Norwegen, Spanien

Norwegen, Spanien und Irland: PalÀstina als Staat anerkennen

28.05.2024 - 05:31:01

Trotz Protesten der israelischen Regierung wollen Spanien, Norwegen und Irland nun einen palÀstinensischen Staat anerkennen. Was sich die LÀnder davon erhoffen und wie Deutschland zu der Frage steht.

Inmitten des Gazakriegs wollen Norwegen, Spanien und Irland einen palĂ€stinensischen Staat anerkennen. Der Schritt war vergangene Woche angekĂŒndigt worden und soll nun umgesetzt werden. In Norwegen trat die Anerkennung bereits in der Nacht in Kraft, wie das norwegische Außenministerium zuvor bestĂ€tigte. Irland und Spanien wollen ebenfalls heute einen palĂ€stinensischen Staat anerkennen. Die Regierungen erhoffen sich davon mehr Bewegung fĂŒr eine Zweistaatenlösung.

«Man kann keine Zweistaatenlösung haben, wenn man nicht die Existenz beider Staaten anerkennt», sagte Irlands Regierungschef Simon Harris der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Sie wollten diese Hoffnung und dieses Ziel aufrechterhalten, wÀhrend andere versuchten, es in die Vergessenheit zu bomben.

Bundesregierung sieht noch offene Fragen

Etliche LĂ€nder erkennen PalĂ€stina als Staat an. Das gilt jedoch nicht fĂŒr die einflussreichsten westlichen Nationen wie die USA und Großbritannien sowie die Mehrzahl der EU-Staaten. Auch Deutschland plant nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) derzeit nicht, PalĂ€stina als eigenen Staat anzuerkennen.

Es gebe keine Klarheit ĂŒber das Staatsgebiet und andere Fragen, sagte Scholz vergangene Woche. Es sei «noch nicht so weit». Was stattdessen gebraucht werde, sei «eine verhandelte Lösung zwischen Israel und den PalĂ€stinensern, die auf eine Zweistaatenlösung hinauslĂ€uft».

«2.0 fĂŒr die Vision eines unabhĂ€ngigen PalĂ€stinas»

Norwegens Außenminister Espen Barth Eide ĂŒberreichte dem palĂ€stinensischen Premierminister Mohammad Mustafa bereits in BrĂŒssel ein Dokument, aus dem hervorgeht, dass Norwegen PalĂ€stina offiziell anerkennt.

Bei einem Treffen mit den Kollegen aus Spanien und Irland betonte Eide: «Mit dieser Anerkennung geben wir dem Prozess, der mit den Osloer VertrĂ€gen begann, eine neue Software. Es ist ein 2.0 fĂŒr die Vision eines unabhĂ€ngigen PalĂ€stinas.» Eide zufolge könnte es einer «Friedenslösung mehr Schwung verleihen», wenn weitere LĂ€nder dem Beispiel Norwegens folgen. Eine Zweistaatenlösung sei der einzige Weg zum Frieden.

In Spanien soll der Ministerrat die Anerkennung am Nachmittag bei einer Sitzung billigen. In Irland ist zunÀchst eine Kabinettssitzung geplant, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Nachmittags soll eine Diskussion im Parlament folgen.

Israel reagiert empört

Israels Regierung hatte empört auf die AnkĂŒndigung reagiert und die Botschafter der drei LĂ€nder ins Außenministerium einbestellt, um ihnen eine RĂŒge zu erteilen. Israel verkĂŒndete EinschrĂ€nkungen fĂŒr die Arbeit spanischer Diplomaten in dem Land. Die Spannungen zwischen beiden LĂ€ndern spitzten sich zu.

Der spanische Außenminister JosĂ© Manuel Albares kritisierte ein Video, das sein israelischer Kollege Israel Katz auf X gepostet hatte, als «skandalös» und «abscheulich». Es zeigt Aufnahmen des Terrorangriffs der islamistischen Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023, die immer wieder von Szenen eines Flamenco tanzenden Paares unterbrochen werden. In großen Lettern steht in dem Video: «HAMAS: GRACIAS ESPAÑA» («Hamas: Danke Spanien»). «Niemand wird uns einschĂŒchtern, und wir werden uns auch nicht auf Provokationen einlassen, die uns vom Weg des Friedens abbringen», sagte Albares zuletzt.

@ dpa.de