Ultrarechte erhöhen vor Trump-Treffen Druck auf Netanjahu
28.09.2025 - 10:34:29Vor Benjamin Netanjahus Treffen mit US-PrĂ€sident Donald Trump am Montag erhöhen ultrarechte Koalitionspartner und Siedlervertreter den Druck auf den israelischen Regierungschef. Sie drĂ€ngten Netanjahu, Teile des besetzten Westjordanlands zu annektieren und den Krieg im Gazastreifen nicht ohne eine komplette militĂ€rische Niederlage der islamistischen Terrororganisation Hamas zu beenden, berichtete die «Times of Israel».Â
Trump hatte zuletzt betont, er werde es Israel nicht erlauben, sich das Westjordanland einzuverleiben. Die PalĂ€stinenser beanspruchen das Gebiet als Teil eines kĂŒnftigen unabhĂ€ngigen Staates.Â
Trump wird Netanjahu Gaza-Friedensplan vorlegen
Bei einem Treffen mit WeiĂen Haus am Montag will Trump Netanjahu Medienberichten zufolge einen Plan mit 21 Punkten fĂŒr ein Ende des seit fast zwei Jahren tobenden Gaza-Kriegs vorlegen. Dieser sieht demnach eine sofortige Freilassung der verbliebenen Hamas-Geiseln im Gegenzug fĂŒr Hunderte palĂ€stinensische Gefangene sowie den RĂŒckzug der israelischen Armee aus dem KĂŒstenstreifen vor.Â
Die Hamas soll im Gazastreifen keine Rolle mehr spielen, aber Israel darf das Gebiet auch nicht annektieren. Stattdessen soll es eine Ăbergangsregierung geben. Auch ein Weg zu einem kĂŒnftigen palĂ€stinensischen Staat als Ergebnis von Friedensverhandlungen unter US-Vermittlung wird den Berichten zufolge in Aussicht gestellt. Netanjahu lehnte dies jedoch bisher vehement ab.Â
Starker Widerstand ultrarechter Partner
Der rechtsextreme israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir schrieb auf der Plattform X, Netanjahu habe kein Mandat dafĂŒr, den Krieg ohne einen absoluten Sieg ĂŒber die Hamas zu beenden.
Finanzminister Bezalel Smotrich hat nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 drei SchlĂŒsselforderungen mit Blick auf Trumps Plan gestellt: Die PalĂ€stinensische Autonomiebehörde dĂŒrfe keine Rolle spielen, die Hamas mĂŒsse vollstĂ€ndig entwaffnet werden, und Israel mĂŒsse Teile des Westjordanlands annektieren, ohne einen palĂ€stinensischen Staat anzuerkennen. Dies wĂŒrde aber das Ende der von der internationalen Gemeinschaft angestrebten Zweistaatenlösung in Nahost bedeuten. Um an der Macht zu bleiben, ist Netanjahu auf seine ultrarechten Koalitionspartner angewiesen.


