Atomstreit, GesprÀche

Atomstreit: Weitere GesprÀche zwischen USA und Iran

11.05.2025 - 18:00:02

Trotz Differenzen setzen Teheran und Washington ihre Atomverhandlungen fort. Von einer Einigung sind beide Seiten noch weit entfernt, zumal der Iran nicht auf eigene Urananreicherung verzichten will.

Die vierte Runde der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran im Oman ist ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen - weitere GesprĂ€che sollen aber folgen. Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai bezeichnete das dreistĂŒndige GesprĂ€ch anschließend als «schwierig, aber nĂŒtzlich». Beide Seiten waren nach seinen Worten bemĂŒht, rationale und realistische Wege zur Überwindung der Differenzen zu finden. Eine weitere Verhandlungsrunde sei geplant und werde erneut vom Oman koordiniert.

Im Mittelpunkt des Streits ĂŒber Irans Atomprogramm steht die Frage der Nutzung: WĂ€hrend Teheran betont, ausschließlich zivile Zwecke zu verfolgen, befĂŒrchten Regierungen im Westen den Bau einer Atombombe. Iranische Politiker und Offiziere heizten die Debatte zuletzt mit Forderungen nach Atomwaffen zur militĂ€rischen Abschreckung an. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte dem Iran zuletzt mit einem Bombardement gedroht, sollte es keinen Deal geben. 

Am Verhandlungstisch saßen der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Irans Außenminister Abbas Araghtschi; der Golfstaat Oman vermittelte. «Die GesprĂ€che waren diesmal viel ernsthafter als die letzten Male und auch offener», sagte Araghtschi. Technische Kompromisse seien möglich, nicht aber ein vollstĂ€ndiger Verzicht auf die eigene Urananreicherung. Er sei zuversichtlich, dass es weitere Fortschritte geben werde, sagte er laut der Nachrichtenagentur Isna.

Teheran beteuert zwar immer wieder, kein eigenes Atomwaffenprogramm anzustreben, lehnt aber den von den USA geforderten Verzicht auf ein eigenes ziviles Nuklearprogramm - und insbesondere auf eine eigenstÀndige Urananreicherung - kategorisch ab. Bereits vor den Verhandlungen hatte Araghtschi klargestellt: «Wenn es nur um die Frage der Atomwaffen geht, können wir die Bedenken ausrÀumen und dann ist eine Einigung auch durchaus möglich. Aber ein Anreicherungsstopp ist nicht verhandelbar.» 

Trump hat Pakt 2018 selbst gekĂŒndigt 

2015 hatte der Iran im Wiener Atomabkommen nach langen Verhandlungen mit China, Russland, den USA, Frankreich, Deutschland und Großbritannien vereinbart, sein Nuklearprogramm einzuschrĂ€nken. Trump stieg jedoch 2018 einseitig aus dem Pakt aus und verhĂ€ngte neue, harte Sanktionen. Daraufhin hielt sich auch Teheran nicht mehr an die Auflagen des Abkommens. Nun will der US-PrĂ€sident einen neuen Deal.

Teheran hat Kompromissbereitschaft signalisiert, zu den technischen BeschrĂ€nkungen des Atomabkommens von 2015 zurĂŒckzukehren - allerdings nur, wenn die US-Sanktionen aufgehoben werden. Diese haben das Land in eine historische Finanzkrise gestĂŒrzt. Ohne Aufhebung der Sanktionen droht ein wirtschaftliches Chaos, das langfristig sogar zu Unruhen fĂŒhren könnte.

Neben dem Atomstreit geht es bei den Verhandlungen auch um die iranische Nahostpolitik, vor allem um die selbst ernannte Widerstandsachse gegen Erzfeind Israel sowie das Raketenprogramm. Noch hÀlt sich der Iran bei diesen Streitpunkten bedeckt, doch angesichts der wirtschaftlichen Notlage rechnen Beobachter auch hier mit ZugestÀndnissen Teherans.

@ dpa.de