Trump und Epstein: Demokraten fordern Sonderermittler
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 20:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBericht zielt auf Kongresskontrolle
- Demokratische Abgeordnete verlangen einen unabhÀngigen Sonderermittler zu Trumps Verbindungen zu Jeffrey Epstein.
- Der Bericht stammt von Mitarbeitern der Demokraten im Justizausschuss des US-ReprÀsentantenhauses.
- Bei verÀnderten Mehrheiten könnten Demokraten Untersuchungen gegen Trump und seine Politik vorantreiben.
Demokraten richten Epstein-Forderung an US-Kongress
Einige Demokraten im US-ReprĂ€sentantenhaus fordern einen unabhĂ€ngigen Sonderermittler, der die Verbindungen von US-PrĂ€sident Donald Trump zum SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein untersuchen soll. Ein neuer Bericht von Mitarbeitern der Demokraten im Justizausschuss fĂŒhrt aus, immer mehr Beweise legten eine aktive Beteiligung Trumps an Epsteins sexuellem Missbrauch junger Frauen Mitte bis Ende der 1990er Jahre nahe.
WeiĂes Haus weist VorwĂŒrfe zurĂŒck
Trump kannte Epstein einst gut, bestreitet aber jede Verwicklung in dessen kriminelle Machenschaften und jede Kenntnis von Epsteins Taten. Eine Sprecherin des WeiĂen Hauses erklĂ€rte, keine der Anschuldigungen treffe zu; Trump sei in allem, was Epstein betreffe, vollstĂ€ndig entlastet worden.
Bericht erscheint vor den Midterms
Die Veröffentlichung fÀllt in die Endphase des US-Wahlkampfs. In gut einer Woche wÀhlen die Amerikanerinnen und Amerikaner ihr Parlament, wobei Trump selbst nicht auf dem Stimmzettel steht.
Die Zwischenwahlen gelten zugleich als Abstimmung ĂŒber die Politik des PrĂ€sidenten. Die Republikaner halten derzeit in beiden Kongresskammern knappe Mehrheiten.
Aktenfreigabe sorgt weiter fĂŒr Kritik
Der Umgang mit der Epstein-AffÀre hat Trump in seiner zweiten Amtszeit wiederholt unter Druck gesetzt. Im Wahlkampf hatte er die Freigabe der Akten versprochen, sich nach dem Amtsantritt aber lange dagegen gewehrt.
Unter öffentlichem und parlamentarischem Druck wurden schlieĂlich Teile der Akten veröffentlicht. Kritiker bemĂ€ngelten anschlieĂend, geschwĂ€rzte Passagen schĂŒtzten nicht nur Opfer, sondern auch mutmaĂliche MittĂ€ter.
Epsteins Netzwerk bleibt politisches Thema
Jeffrey Epstein hatte als Finanzier ein Netzwerk in der US-amerikanischen und internationalen High Society. Ăber Jahre missbrauchte er nach den Ermittlungen junge Frauen und MinderjĂ€hrige unter anderem in New York und Florida.
Epstein bekannte sich in einem frĂŒheren Verfahren in einzelnen Punkten schuldig. Nachdem der Fall spĂ€ter erneut aufgerollt worden war, starb er 2019 in einer GefĂ€ngniszelle, bevor es zu einer weiteren Verurteilung kam.
Demokraten setzen auf Kontrollrechte
Die Demokraten schĂ€tzen die Chancen fĂŒr die Einsetzung eines Sonderermittlers durch die derzeitige Regierung als gering ein. Deshalb appellieren sie an den Kongress, seine Gesetzgebungs- und Kontrollbefugnisse zur Aufarbeitung des Falls zu nutzen.
Sollten die Demokraten kĂŒnftig die Mehrheiten in den Kongresskammern gewinnen, könnten sie Untersuchungen gegen Trump und seine Politik einleiten. Der Epstein-Komplex wĂ€re dabei ein mögliches Feld fĂŒr weitere Nachforschungen.
Die Forderung nach einem Sonderermittler fĂ€llt in eine politisch besonders aufgeladene Phase. Die Zwischenwahlen am 3. November entscheiden darĂŒber, welche Partei kĂŒnftig die Mehrheiten im US-ReprĂ€sentantenhaus und im Senat hĂ€lt. Donald Trump steht zwar nicht selbst zur Wahl, seine PrĂ€sidentschaft prĂ€gt den Wahlkampf jedoch maĂgeblich.
Der Epstein-Komplex besitzt fĂŒr die US-Politik eine besondere Sprengkraft, weil er Fragen nach Macht, Einfluss und dem Umgang staatlicher Stellen mit sexualisierter Gewalt verbindet. Trump hatte im Wahlkampf die Veröffentlichung der Ermittlungsakten versprochen. Die spĂ€tere Freigabe von Teilen der Unterlagen und die fortbestehende Kritik an SchwĂ€rzungen haben das Thema nicht beendet.
Mehrheiten entscheiden ĂŒber Kontrolle
Ein Machtwechsel im Kongress wĂŒrde die parlamentarischen Kontrollmöglichkeiten der Demokraten deutlich erweitern. AusschĂŒsse könnten dann Vorladungen aussprechen, Unterlagen anfordern und eigene Untersuchungen zu politischen Entscheidungen der Regierung einleiten. Ein Sonderermittler wĂ€re dagegen von der Exekutive abhĂ€ngig und wird im Bericht der Demokraten selbst als wenig wahrscheinlich eingeschĂ€tzt.
FĂŒr die Ăffentlichkeit bleibt entscheidend, zwischen politischen VorwĂŒrfen, parlamentarischer Aufarbeitung und strafrechtlich belastbaren Feststellungen zu unterscheiden. Der neue Bericht erhöht den Druck im Wahlkampf, ersetzt aber kein unabhĂ€ngiges Ermittlungsverfahren. Die weitere Bedeutung des Themas hĂ€ngt daher auch davon ab, ob neue Akten veröffentlicht werden und welche Mehrheiten aus den Zwischenwahlen hervorgehen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: âEpstein-Skandal: Demokraten fordern Ermittler zu Trumps Epstein-Verbindungenâ (26.10.2026)
Der Artikel bestĂ€tigt die Forderung demokratischer Abgeordneter nach einem unabhĂ€ngigen Sonderermittler und ordnet sie in den bevorstehenden Midterm-Wahlkampf ein. Im Mittelpunkt stehen die VorwĂŒrfe aus dem Bericht sowie Trumps ZurĂŒckweisung einer Verwicklung.
NDR: âWelche Rolle spielen die Epstein-Akten bei den Midterms?â (26.10.2026)
Der Beitrag richtet den Schwerpunkt stÀrker auf die mögliche Wirkung des Aktenstreits auf Trumps politische Basis. Er hebt als offene Frage hervor, ob weitere Veröffentlichungen den Wahlkampf beeinflussen und bei einem Machtwechsel im ReprÀsentantenhaus neue Untersuchungen folgen könnten.
Beide BeitrĂ€ge verbinden den neuen VorstoĂ der Demokraten mit den Midterms. Unterschiede liegen vor allem im Fokus: WĂ€hrend der Stern den konkreten Bericht und die VorwĂŒrfe schildert, betrachtet der NDR stĂ€rker die politische Wirkung und mögliche nĂ€chste Schritte.
