Donald Trump, Russland-Sanktionen

Trump setzt Russland-Sanktionen vorerst aus

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 15:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-PrĂ€sident Donald Trump setzt ein vom Kongress beschlossenes Sanktionspaket gegen Russland vorerst aus. Kiew warnt vor zusĂ€tzlichem Druck auf die Ukraine, wĂ€hrend Moskau die Entscheidung begrĂŒĂŸt.

Russlands Energiehandel bleibt im Fokus

  • Trump setzte das Mitte September unterzeichnete Sanktionspaket per Dekret bis auf Weiteres aus.
  • Das Gesetz hĂ€tte Maßnahmen gegen russische Politiker, Unternehmen sowie Öl- und Gasexporte ermöglicht.
  • Das Paket hĂ€tte auch große Abnehmer russischer EnergietrĂ€ger und UnterstĂŒtzer bei der Umgehung treffen können.
  • US-PrĂ€sident Trump hat neue Zölle gegen Russland vorerst auf Eis gelegt. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hofft weiter auf ein Inkrafttreten noch schĂ€rferer Sanktionen gegen Russland. - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Moskau sieht im Verzicht von Trump auf Sanktionen gegen Russland Chancen einen Weg zu einer Friedenslösung. (Archivbild) - Bild: Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
US-PrÀsident Trump hat neue Zölle gegen Russland vorerst auf Eis gelegt. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj hofft weiter auf ein Inkrafttreten noch schÀrferer Sanktionen gegen Russland. - Bild: Michael Kappeler/dpa Moskau sieht im Verzicht von Trump auf Sanktionen gegen Russland Chancen einen Weg zu einer Friedenslösung. (Archivbild) - Bild: Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Trump setzt Russland-Sanktionen vorerst aus

US-PrĂ€sident Donald Trump hat neue Sanktionen und Zölle gegen Russland bis auf Weiteres ausgesetzt und dies mit dem nationalen Interesse der USA begrĂŒndet. Die Entscheidung setzt die Ukraine unter Druck, wĂ€hrend Moskau den Schritt begrĂŒĂŸt.

Selenskyj kritisiert Lockerung

Das Dekret wurde am Freitag nach US-Ortszeit veröffentlicht. Das Paket war knapp einen Monat zuvor von Trump unterzeichnet worden, nachdem es im Kongress eine parteiĂŒbergreifende Mehrheit erhalten hatte.

Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj erklÀrte, eine Lockerung des Drucks auf Moskau könne Kremlchef Wladimir Putin zu weiteren Angriffen anspornen. Seine Kritik erfolgte einen Tag nach einem der massivsten russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur.

Angriffe auf Energieanlagen

Nach Selenskyjs Angaben wurden mehr als 15 wichtige Anlagen zur Stromerzeugung und -ĂŒbertragung in verschiedenen Regionen angegriffen. Behörden meldeten Tote und Verletzte sowie Hunderttausende Menschen ohne Strom und Heizung.

Selenskyj forderte weiteren Druck auf Russland und sagte, Trump könne das Sanktionsgesetz wieder in Kraft setzen. Zugleich warnte der Politikwissenschaftler Klemens Fischer vor langfristigen SchĂ€den fĂŒr die Ukraine und verwies auf ihre nahezu vollstĂ€ndige AbhĂ€ngigkeit von den USA bei der Luftabwehr.

Moskau sieht Chancen fĂŒr Dialog

Der Kreml-Beauftragte Kirill Dmitrijew bezeichnete die Entscheidung als wichtigen und wahrhaft historischen Moment. Sie fördere den Dialog und eine fĂŒr beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit, erklĂ€rte er.

Dmitrijew sagte, das Gesetz hĂ€tte die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und den USA faktisch zum Erliegen bringen und der amerikanischen Wirtschaft sowie den WeltmĂ€rkten schweren Schaden zufĂŒgen können. Als Kreml-UnterhĂ€ndler verhandelt er mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner ĂŒber ein Ende der russischen Invasion.

Geplante Maßnahmen gegen Energieexporte

Das ausgesetzte Gesetz sieht Sanktionen gegen russische Politiker und Unternehmen sowie gegen Öl- und Gasexporte vor. Trump hĂ€tte damit unter anderem die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten KĂ€ufer russischer EnergietrĂ€ger und die fĂŒnf LĂ€nder sanktionieren können, die Russland am stĂ€rksten bei der Umgehung von Energiesanktionen unterstĂŒtzen.

Betroffen wĂ€ren damit auch die Beziehungen der USA zu China und Indien gewesen, die große Mengen russischen Öls beziehen. Das Gesetz trĂ€gt den Namen des im Juli gestorbenen Senators und Trump-Vertrauten Lindsey Graham.

Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 mit westlicher MilitÀr- und Milliardenhilfe gegen die russische Invasion.

Russland-Sanktionen bleiben politischer Streitpunkt

Die Aussetzung verschiebt den wirtschaftlichen Druck auf Moskau und stĂ€rkt vorerst den Spielraum fĂŒr GesprĂ€che zwischen den USA und Russland. FĂŒr Kiew verschĂ€rft sie zugleich die Sorge, dass Washington seine UnterstĂŒtzung und den Sanktionsdruck zugunsten einer AnnĂ€herung an den Kreml zurĂŒckfĂ€hrt.

FĂŒr Europa gewinnt damit die Frage an Gewicht, ob die eigenen Sanktionen und Hilfen unabhĂ€ngig von der US-Politik aufrechterhalten oder ausgeweitet werden. Die mögliche Wirkung des Gesetzes hĂ€ngt zudem davon ab, ob Trump die Maßnahmen spĂ€ter wieder aktiviert und wie eng andere Staaten eine Umsetzung unterstĂŒtzen.

Pressespiegel: Aktuelle Reaktionen

Euronews: „Trump stoppt Sanktionspaket gegen Russland“ (17.10.2026)

Der Beitrag bestÀtige die Aussetzung per Dekret und ordne sie in die wachsende Distanz zwischen Trump und Selenskyj ein. Anders als die dpa-Meldung setze er einen stÀrkeren Schwerpunkt auf die politische Entwicklung im VerhÀltnis zwischen Washington und Kiew.

Deutschlandfunk: „Weißes Haus - US-PrĂ€sident Trump setzt gegen Russland gerichtete Sanktionen teilweise aus“ (17.10.2026)

Der Bericht bestĂ€tige, dass Trump Sanktionen und BeschrĂ€nkungen teilweise per Dekret ausgesetzt habe. Im Mittelpunkt stehe dort stĂ€rker die konkrete Entscheidung des Weißen Hauses, wĂ€hrend die dpa-Meldung zusĂ€tzlich die Reaktionen aus Moskau und Kiew sowie die geplanten Energie-Sanktionen erlĂ€utere.

Übereinstimmend wird die vorlĂ€ufige Aussetzung als Entscheidung Trumps beschrieben. Unterschiede liegen vor allem bei der Gewichtung der politischen Folgen; offen bleibt, ob und wann die Maßnahmen wieder in Kraft treten.

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Die Aussetzung trifft ein Sanktionspaket, das der US-Kongress parteiĂŒbergreifend beschlossen hatte und das neben Maßnahmen gegen russische Akteure auch den Energiehandel ins Visier nehmen sollte. Besonders weitreichend wĂ€re die Möglichkeit gewesen, große Abnehmer russischer EnergietrĂ€ger sowie Staaten zu sanktionieren, die Russland bei der Umgehung von Energiesanktionen unterstĂŒtzen.

Damit verĂ€ndert Washington vorerst den Druck auf Moskau, ohne dass die ĂŒbrigen westlichen Sanktionen automatisch entfallen. FĂŒr die Ukraine ist der Schritt dennoch politisch und militĂ€risch bedeutsam: Kiew ist bei zentralen FĂ€higkeiten wie der Luftabwehr stark auf westliche UnterstĂŒtzung angewiesen, wĂ€hrend Russland seine Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur fortsetzt.

Folgen fĂŒr Energiehandel und VerbĂŒndete

Die angedrohten Maßnahmen hĂ€tten auch die Beziehungen der USA zu China und Indien belasten können, die große Mengen russischen Öls beziehen. Trumps BegrĂŒndung mit dem nationalen Interesse deutet daher auf einen Zielkonflikt zwischen maximalem Sanktionsdruck, Energiepreisen, Handelsbeziehungen und dem Versuch hin, GesprĂ€chskanĂ€le nach Moskau offenzuhalten.

In Europa bleibt die politische Linie hĂ€rter: Die EU-Kommission bekrĂ€ftigte, Sanktionen nicht aufheben zu wollen, solange Russland den Krieg nicht beendet. FĂŒr die kommenden Wochen wird deshalb entscheidend sein, ob Washington das Gesetz lediglich aussetzt oder erneut in Kraft setzt und ob die europĂ€ischen Staaten den wirtschaftlichen Druck eigenstĂ€ndig verstĂ€rken.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Trump stoppt Sanktionspaket gegen Russland“ (17.10.2026)

Der Beitrag bestÀtige die Aussetzung per Dekret und ordne sie in die wachsende Distanz zwischen Trump und Selenskyj ein. Anders als die dpa-Meldung setze er einen stÀrkeren Schwerpunkt auf die politische Entwicklung im VerhÀltnis zwischen Washington und Kiew.

Deutschlandfunk: „Weißes Haus - US-PrĂ€sident Trump setzt gegen Russland gerichtete Sanktionen teilweise aus“ (17.10.2026)

Der Bericht bestĂ€tige, dass Trump Sanktionen und BeschrĂ€nkungen teilweise per Dekret ausgesetzt habe. Im Mittelpunkt stehe dort stĂ€rker die konkrete Entscheidung des Weißen Hauses, wĂ€hrend die dpa-Meldung zusĂ€tzlich die Reaktionen aus Moskau und Kiew sowie die geplanten Energie-Sanktionen erlĂ€utere.

Übereinstimmend wird die vorlĂ€ufige Aussetzung als Entscheidung Trumps beschrieben. Unterschiede liegen vor allem bei der Gewichtung der politischen Folgen; offen bleibt, ob und wann die Maßnahmen wieder in Kraft treten.

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