Macron bleibt trotz Gaza-ErklÀrung «besorgt» wegen Hamas
13.10.2025 - 22:53:48Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron hat nach der Besiegelung der Waffenruhe im Gaza-Krieg vor einer anhaltenden Bedrohung durch die islamistische Hamas gewarnt. Es werde in den kommenden Wochen und Monaten TerroranschlĂ€ge und Destabilisierungen geben, sagte Macron vor seinem Abflug aus dem Ă€gyptischen Scharm el Scheich, wo er an der Zeremonie zum Abkommen zwischen der Hamas und Israel teilgenommen hatte.Â
«Ich bin noch immer besorgt, weil wir wissen, wie es bei terroristischen Gruppen lĂ€uft», antwortete Macron auf die Frage eines Journalisten, ob er besorgt sei, dass die Hamas das Machtvakuum im Gazastreifen ausfĂŒlle. «Eine Terrorgruppe mit Tausenden KĂ€mpfern, Tunneln und solcher Bewaffnung zerschlĂ€gt man nicht ĂŒber Nacht», ergĂ€nzte er. Macron forderte, eine Ă€uĂerst strenge internationale Ăberwachung einzurichten.
Entwaffnung der Hamas noch strittig
Zuvor soll US-PrĂ€sident Donald Trump wĂ€hrend seines Flugs nach Israel, wo er im Laufe des Tages eine Rede vor dem Parlament gehalten hatte, nach Angaben mitreisender Journalisten gesagt haben, dass seine Regierung der Hamas die Erlaubnis erteilt habe, sich vorĂŒbergehend erneut zu bewaffnen. Die Hamas versuche, nach Monaten des Kriegs wieder Ordnung herzustellen. Vor der Knesset sagte er hingegen, dass eine Vielzahl an Staaten im Nahen Osten die islamistische Terrororganisation entwaffnet sehen wolle.Â
Eine Entwaffnung der Hamas bleibt ein Streitpunkt beim Nahost-Friedensprozess. Sie ist in Trumps vorgeschlagenem Friedensplan fĂŒr die Region vorgesehen, genauso wie der komplette Abzug von Israels Armee aus dem Gazastreifen.
Macron dankte darĂŒber hinaus Trump und dem Ă€gyptischen PrĂ€sidenten Abdel Fattah al-Sisi dafĂŒr, dass PalĂ€stinenserprĂ€sident Mahmud Abbas zu dem Gipfeltreffen in Scharm el Scheich eingeladen war. Es sei «die Errungenschaft dieses Tages» gewesen, dass die palĂ€stinensische Autonomiebehörde in die nĂ€chsten Schritte eingebunden worden sei, stellte Macron fest. Dies sei die Voraussetzung dafĂŒr, dass die Interessen des Westjordanlands gewahrt blieben und dass die Perspektive einer Zweistaatenlösung erhalten bleibe. Macron setzt sich seit LĂ€ngerem mit Nachdruck fĂŒr eine Zweistaatenlösung ein.
Mit Zweistaatenlösung ist ein unabhÀngiger palÀstinensischer Staat gemeint, der friedlich Seite an Seite mit Israel existiert. Israels MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu lehnt eine Zweistaatenlösung ebenso ab wie die Hamas.


