Trump stellt Ukraine-GesprÀch im Vatikan in Aussicht
19.05.2025 - 20:02:47US-PrĂ€sident Donald Trump hat sofortige Verhandlungen ĂŒber eine Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine im Vatikan in Aussicht gestellt. Trump schrieb auf der Plattform Truth Social nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin, die GesprĂ€che sollten unmittelbar beginnen - und der Papst habe den Vatikan als Verhandlungsort angeboten. Weitere Details nannte er jedoch nicht - etwa dazu, wer genau dort am Tisch sitzen soll.
«Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine werden unverzĂŒglich aufgenommen», schrieb Trump und betonte, er habe den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj und europĂ€ische Partner entsprechend informiert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb anschlieĂend auf X, dass Europa und Amerika «die Ukraine auf dem Weg hin zu einem Waffenstillstand eng begleiten» wollten. «Europa wird den Druck auf Moskau durch Sanktionen erhöhen» - darauf habe man sich mit dem US-PrĂ€sidenten nach seinem Telefonat mit Putin verstĂ€ndigt.Â
Trump dringt schon lÀnger auf Ende des Kriegs
Direkte GesprĂ€che zwischen Russland und der Ukraine hatte es zuletzt am Freitag in der TĂŒrkei gegeben - zum ersten Mal seit drei Jahren. Ukrainische und russische UnterhĂ€ndler kamen dazu in Istanbul zusammen. Beide Seiten vereinbarten einen groĂen Gefangenenaustausch, doch der groĂe Wurf gelang nicht â auch weil Putin bei dem von ihm selbst vorgeschlagenen Treffen fehlte. Beim Thema Waffenruhe gab es keine Einigung.
Der US-PrĂ€sident hat aber weiter das Ziel ausgerufen, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu beenden. Das Land wehrt sich seit mehr als drei Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Zuletzt ist die Ukraine an etlichen Frontabschnitten in die Defensive geraten - auch nachdem die US-Regierung ihre militĂ€rische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine unter Trump deutlich zurĂŒckgefahren hat.
Trump und Putin telefonierten rund zwei Stunden
Das Telefonat zwischen Trump und Putin dauerte nach Angaben beider Seiten zwei Stunden. Es war bereits das dritte GesprĂ€ch zwischen Trump und Putin seit Trumps Amtsantritt im Januar. Der Republikaner betonte, dass die Unterhaltung «sehr gut» gelaufen sei. «Der Ton und der Geist des GesprĂ€chs waren ausgezeichnet. Wenn das nicht so wĂ€re, wĂŒrde ich das lieber jetzt als spĂ€ter sagen.»
Auch der russische PrĂ€sident Ă€uĂerte sich im Anschluss positiv ĂŒber das GesprĂ€ch und nannte es gehaltvoll und nĂŒtzlich. Russland sei bereit, an einem Memorandum mit der Ukraine zu arbeiten, das einen Waffenstillstand beinhalten wĂŒrde, sagte Putin. Moskau wolle die Kampfhandlungen beenden, es mĂŒsse aber der effektivste Weg zum Frieden gefunden werden. DafĂŒr mĂŒssten Kiew und Moskau Kompromisse eingehen, die allen Seiten gerecht werden, meinte Putin. Wie diese Kompromisse inhaltlich seiner Meinung nach aussehen sollen, sagte er nicht.
Lob fĂŒr Trump aus Europa
Nach dem Telefonat mit Putin unterrichtete Trump neben Bundeskanzler Merz die PrĂ€sidenten Finnlands, Frankreichs und der Ukraine sowie die italienische MinisterprĂ€sidentin und die EU-KommissionsprĂ€sidentin ĂŒber die Inhalte. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen dankte dem US-PrĂ€sidenten «fĂŒr seine unermĂŒdlichen BemĂŒhungen um einen Waffenstillstand in der Ukraine». In einem Beitrag auf X schrieb sie, es sei wichtig, dass sich die USA weiterhin engagierten.Â
Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni schrieb bei X, die Bereitschaft des Papstes, die GesprĂ€che im Vatikan zu beherbergen, sei positiv aufgenommen worden. «Italien ist bereit, seinen Teil dazu beizutragen, die Kontakte zu erleichtern und sich fĂŒr den Frieden einzusetzen», schrieb Meloni.
Trump lobt wirtschaftliches Potenzial Russlands
Nach russischen Angaben verstÀndigten sich Trump und Putin auf einen Gefangenenaustausch zwischen ihren beiden LÀndern. Beide Seiten wollen demnach jeweils neun Inhaftierte freilassen, wie Kremlberater Juri Uschakow der russischen Agentur Interfax zufolge mitteilte. Washington und Moskau tauschen trotz politischer Spannungen immer wieder Gefangene aus.
Auch sprachen die beiden PrĂ€sidenten russischen Angaben zufolge ĂŒber ein persönliches Treffen. Beide Seiten seien «sich einig, dass ein solches Treffen gut und umfassend vorbereitet werden sollte», sagte Uschakow. Einen Zeitpunkt oder Ort fĂŒr ein solches Wiedersehen gebe es bisher nicht.
Trump betonte in seinem Post bei Truth Social zudem, dass Russland mit den USA «im groĂen Umfang» Handel betreiben wolle. Trump signalisierte Zustimmung, betonte aber, dass der Krieg in der Ukraine dafĂŒr enden mĂŒsse. «FĂŒr Russland bietet sich eine enorme Chance zur Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen und Wohlstand in groĂem Umfang.» Das wirtschaftliche Potenzial Russlands sei unbegrenzt. Gleichzeitig könne die Ukraine bei ihrem Wiederaufbau davon profitieren.


