Stichwahl entscheidet ĂŒber kĂŒnftigen Staatschef in Liberia
25.10.2023 - 03:16:31Im westafrikanischen Liberia kommt es zu einer Stichwahl zwischen PrĂ€sident und Ex-WeltfuĂballer George Weah sowie dessen Herausforderer Joseph Boakai. Amtsinhaber Weah lag gestern nach AuszĂ€hlung aller Stimmen mit einer hauchdĂŒnnen Mehrheit von 43,83 Prozent vor Boakai mit 43,44 Prozent, wie die Wahlkommission in der Hauptstadt Monrovia mitteilte. Da kein Bewerber die absolute Mehrheit erhielt, wurde fĂŒr den 14. November eine Stichwahl zwischen den beiden stimmenstĂ€rksten Kandidaten angesetzt.
Die Wahlbeteiligung habe mit fast 79 Prozent der mehr als 2,4 Millionen registrierten WĂ€hlerinnen und WĂ€hler einen Rekord erreicht, teilte die Wahlkommission weiter mit. Bei der Wahl am 10. Oktober waren 20 Kandidaten angetreten. Nach Angaben der Behörde waren rund 10.000 nationale und internationale Wahlbeobachter im Einsatz. Neun Wahlhelfer seien von der Polizei festgenommen worden, weil ihnen RegelverstöĂe bei der AuszĂ€hlung vorgeworfen wurden.
Korruptionsskandale ĂŒberschatten Wahl
Schon 2017 war es zu einer Stichwahl zwischen Weah von der Koalition fĂŒr Demokratischen Wechsel (CDC) und Boakai von der Partei fĂŒr Einheit (UP) gekommen. Boakei ging damals als VizeprĂ€sident der scheidenden PrĂ€sidentin und FriedensnobelpreistrĂ€gerin Ellen Johnson-Sirleaf ins Rennen. Weah siegte - und hofft nun auf eine zweite Amtszeit. Die Regierung des frĂŒheren FuĂballstars, der fĂŒr Spitzenclubs wie Paris Saint-Germain, AC Mailand und den FC Chelsea spielte, wird allerdings mit mehreren Korruptionsskandalen in Verbindung gebracht.
Der KĂŒstenstaat am Atlantik gehört trotz reicher BodenschĂ€tze zu den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt. Neben wirtschaftlichen Problemen bewegen vor allem Korruption und die schleppende Aufarbeitung der frĂŒheren BĂŒrgerkriegsverbrechen viele Liberianer. Zwischen 1989 und 2003 wurden rund 250.000 Menschen getötet. Die meisten Kriegsverbrecher blieben straffrei.


