Trump droht Demokraten nach Kongresswahl mit Ermittlungen
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 01:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSTrumps Vorwürfe und geplante Untersuchungen
- Trump wies Justizminister Todd Blanche an, Ermittlungen gegen Politiker der Demokratischen Partei aufzunehmen.
- Im Alaska-Rennen führt die Demokratin Mary Peltola knapp vor dem republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan.
- Senator Richard Blumenthal forderte unter anderem von World Liberty Financial Antworten bis zum 4. Januar.
Trump greift Demokraten nach Wahlniederlage an
Präsident Donald Trump schürt Zweifel am Ausgang der von seinen Republikanern haushoch verlorenen Kongresswahl und droht den siegreichen Demokraten wegen möglicher Untersuchungen seiner Verbündeten. Über Truth Social wies er Justizminister Todd Blanche an, Ermittlungen gegen Politiker der Demokratischen Partei aufzunehmen, deren Untersuchungspläne er als „Erpressung“ bezeichnete.
Trump ändert seinen Ton
Nach dem Erdrutsch-Sieg der Demokraten am Dienstag hatte Trump zunächst erklärt, das Ergebnis zu akzeptieren. Er hatte außerdem angekündigt, mit den Demokraten arbeiten zu können, die ab Januar Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat halten.
Am Freitag machte Trump jedoch den rechten Hardliner Stephen Miller zu seinem Stabschef. Miller gilt als Architekt von Trumps Politik der Massenabschiebungen; die Personalie wurde als Kampfansage an die Demokraten verstanden.
Streit um Senatssitz in Alaska
Am Samstag forderte Trump zudem, den republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan im noch offenen Rennen um einen Senatssitz in Alaska zum Sieger zu erklären. Auf den Stimmzetteln stand auch der als unabhängig angetretene Dan J. Sullivan, weshalb die Trump-Regierung bereits vor dem Wahltag auf eine mögliche Verwechslungsgefahr hingewiesen hatte.
Ein Richter wies den Versuch zurück, in die Wahl einzugreifen. Aktuell führt die Demokratin Mary Peltola knapp vor Sullivan.
Demokraten bereiten Untersuchungen vor
Trump behauptete, Demokraten hätten Geldgebern der Republikaner mit Gefängnis gedroht, und forderte deren Inhaftierung. Der demokratische Senator Richard Blumenthal hatte unter anderem die mit der Trump-Familie verbundene Digitalwährungsfirma World Liberty Financial sowie Geldgeber für den Ballsaal am Weißen Haus angeschrieben.
Blumenthal verlangte freiwillige Antworten auf Anfragen in Untersuchungsverfahren bis zum 4. Januar. Andernfalls werde man „alternative Maßnahmen“ zur Durchsetzung erwägen müssen. Im Januar dürfte Blumenthal den Vorsitz im Untersuchungs-Unterausschuss des Senats übernehmen.
Dana White soll Sprecher werden
Trump erklärte am Wochenende außerdem, er habe dem Kampfsport-Unternehmer Dana White das Amt des Sprechers des Weißen Hauses angeboten. White habe die Idee nach einem Bericht von CNN abgelehnt; das Promiportal TMZ berichtete dagegen, White wolle sich am Montag mit Trump im Oval Office treffen.
Trump sagte, White solle Kämpfer der von ihm geführten UFC als „Assistenten“ mitbringen. White veröffentlichte ein Bild von sich am Podium im Briefing-Raum des Weißen Hauses mit dem Text: „Auf zu einem neuen Kapitel.“
Der Sprecherposten ist seit Wochen unbesetzt. Die im Oktober eingesetzte Katie Zacharia gab das Amt nach wenigen Tagen auf.
Trumps Reaktion verbindet mehrere politische Ebenen: die Anerkennung einer Wahlniederlage, nachträgliche Zweifel am Ergebnis und die Ankündigung möglicher Untersuchungen gegen politische Gegner. Damit verschärft sich der Konflikt zwischen dem Präsidenten und den Demokraten bereits vor deren Amtsantritt mit Mehrheiten in beiden Kongresskammern.
Besonders folgenreich wäre die geplante parlamentarische Kontrolle. Wenn demokratische Ausschüsse im Januar ihre Arbeit aufnehmen, können sie Auskünfte verlangen, Dokumente anfordern und Zeugen vorladen. Die Schreiben von Senator Richard Blumenthal an Unternehmen und Geldgeber markieren dabei einen frühen Schritt, um Vorgänge rund um Trumps Umfeld politisch und rechtlich zu untersuchen.
Wahlstreit und Personalpolitik
Der Fall Alaska zeigt, wie schnell der Präsident einzelne noch offene Ergebnisse politisch aufgreift. In dem knappen Rennen führt die Demokratin Mary Peltola gegen den republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan; Trumps Forderung zugunsten Sullivans erhöht den Druck auf die zuständigen Wahlbehörden, ohne das Ergebnis selbst zu ersetzen.
Die Personalie Dana White fügt dem politischen Konflikt eine ungewöhnliche Kommunikationsdimension hinzu. Der seit Wochen vakante Sprecherposten könnte mit einem engen Verbündeten aus der Kampfsportbranche besetzt werden. Whites öffentliche Reaktion lässt zugleich offen, ob aus dem Angebot tatsächlich eine Ernennung folgt. Für die Regierung wäre die Besetzung dennoch zentral, weil der Sprecher des Weißen Hauses die tägliche Kommunikation mit Öffentlichkeit und Kongress prägt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Bietet UFC-Chefjob: Trump will 'wilden Kämpfer und Krieger' als neuen Pressesprecher“ (07.11.2026)
Der Beitrag berichtet, Trump habe Dana White den Sprecherposten angeboten und mehrere MMA-Kämpfer als mögliche Assistenten genannt. Anders als die dpa-Meldung legt er den Schwerpunkt auf die ungewöhnliche Personalidee und betont, dass offenbleibe, wie ernst das Angebot gemeint sei.
Stern: „Trump will Kampfsportler Dana White als Pressesprecher“ (07.11.2026)
Der Stern berichtet ebenfalls über das Angebot an White und dessen Instagram-Bild aus dem Presseraum. Zusätzlich ordnet der Artikel die seit dem 16. Oktober vakante Stelle sowie die langjährige Nähe zwischen Trump und White ein; offen bleibe auch dort, ob White das Amt übernehme.
Beide Beiträge bestätigen das Angebot und die Vakanz des Sprecherpostens. Sie setzen den Schwerpunkt auf die Personalie und lassen die im dpa-Bericht beschriebenen Konflikte um Wahlausgang und Kongressuntersuchungen außen vor.
