Donald Trump, Susie Wiles

Trump macht Stephen Miller zum neuen Stabschef im Weißen Haus

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 20:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Donald Trump reagiert wenige Tage nach dem Verlust beider Kongressmehrheiten mit einem Wechsel an der Spitze seines Machtzentrums. Stephen Miller soll künftig die Abläufe im Weißen Haus koordinieren, während Wiles dem politischen Umfeld des Präsidenten erhalten bleiben soll.

Trumps Personalwechsel nach den Midterms

  • Donald Trump ersetzt Susie Wiles als Stabschefin des Weißen Hauses durch Stephen Miller.
  • Der Wechsel soll am Montag nach den Kongresswahlen wirksam werden.
  • Die Republikaner verloren ihre Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus an die Demokraten.
  • Trumps Stabschefin Susie Wiles geht. (Archivbild) - Bild: Evan Vucci/AP/dpa
  • Miller fiel vor allem durch aggressive Rhetorik auf. (Archivfoto) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Trumps Stabschefin Susie Wiles geht. (Archivbild) - Bild: Evan Vucci/AP/dpa Miller fiel vor allem durch aggressive Rhetorik auf. (Archivfoto) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Trump besetzt Spitze des Weißen Hauses neu

US-Präsident Donald Trump ersetzt seine Stabschefin Susie Wiles wenige Tage nach dem Wahldebakel der Republikaner bei den Kongresswahlen durch Vizestabschef Stephen Miller. Miller soll den Posten ab Montag übernehmen.

Wiles, die auch Trumps Präsidentschaftswahlkampf geleitet hatte, gibt ihr Amt ab, bleibt aber voraussichtlich im politischen Umfeld des Präsidenten aktiv.

Republikaner verlieren beide Kongressmehrheiten

Bei den Kongresswahlen verloren die Republikaner ihre Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus an die Demokraten. Trump hatte die Abstimmung zu einer Bewertung seiner Politik gemacht.

Nach dem Ergebnis begannen in der Republikanischen Partei Positionskämpfe über die künftige Ausrichtung. Zugleich wurde darüber spekuliert, ob Trump sein Kabinett und seinen engsten Machtzirkel umbauen würde.

Wiles reichte Rücktritt am Donnerstag ein

Wiles reichte ihren Rücktritt nach Angaben des US-Senders CBS News bereits am Donnerstagabend ein. Trump teilte den Wechsel auf der Plattform Truth Social mit.

Die 69-jährige Strategin galt als loyal und diskret. Sie war die erste Frau im Amt der Stabschefin und zuvor unter anderem als Trumps Wahlkampfmanagerin tätig.

Miller steht für harte Migrationspolitik

Miller ist bisher Vizestabschef und steht hinter der aggressiven Migrationspolitik des Präsidenten. Er fiel zudem durch eine besonders scharfe politische Rhetorik auf.

Im Frühjahr war bekanntgeworden, dass Wiles an Brustkrebs erkrankt war. Im September erklärte sie, den Kampf gegen die Krankheit gewonnen zu haben. Im Dezember war sie wegen eines Interviews mit dem Magazin Vanity Fair in den Fokus geraten, in dem sie sich kritisch über Trump geäußert hatte.

Der Wechsel an der Spitze des Weißen Hauses fällt in eine Phase, in der Trump nach dem Verlust beider Kongressmehrheiten seinen politischen Kurs neu absichern muss. Stabschefs koordinieren den Zugang zum Präsidenten, steuern Abläufe im West Wing und vermitteln zwischen Regierung, Partei und Parlament. Ein Austausch auf diesem Posten kann deshalb weit über eine Personalie hinausweisen.

Mit Stephen Miller übernimmt ein enger Vertrauter, der insbesondere für die harte Migrationspolitik und eine konfrontative politische Kommunikation steht. Seine Ernennung signalisiert, dass Trump auf einen besonders loyalen und ideologisch klar positionierten Manager setzt. Zugleich könnte sie die innerparteilichen Debatten über den künftigen Kurs der Republikaner verschärfen.

Folgen für Regierung und Kongress

Die Demokraten kontrollieren nach den Kongresswahlen nun Senat und Repräsentantenhaus. Damit dürfte die Regierung stärker auf Verhandlungen, politische Blockaden und öffentliche Auseinandersetzungen angewiesen sein. Der neue Stabschef wird eine zentrale Rolle dabei spielen, Trumps Gesetzesvorhaben, Personalentscheidungen und Kommunikation mit dem Parlament zu koordinieren.

Wiles bleibt dem politischen Umfeld Trumps voraussichtlich verbunden, sodass ihr Abschied nicht zwingend einen vollständigen Bruch bedeutet. Für die kommenden Monate wird entscheidend sein, ob der Präsident weitere personelle Veränderungen vornimmt und ob Miller den Machtapparat stärker auf innenpolitische Konfrontation oder auf die Zusammenarbeit mit dem Kongress ausrichtet.

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