Slowenien, PalÀstina

Auch Slowenien erkennt PalÀstina als Staat an

05.06.2024 - 04:23:09

Trotz aller Proteste der israelischen Regierung erkennt ein weiteres EU-Land PalĂ€stina als souverĂ€nen Staat an. Der Schritt sei eine «Botschaft der Hoffnung und des Friedens», heißt es aus Ljubljana.

Wenige Tage nach Spanien, Irland und Norwegen hat mit Slowenien ein weiteres europĂ€isches Land PalĂ€stina als Staat anerkannt. «Liebes palĂ€stinensisches Volk, die heutige endgĂŒltige Entscheidung ist eine Botschaft der Hoffnung und des Friedens. Wir glauben, dass nur eine Zweistaaten-Lösung zu einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten fĂŒhren kann», zitierte das slowenische Außenministerium die Chefdiplomatin Tanja Fajon auf der Nachrichtenplattform X.

«Slowenien wird weiter unermĂŒdlich an der Sicherheit fĂŒr beide Nationen arbeiten, PalĂ€stinenser und Israelis.» PalĂ€stina wird bereits von etlichen LĂ€ndern als Staat anerkannt. Das gilt jedoch nicht fĂŒr die einflussreichsten westlichen Nationen wie die USA und Großbritannien sowie die Mehrzahl der EU-Staaten. Slowenien ist nach eigenen Angaben das 147. Land weltweit, das PalĂ€stina als souverĂ€nen Staat anerkennt. Israels Regierung hingegen hatte die Anerkennung des Staates PalĂ€stinas durch immer mehr LĂ€nder zuletzt als «Belohnung fĂŒr Terrorismus» verurteilt.

Der Anerkennung durch Slowenien war ein parlamentarisches RĂ€nkespiel in Ljubljana vorausgegangen. Die oppositionelle SDS-Partei von Ex-MinisterprĂ€sident Janez Jansa zog zunĂ€chst einen Antrag auf ein Referendum ĂŒber die Anerkennung PalĂ€stinas zurĂŒck und brachte dann einen neuen ein. Damit wollte die rechte Opposition die Abstimmung ĂŒber die von der Mitte-Links-Regierung vorgeschlagene Anerkennung im Parlament um mindestens 30 Tage verzögern.

Durch eine andere Interpretation der Verfahrensregeln sei es der Regierungskoalition allerdings gelungen, gestern noch eine Abstimmung anzusetzen, berichtete die Nachrichtenagentur STA. Der Vorschlag wurde schließlich einstimmig angenommen. Die rechte Opposition boykottierte die Abstimmung.

@ dpa.de