Selenskyj, Russland

Selenskyj erwartet Russland bei zweitem Friedensgipfel

15.07.2024 - 16:40:44 | dpa.de

Trotz der ĂŒberschaubaren Resultate des Friedensgipfels in der Schweiz im Juni will die Ukraine noch in diesem Jahr ein zweites Treffen organisieren. Diesmal auch mit russischen Vertretern.

Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Kiew - Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa
Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Kiew - Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Trotz Absage aus dem Kreml hat der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj seine Forderung nach einer Teilnahme Russlands an einem zweiten Friedensgipfel in diesem Jahr erneuert. «Ich meine, dass Vertreter Russlands auf dem zweiten Gipfel anwesend sein mĂŒssen», sagte Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Kiew. DafĂŒr erwarte er bis November einen ausgearbeiteten Plan zur Umsetzung seiner bereits 2022 vorgestellten sogenannten Friedensformel, die einen kompletten Abzug russischer Truppen vom ukrainischen Staatsgebiet vorsieht.

Es werde dazu vorher ein Treffen auf Minister- oder Beraterebene in Katar Ende Juli oder Anfang August zur Energiesicherheit geben, sagte Selenskyj. Des Weiteren werde es im August in der TĂŒrkei GesprĂ€che zur freien Seefahrt und damit der Nahrungsmittelsicherheit geben. ZusĂ€tzlich solle bei einem dritten Treffen in Kanada im August der Austausch von Gefangenen und die RĂŒckkehr der von Russland verschleppten Kinder diskutiert werden. 

Die Ukraine wehrt seit Februar 2022 eine russische Invasion ab. Russland verlangt fĂŒr einen Frieden vom Nachbarstaat die Abtretung von mehr als einem FĂŒnftel des ukrainischen Staatsgebiets. Ebenso solle die Ukraine sich fĂŒr neutral erklĂ€ren und damit auf den seit 2019 in der Verfassung verankerten Nato-Beitritt verzichten. Ohne russische Vertreter nahmen im Juni Vertreter von gut 100 Staaten und Organisationen an einem Friedensgipfel in der Schweiz teil. Dabei wurden mit Energie-, Nahrungsmittelsicherheit und dem Austausch von Gefangenen drei der zehn Punkte des Friedensplans von Selenskyj diskutiert. Moskau hatte den Gipfel als absurd bezeichnet.

 

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