Wahlkampf zeigt, wie stark nationale Akteure in den texanischen Senatswettbewerb eingreifen. Für das Rennen wurden bereits hohe zweistellige Millionensummen aufgebracht; zusätzlich fließt Geld in Fernsehwerbung und negative Kampagnen. Trump versucht mit persönlichen Auftritten, republikanische Wähler zu mobilisieren und Paxton als seinen Kandidaten zu stärken.
Für Paxton kann diese Unterstützung zugleich eine Belastung sein, wenn die Wahl stärker als Abstimmung über Trumps Politik wahrgenommen wird. Die im dpa-Bericht genannten Proteste und die Debatte über Krieg und gestiegene Spritpreise zeigen, dass der Wahlkampf über den Bundesstaat hinaus von der innen- und außenpolitischen Bilanz des Präsidenten geprägt wird.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Bericht ordne das Senatsrennen als möglichen historischen Wendepunkt ein und schreibe, Talarico liege in den meisten Umfragen vor Paxton. Anders als die dpa-Meldung konzentriere sich der Artikel auf Talaricos politischen Hintergrund, die Finanzströme im Wahlkampf und die Wirkung von Negativwerbung; offen bleibe, ob der Vorsprung bis zum Wahltag halte.
Medienübergreifend werde damit bestätigt, dass Texas ungewöhnlich umkämpft sei und der Ausgang über den einzelnen Senatssitz hinaus Bedeutung für die Mehrheitsverhältnisse habe. Der Schwerpunkt unterscheide sich jedoch: Die dpa-Meldung stelle Trumps wiederholte Wahlkampfhilfe und die Proteste in San Antonio heraus, während der Tagesspiegel die Kandidatenprofile und die nationale Dimension des Rennens betone.
