Texas-Wahl, James Talarico

Texas-Wahl: Demokraten gewinnen Senatssitz und Gouverneursamt

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 08:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Demokraten gewinnen in Texas erstmals seit Jahrzehnten den Senatssitz und stellen künftig die Gouverneurin. Der Ausgang beendet eine lange republikanische Vorherrschaft und trifft auch Donald Trump.

Texas verliert republikanische Machtbasis

  • James Talarico setzte sich gegen den Republikaner Ken Paxton um den Senatssitz durch.
  • Gina Hinojosa besiegte Amtsinhaber Greg Abbott bei der Gouverneurswahl.
  • Hinojosa wird die erste Latina an der Spitze des Bundesstaats Texas.
  • Die Demokraten fügten US-Präsident Donald Trump und seinen Republikanern in Texas eine bittere Niederlage zu. - Bild: Eric Gay/AP/dpa
  • James Talarico triumphierte im Rennen um den Senatssitz. - Bild: Eric Gay/AP/dpa
  • Gina Hinojosa wird die erste Latina an der Spitze des Bundesstaates. - Bild: Ashley Landis/AP/dpa
Die Demokraten fügten US-Präsident Donald Trump und seinen Republikanern in Texas eine bittere Niederlage zu. - Bild: Eric Gay/AP/dpa James Talarico triumphierte im Rennen um den Senatssitz. - Bild: Eric Gay/AP/dpa Gina Hinojosa wird die erste Latina an der Spitze des Bundesstaates. - Bild: Ashley Landis/AP/dpa

Demokraten übernehmen Senatssitz und Gouverneursamt in Texas

Die Demokraten haben bei den Midterm-Wahlen in Texas erstmals seit Jahrzehnten den Senatssitz gewonnen und zugleich die Gouverneurswahl für sich entschieden. James Talarico setzte sich gegen den Republikaner Ken Paxton durch, während Gina Hinojosa den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott besiegte.

Hinojosa wird erste Latina an der Staatsspitze

Die 52-jährige Hinojosa wird damit die erste Latina an der Spitze des südlichen US-Bundesstaats. Menschen mit lateinamerikanischen Wurzeln stellen knapp 41 Prozent der Bevölkerung in Texas.

Die Demokraten eroberten zudem weitere wichtige Ämter in der Landespolitik. Hinojosa hatte Abbott im Wahlkampf vorgeworfen, mit einer offenen Tür für Rechenzentren die Interessen der Technologieindustrie über die Sorgen der Bevölkerung zu stellen.

Talarico spricht von Rückeroberung

Der 37-jährige Talarico sagte am Wahlabend: „Wir haben gerade Texas zurückerobert.“ Er verwies auf einen Sieg gegen Donald Trump, Elon Musk und das politische Establishment in Washington.

Talarico war früher Lehrer und wurde 2018 erstmals in das Repräsentantenhaus von Texas gewählt. Im Wahlkampf versprach er, in Washington für ein bezahlbares Leben zu kämpfen, und griff Paxton als Symbol eines korrupten Systems an.

Trump gibt Abbott die Schuld

Trump hatte Paxton im Wahlkampf unterstützt und war dafür mehrfach nach Texas gereist. Musk unterstützte Paxton mit gut 150 Millionen US-Dollar.

Nach dem Ergebnis distanzierte sich Trump von Abbott. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, Abbott hätte die Wahl nicht verloren, wenn er nicht zum „RINO“ geworden wäre. Seit 1995 hatten stets Republikaner das Gouverneursamt in Texas inne.

Konservativer Bundesstaat vor neuem Machtkampf

Der Wahlausgang beendet die lange republikanische Vorherrschaft in Texas, verändert aber nicht automatisch die konservative Grundprägung des Bundesstaats. Die künftige Regierung muss sich unter anderem an ihren Positionen zu Rechenzentren, steigenden Lebenshaltungskosten und der wirtschaftlichen Entwicklung messen lassen.

Der Wahlausgang in Texas markiert einen tiefen Einschnitt in der politischen Geschichte des Bundesstaats. Seit 1995 hatten Republikaner das Gouverneursamt gehalten; im Senat war seit 1988 kein Demokrat aus Texas vertreten. Der gleichzeitige Erfolg von James Talarico und Gina Hinojosa durchbricht damit zwei besonders langlebige republikanische Serien.

Der Wandel bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Texas seine konservative Prägung verliert. Der Bundesstaat verbindet eine große lateinamerikanische Bevölkerung mit traditionell republikanischen Positionen bei Einwanderung, Waffenrecht und Kulturthemen. Für die Demokraten wird entscheidend sein, ob sie die neue Unterstützung über einzelne Kandidaten und die Unzufriedenheit mit Donald Trump hinaus in eine dauerhafte Landesorganisation überführen können.

Folgen für Trump und die Republikaner

Für Trump ist das Ergebnis besonders einschneidend, weil er Texas 2024 mit 56 Prozent gewonnen hatte und sich im Senatswahlkampf ausdrücklich für Ken Paxton eingesetzt hatte. Sein anschließender Angriff auf Greg Abbott zeigt, dass die Niederlage innerhalb der Republikanischen Partei sofort zur Schuldzuweisung führte.

Hinojosas Wahlkampf gegen die Priorisierung von Milliardären und Rechenzentren verweist zugleich auf einen konkreten Konflikt über die wirtschaftliche Entwicklung des Bundesstaats. Texas bleibt ein Zentrum von Öl-, Technologie- und Raumfahrtindustrie. Künftige Auseinandersetzungen dürften deshalb neben klassischen Kulturkampfthemen auch Stromversorgung, Wohnkosten, Infrastruktur und den Umgang mit großen Technologieprojekten betreffen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Zwischenwahlen in den USA: Demokratin Hinojosa besiegt Abbott“ (04.11.2026)

Der Beitrag bestätige den doppelten Erfolg der Demokraten in Texas: James Talarico übernehme den Senatssitz, Gina Hinojosa werde Gouverneurin. Der Schwerpunkt liege damit auf dem Durchbruch in beiden zentralen Landesämtern.

n-tv: „Demokrat erobert Senatssitz in Republikaner-Hochburg Texas“ (04.11.2026)

Der Artikel konzentriere sich auf Talaricos Sieg gegen den von Trump unterstützten Ken Paxton und ordne ihn als Erfolg in einer republikanischen Hochburg ein. Anders als die Frankfurter Rundschau rücke n-tv vor allem die nationale Bedeutung des Senatsrennens und Trumps Niederlage in den Mittelpunkt.

Beide Beiträge stimmten im Kern beim demokratischen Erfolg überein. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung: Im einen Fall stehe der Machtwechsel in Texas insgesamt im Vordergrund, im anderen der Senatssitz und die Verbindung zur Politik Donald Trumps.

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