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Netanjahu: Zahl verbleibender Geiseln rechtfertigt Vorgehen

11.02.2024 - 20:16:42

Trotz internationaler Kritik verteidigt der MinisterprÀsident das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen. Dabei argumentiert er auch mit den weiterhin von der Hamas festgehaltenen Geiseln.

Aus Sicht des israelischen MinisterprÀsidenten Benjamin Netanjahu rechtfertigt die Zahl der verbleibenden Geiseln Israels massives militÀrisches Vorgehen im Gazastreifen.

Auf die Frage, wie viele Geiseln nach Netanjahus Kenntnisstand noch am Leben sind, antwortete dieser in einem Interview mit dem US-Sender ABC News: «Ich denke genug, um unsere Anstrengungen zu rechtfertigen, die wir unternehmen.» Israel gebe sein Bestes, um alle lebenden Geiseln zurĂŒckzuholen, sagte Netanjahu, «und offen gestanden auch die Leichen». Darauf werde er aber nicht nĂ€her eingehen.

Die beiden Ziele, die Hamas zu besiegen und die Leben der Geiseln zu retten, schlössen sich nicht gegenseitig aus, sagte Netanjahu. MilitĂ€rischer Druck habe dazu gefĂŒhrt, dass bereits 110 Geiseln hĂ€tten befreit werden können. «Es erfordert Druck. Der Druck hat gewirkt. Und der Druck wird wieder wirken.»

Zahl der lebenden Geiseln unklar

Derzeit befinden sich noch 136 Menschen in der Gewalt der Hamas im Gazastreifen, von denen aber nach israelischen MilitĂ€rangaben mindestens rund 30 nicht mehr am Leben sein dĂŒrften. Die Zahl der Getöteten könnte nach Medienberichten aber inzwischen auch schon bei 50 liegen. Israel erklĂ€rt offiziell nur die fĂŒr tot, fĂŒr deren Tod es ĂŒber gesicherte Erkenntnisse verfĂŒgt - in dem Fall verstĂ€ndigt es dann die Familien.

Viele Angehörige werfen Netanjahu vor, die von internationalen Vermittlern gefĂŒhrten Verhandlungen zu torpedieren, die zu einer Waffenruhe im Krieg mit der Hamas und zu einem Austausch der Geiseln gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge fĂŒhren sollen. Netanjahu sagte, er sei sich nicht sicher, ob sich irgendjemand in die Lage der Familien hineinversetzen könne. «Aber auch die Familien können sich nicht in die Lage der EntscheidungstrĂ€ger hineinversetzen. Das sind zwei verschiedene Dinge.» 

Israelische PlĂ€ne fĂŒr eine MilitĂ€roffensive auf die Stadt Rafah im SĂŒden des Gazastreifens, wo Hunderttausende BinnenflĂŒchtlinge Schutz gesucht haben, waren in den vergangenen Tagen international auf Kritik gestoßen.

Terroristen der Hamas und anderer Gruppen hatten bei ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 1200 Menschen getötet und weitere 250 verschleppt. Israels MilitĂ€r geht seitdem mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive gegen die Hamas und ihre VerbĂŒndeten im Gazastreifen vor. 

@ dpa.de