Donald Trump, US-Midterms

Trump verspricht eine Million Dollar für Wahlbetrug-Hinweise

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 21:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der US-Präsident will Hinweise auf Wahlbetrug finanziell belohnen, sofern sie zu einer Festnahme und Verurteilung führen. Das Angebot kommt kurz vor den Kongresswahlen, die über Trumps politischen Handlungsspielraum entscheiden.

Trumps Angebot und die Kongresswahl

  • Donald Trump stellte Hinweisgebern eine Million Dollar in Aussicht, wenn ihre Angaben zu Festnahme und Verurteilung führen.
  • Das Angebot gilt laut seiner Mitteilung für die Midterms und die vergangene Wahl.
  • Am kommenden Dienstag werden unter anderem das Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats neu gewählt.
Trump setzt Belohnung fürs Melden von Wahlbetrug aus. - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Trump setzt Millionenprämie auf Hinweise zu Wahlbetrug aus

US-Präsident Donald Trump hat rund eine Woche vor den Midterms eine Belohnung von einer Million Dollar für Hinweise auf Wahlbetrug angekündigt. Die Prämie soll nach seiner Mitteilung auf Truth Social gezahlt werden, wenn die Hinweise zu einer Festnahme und Verurteilung führen.

Angebot gilt für aktuelle und vergangene Wahl

Das Angebot bezieht sich sowohl auf die bevorstehenden Kongresswahlen als auch auf die vergangene Wahl. Trump behauptet wiederholt, Demokraten und ausländische Mächte nähmen zu seinem Nachteil Einfluss auf US-Wahlen.

Belege für weitreichenden Wahlbetrug hat der Präsident bisher nicht vorgelegt. Zugleich hält er an der vielfach widerlegten Behauptung fest, die Präsidentschaftswahl 2020 gegen Joe Biden gewonnen zu haben.

Midterms entscheiden über Trumps Spielraum

Am kommenden Dienstag wählen die US-Bürger unter anderem das Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der Sitze im Senat neu. Der Ausgang wird den Rest von Trumps zweiter Amtszeit prägen.

Verlieren die Republikaner die Mehrheit auch nur in einer der beiden Kammern, könnte Trump keine größeren Gesetze mehr verabschieden. Die Demokraten erhielten zugleich deutlich mehr Möglichkeiten, Vorhaben der Regierung zu blockieren und Untersuchungen voranzutreiben.

Vorstoß zur Briefwahl scheitert

Im Vorlauf der Wahl hatte Trump mehrere Initiativen gestartet, um angeblichen Wahlbetrug zu erschweren. Ein Gesetz mit strengeren Nachweisen der US-Staatsbürgerschaft scheiterte im Kongress.

Außerdem unterband der Oberste Gerichtshof ein Vorhaben, das der US-Post weitgehende Kompetenzen bei der Kontrolle der Briefwahl eingeräumt hätte. Kritiker werteten die Bestrebungen als Versuch, wahlberechtigte US-Bürger vom Wählen abzuhalten.

Trumps Prämie fügt sich in eine seit Jahren anhaltende politische Auseinandersetzung über die Glaubwürdigkeit von Wahlen in den USA ein. Der Präsident hat die Präsidentschaftswahl 2020 trotz des bestätigten Ergebnisses weiterhin als manipuliert dargestellt und richtet seine Vorwürfe vor den Kongresswahlen erneut gegen das Wahlsystem.

Die Midterms entscheiden darüber, welche Partei das Repräsentantenhaus und den Senat kontrolliert. Eine Niederlage der Republikaner in einer der beiden Kammern würde Trumps Spielraum für neue Gesetze deutlich begrenzen und könnte zugleich umfangreiche parlamentarische Untersuchungen ermöglichen.

Folgen für das Vertrauen

Das Millionenangebot setzt einen finanziellen Anreiz für Hinweise, die zu einer Festnahme und Verurteilung führen. Politisch kann es dadurch die Aufmerksamkeit auf einzelne Verdachtsfälle lenken, auch wenn die Organisation von Wahlen in den USA überwiegend bei den Bundesstaaten liegt.

In der entscheidenden Phase vor dem Wahltag gewinnt deshalb nicht nur die Stimmenauszählung an Bedeutung, sondern auch die Frage, ob unterlegene Kandidaten das Ergebnis akzeptieren. Beobachter warnen vor einer erneuten Delegitimierung der Wahl, falls Trumps Republikaner schlechter abschneiden als erwartet.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „US-Midterms: Die Sorge vor einer neuen Wahllüge Trumps“ (24.10.2026)

Der Beitrag ordne Trumps wiederholte Zweifel am Wahlsystem in die Vorgeschichte seit der Wahl 2020 ein. Im Mittelpunkt stehe die Sorge, dass er eine Niederlage bei den Midterms erneut mit Betrugsvorwürfen in Verbindung bringen könnte.

n-tv: „Trump geht vorzeitig wählen und ätzt gegen ‚korrupte Demokraten‘“ (25.10.2026)

Der Artikel berichte über Trumps vorzeitige Stimmabgabe und seine erneuten Vorwürfe gegen die Demokraten. Anders als der tagesschau-Beitrag richte er den Schwerpunkt stärker auf den laufenden Wahlkampf und die erwarteten Machtfolgen im Kongress.

Beide Beiträge verbänden Trumps aktuelle Wahlkampfrhetorik mit der Sorge um die Akzeptanz eines möglichen Ergebnisses. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Fokus auf die institutionellen Risiken beziehungsweise auf den unmittelbaren Wahlkampf.

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