USA, Medien

Gericht weist Trump-Klage gegen «New York Times» vorerst ab

19.09.2025 - 19:01:06

Trump wirft der «New York Times» Verleumdung vor der US-PrÀsidentschaftswahl vor und hat deshalb vor kurzem Klage erhoben. Doch ein Gericht lehnt diese zunÀchst ab. Wieso?

Ein US-Gericht hat die Milliarden-Klage von US-PrĂ€sident Donald Trump gegen die «New York Times» vorerst abgewiesen. Die Klageschrift sei zu detailliert und zu lang und entspreche damit nicht den Anforderungen, begrĂŒndete Richter Steven Merryday seine Entscheidung. Er rĂ€umte Trump 28 Tage Zeit ein, um das Schreiben zu ĂŒberarbeiten.

Üblicherweise mĂŒsse die Klageschrift «fair, prĂ€zise, direkt, nĂŒchtern» sein, argumentierte Merryday. In der bisherigen Fassung umfasse die Klage 85 Seiten, obwohl sie nur zwei FĂ€lle von Verleumdung geltend mache. «Eine Beschwerde ist kein Megafon fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit, kein Podium fĂŒr leidenschaftliche Reden bei politischen Kundgebungen und auch kein funktionales Äquivalent zum Hyde Park Speakers' Corner», schrieb der Richter. Er forderte Trump auf, die Neufassung auf maximal 40 Seiten zu begrenzen.

Trump wirft «New York Times» Verleumdung vor 

Trump hatte Anfang der Woche bekanntgegeben, dass er wegen angeblicher Verleumdung vor dem Gericht im Bundesstaat Florida gegen die Zeitung und mehrere ihrer Journalisten klagt. Er wirft der «New York Times» vor, ihn vor der PrĂ€sidentschaftswahl 2024 «absichtlich und böswillig» diffamiert zu haben, wie aus dem entsprechenden Gerichtsdokument hervorgeht. Der Republikaner fordert dafĂŒr 15 Milliarden Dollar (etwa 12,7 Milliarden Euro).  

Die «New York Times» wies Trumps Klage als unbegrĂŒndet zurĂŒck. «Sie entbehrt jeder legitimen Rechtsgrundlage und ist vielmehr ein Versuch, unabhĂ€ngige Berichterstattung zu unterdrĂŒcken und zu verhindern», teilte ein Sprecher mit. «Die "New York Times" wird sich von EinschĂŒchterungstaktiken nicht abschrecken lassen.» Man werde weiter ohne Furcht recherchieren und sich fĂŒr das verfassungsrechtlich verankerte Recht von Journalisten einsetzen, im Interesse des amerikanischen Volkes Fragen zu stellen. 

Der Fall ist einer von mehreren, die in den vergangenen Tagen in den USA eine Debatte ĂŒber die Presse- und Meinungsfreiheit befeuert haben. Es ist auch nicht Trumps erste Klage gegen US-Medien: In der Vergangenheit hatte er etwa bereits Klagen gegen die Sender CBS und ABC angestrengt. In beiden FĂ€llen einigten sich die Seiten auf einen Vergleich in Millionenhöhe. Kritiker sehen in den Klagen einen Angriff auf die Pressefreiheit.

@ dpa.de

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