Trump sieht Putin stÀrker an Deal interessiert als Selenskyj
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 00:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSTrumps Aussagen zur Energie-Waffenruhe
- Trump sagte, es habe VerstöĂe gegen die Energie-Waffenruhe auf beiden Seiten gegeben.
- Der US-PrÀsident erklÀrte, Putin wolle eine Einigung stÀrker als Selenskyj.
- Selenskyj forderte in einer Rede beim Warschauer Sicherheitsforum konkrete Schritte der USA.
US-PrÀsident Donald Trump will Russland trotz Kritik an seinem Vorgehen im Ukraine-Krieg nicht stÀrker unter Druck setzen und sieht vor allem die Ukraine in der Pflicht.
Trump sieht Putin als treibende Kraft
Auf die Frage nach VerstöĂen gegen die von ihm verkĂŒndete Energie-Waffenruhe sagte Trump, er mĂŒsse sich den Vorgang zunĂ€chst ansehen, weil es VerstöĂe auf beiden Seiten gegeben habe.
Auf Nachfrage, wie er Putin zur Einhaltung der Waffenruhe bewegen wolle, verwies Trump darauf, dass auch Selenskyj zu einer Einigung bereit sein mĂŒsse. Er sagte, Putin sei stĂ€rker an einem Deal interessiert als der ukrainische PrĂ€sident.
Selenskyj verlangt konkrete Schritte
Selenskyj forderte die USA zuvor auf, Russland zur Einhaltung der auf den Energiesektor begrenzten Waffenruhe anzuhalten. In einer per Videoschalte ĂŒbertragenen Rede beim Warschauer Sicherheitsforum sagte er, die Ukraine warte auf konkrete Schritte der Amerikaner.
Selenskyj erklĂ€rte, er sei von Trumps AnkĂŒndigung am Sonntag ĂŒberrascht worden. Kurz danach habe Russland ein Kraftwerk in Charkiw angegriffen und das ukrainische Energiesystem weiter beschĂ€digt.
Ukraine verzichtet auf Angriffe
Die Ukraine sei mit einem Stopp der Angriffe auf Energieanlagen einverstanden, wenn Russland die Vereinbarung ebenfalls respektiere, sagte Selenskyj. Deshalb habe sein Land in der folgenden Nacht auf Angriffe gegen russische Ălraffinerien verzichtet.
Kritik am Diesel-Abkommen
Trump hatte Selenskyj in den vergangenen Tagen mehrfach kritisiert. Nach einem Telefonat mit Putin verlangte er dessen Ablösung und verkĂŒndete eine Vereinbarung ĂŒber die Lieferung von Hunderttausenden Tonnen Diesel aus Russland.
EuropĂ€ische VerbĂŒndete und Kritiker in den USA wandten sich gegen das Abkommen. Mehrere US-Senatoren, darunter Republikaner, bezeichneten es als rechtswidrig, weil der Kongress die Einfuhr russischer EnergietrĂ€ger 2022 untersagt hatte, um eine Finanzierung des russischen Krieges zu verhindern.
Waffenruhe bleibt politisch umkÀmpft
Die angekĂŒndigte Energie-Waffenruhe soll Angriffe auf Anlagen der Energieversorgung begrenzen. Damit steht ein besonders empfindlicher Teil der ukrainischen Infrastruktur im Mittelpunkt des Konflikts: BeschĂ€digte Kraftwerke und Netze treffen Haushalte, Unternehmen und die militĂ€rische Logistik unmittelbar.
Trumps Darstellung setzt beide Seiten politisch gleich, obwohl Selenskyj von einem russischen Angriff nach der AnkĂŒndigung berichtet. FĂŒr Kiew geht es deshalb nicht nur um eine begrenzte Feuerpause, sondern um die Frage, ob Washington VerstöĂe Moskaus sanktioniert und die Vereinbarung praktisch durchsetzt.
Diesel-Deal erhöht den Druck
ZusĂ€tzliche Brisanz erhĂ€lt der Streit durch die von Trump angekĂŒndigten russischen Diesellieferungen. Der Vorgang verbindet Energiepreise in den USA mit der Finanzierung russischer Einnahmen und verschiebt damit die Debatte vom Schlachtfeld auf Handel, Sanktionen und innenpolitische Interessen.
Der BR-Bericht ordnet den Diesel-Deal in Trumps Suche nach niedrigeren Kraftstoffpreisen vor den US-Zwischenwahlen ein und verweist auf mögliche Folgen fĂŒr die Ukraine und Europa. Zugleich beschreibt er die Energie-Waffenruhe als Wiederholung eines frĂŒheren, ebenfalls von Trump verkĂŒndeten Ansatzes und hebt neue EU-Sanktionen gegen den russischen militĂ€risch-industriellen Komplex hervor.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR24: âTrumps Diesel-Deal und die Folgen fĂŒr die Ukraine und Europaâ (12.10.2026)
Der Bericht ordne Trumps Druck auf Kiew in die bevorstehenden US-Zwischenwahlen ein und schreibe, der PrĂ€sident wolle mit Putins Hilfe die Dieselpreise im eigenen Land senken. Er bestĂ€tige den von Selenskyj geschilderten russischen Angriff nach der VerkĂŒndung der Energie-Waffenruhe und stelle zusĂ€tzlich mögliche Folgen fĂŒr europĂ€ische Waffenlieferungen sowie neue EU-Sanktionen heraus.
Merkur: âTrump-Putin-Deal: Musk greift Selenskyj an â Europa hĂ€lt dagegenâ (11.10.2026)
Der Artikel hebe neben dem Diesel-Abkommen die öffentliche UnterstĂŒtzung Elon Musks fĂŒr Trumps Angriffe auf Selenskyj hervor. Er bestĂ€tige damit den politischen Druck auf den ukrainischen PrĂ€sidenten, setze den Schwerpunkt jedoch auf die US-innenpolitische Auseinandersetzung und die Reaktionen aus Europa.
MedienĂŒbergreifend werde der Diesel-Deal als zusĂ€tzlicher Konfliktpunkt neben der Energie-Waffenruhe beschrieben. Unterschiede lĂ€gen vor allem in der Gewichtung: WĂ€hrend BR24 die Folgen fĂŒr Energieversorgung, Sanktionen und europĂ€ische UnterstĂŒtzung betone, konzentriere sich der Merkur stĂ€rker auf die Personal- und Machtfrage rund um Selenskyj.
