Treibhausgase, USA

USA streichen EinschÀtzung zu Gefahren von Treibhausgasen

12.02.2026 - 21:10:41

Treibhausgase gefÀhrden die öffentliche Gesundheit - diese wissenschaftliche EinschÀtzung ist in den USA seit Jahren Grundlage im Kampf gegen Luftverschmutzung. Die Umweltbehörde Àndert das nun.

Die US-Umweltbehörde EPA unter der Regierung von PrĂ€sident Donald Trump nimmt ihre wissenschaftliche EinschĂ€tzung zu den Gefahren von Treibhausgasen zurĂŒck. «Wir heben offiziell das sogenannte Endangerment Finding auf», sagte Trump im Weißen Haus. Es handele sich um die «grĂ¶ĂŸte Deregulierungsmaßnahme in der amerikanischen Geschichte». 

Die USA sind nach EPA-Angaben von 2020 nach China die zweitgrĂ¶ĂŸten Verursacher von Treibhausgas. Auf Platz drei und vier folgen demnach Indien und die EuropĂ€ische Union. Treibhausgase gelten als Haupttreiber des menschengemachten Klimawandels. 

Beim «Endangerment Finding» geht es um eine wissenschaftliche Feststellung der Umweltbehörde aus der Amtszeit von Trumps demokratischem VorgĂ€nger Barack Obama, wonach Treibhausgase eine Gefahr fĂŒr die öffentliche Gesundheit und das Wohlergehen darstellen. EPA-Leiter Lee Zeldin hatte bereits im Sommer vergangenen Jahres angekĂŒndigt, dass die GefĂ€hrdungsfeststellung zurĂŒckgenommen werden soll. Er kritisierte nun, das «Endangerment Finding» habe den «amerikanischen Traum reguliert und ins Visier genommen.»

UrsprĂŒnglich hatte die EPA 2009 sechs Treibhausgase auf Basis zahlreicher wissenschaftlicher Studien als Luftverschmutzung und GefĂ€hrdung der Gesundheit von Menschen eingestuft. Dies war die Grundlage dafĂŒr, dass die Umweltbehörde die Gase laut einem zentralen Luftreinhaltegesetz ĂŒberhaupt regulieren darf. Der «Clean Air Act» gibt der EPA die Befugnis, Begrenzungen fĂŒr Schadstoffe in der Luft einzufĂŒhren und QualitĂ€tsstandards festzulegen. Das «Endangerment Finding» war damit zentral fĂŒr viele Klimaschutzmaßnahmen in den USA. 

Obama meldet sich mit Kritik zu Wort 

Der frĂŒhere PrĂ€sident Obama kritisierte, dass die USA unter der FĂŒhrung von Trump die GefĂ€hrdungsfeststellung aufgehoben haben. «Ohne sie werden wir weniger sicher, weniger gesund und weniger in der Lage sein, den Klimawandel zu bekĂ€mpfen – und das alles, damit die fossile Brennstoffindustrie noch mehr Geld verdienen kann», schrieb er auf der Plattform X. 

Bedeutung von Treibhausgasen fĂŒr den Klimawandel

Seit dem spĂ€ten 19. Jahrhundert haben Treibhausgase laut Forschung zu einem deutlichen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur gefĂŒhrt. Dieser wirkt sich dem Weltklimarat IPCC zufolge in allen Weltregionen aus – etwa durch hĂ€ufigere und heftigere Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen, Hitzewellen oder DĂŒrren.

Um dem entgegenzuwirken, mĂŒsste der Ausstoß klimaschĂ€dlicher Treibhausgase schnell und deutlich sinken. Außerdem mĂŒssten große Mengen bereits ausgestoßener Gase wieder aus der AtmosphĂ€re entfernt werden. 

Die US-Regierung kĂŒrzt seit Trumps Amtsantritt allerdings rigoros Mittel fĂŒr Klimaschutz und Forschung - etwa zum Thema globale ErwĂ€rmung. Im Januar waren die Vereinigten Staaten zudem offiziell aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten. 2015 hatten rund 200 Staaten darin vereinbart, die ErderwĂ€rmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen – und möglichst auf nur 1,5 Grad. Damit sollen die schlimmsten Folgen der Klimakrise vermieden werden.

Trump lockert auch andere klimafreundliche Vorgaben

Bereits im Dezember hatte Trump Lockerungen bei Vorgaben angekĂŒndigt, wie viel Kraftstoff Autos und leichte Nutzfahrzeuge in den Vereinigten Staaten kĂŒnftig verbrauchen dĂŒrfen. Die bisherigen Richtlinien sahen vor, dass im Flottendurchschnitt des Modelljahres 2031 eine Gallone Kraftstoff fĂŒr rund 50 Meilen ausreichen muss. Das entspricht etwa 4,7 Litern pro 100 Kilometer. Stattdessen solle nun ein Wert von nur 34,5 Meilen pro Gallone angepeilt werden - also etwa 6,8 Liter auf 100 Kilometer. 

Die strengeren Vorschriften des Ex-PrĂ€sidenten Joe Biden sollten Verbraucher durch niedrigeren Kraftstoff-Verbrauch finanziell entlasten und zugleich die Umwelt besser schĂŒtzen. Autohersteller mussten indes mehr Geld ausgeben, um den neuen Standards gerecht zu werden.

@ dpa.de

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