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Supreme Court: Vorerst keine Abschiebungen nach Kriegsgesetz

16.05.2025 - 23:20:59

Trumps Regierung hat ein uraltes Gesetz genutzt, um angebliche Kartellmitglieder in ein GefĂ€ngnis nach El Salvador zu ĂŒberstellen. Nun macht der Supreme Court eine Ansage.

  • US-PrĂ€sident Trump hatte das Oberste US-Gericht eingeschaltet. (Archivbild) - Foto: Susan Walsh/AP/dpa

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  • Trumps Regierung hat zahlreiche mutmaßliche Gangmitglieder nach El Salvador abgeschoben. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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US-PrĂ€sident Trump hatte das Oberste US-Gericht eingeschaltet. (Archivbild) - Foto: Susan Walsh/AP/dpaTrumps Regierung hat zahlreiche mutmaßliche Gangmitglieder nach El Salvador abgeschoben. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Die Regierung von US-PrÀsident Donald Trump darf venezolanische Migranten vorerst nicht unter Berufung auf ein Kriegsgesetz aus dem 18. Jahrhundert abschieben. Der Oberste Gerichtshof der USA verlÀngerte einen zuvor verhÀngten Abschiebestopp. Die Regierung hatte die Betroffenen als Mitglieder einer gewalttÀtigen Bande eingestuft und wollte sie auf Grundlage des sogenannten Alien Enemies Act ausweisen. Die Entscheidung des Supreme Court war nicht einstimmig: Die konservativen Richter Clarence Thomas und Samuel Alito veröffentlichten einen Widerspruch.

Mehrere Betroffene, die in Abschiebehaft im Bundesstaat Texas sitzen, hatten gegen ihre drohende Ausweisung geklagt. Es sind bereits rund 200 Venezolaner nach El Salvador in ein HochsicherheitsgefĂ€ngnis abgeschoben worden – hauptsĂ€chlich unter Berufung auf das Gesetz. Ob alle tatsĂ€chlich der Bande angehören, ist allerdings unklar. FĂŒr besondere Aufmerksamkeit sorgte der Fall eines Familienvaters aus dem Bundesstaat Maryland mit salvadorianischer StaatsbĂŒrgerschaft, der vor der Abschiebung in sein Heimatland aufgrund von Verfolgung eigentlich geschĂŒtzt war. Die US-Regierung erklĂ€rt nun, eine RĂŒckfĂŒhrung aus dem GefĂ€ngnis in El Salvador sei nicht möglich.

Eine inhaltliche Entscheidung zur RechtmĂ€ĂŸigkeit des Vorgehens der Regierung traf der Supreme Court nun allerdings nicht. Er verwies das Verfahren an ein Bundesberufungsgericht, das klĂ€ren soll, ob das fast 230 Jahre alte Gesetz in diesem Fall als rechtliche Grundlage fĂŒr Abschiebungen herangezogen werden kann. Die Obersten Richterinnen und Richter Ă€ußerten sich kritisch zum Vorgehen der Regierung, insbesondere wegen fehlender VorankĂŒndigung und unklarer rechtlicher Möglichkeiten fĂŒr die Betroffenen, sich gegen die Abschiebung zu wehren.

Vorwurf der Bandenmitgliedschaft

Im Zentrum des Verfahrens steht ein von Trump erlassenes Dekret, mit dem die kriminelle Organisation «Tren de Aragua» zur auslĂ€ndischen Terrorgruppe erklĂ€rt wurde. Nach EinschĂ€tzung US-amerikanischer Behörden ist die Bande in Drogenhandel, Erpressung und Menschenhandel verwickelt. Die Regierung wirft ihr außerdem vor, im Auftrag der autoritĂ€ren FĂŒhrung von Venezuelas PrĂ€sident NicolĂĄs Maduro zu handeln. Caracas weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck.

Die Trump-Regierung argumentiert, dass mutmaßliche Mitglieder von Tren de Aragua unter den «Alien Enemies Act» fallen, weil sie «feindliche Handlungen» gegen die Vereinigten Staaten begingen. Das Gesetz erlaubt dem PrĂ€sidenten, in Kriegszeiten oder bei einer Invasion Staatsangehörige sogenannter feindlicher Nationen ohne regulĂ€res Verfahren festzunehmen oder abzuschieben. Es kam wĂ€hrend des Ersten und Zweiten Weltkriegs zum Einsatz.

Es ist rechtlich umstritten, ob die Regelung auch außerhalb eines formellen Kriegszustands und gegen nicht-staatliche Akteuren wie kriminelle Organisationen angewendet werden darf.

@ dpa.de