Uganda, Gesetz

Uganda: Gesetz gegen HomosexualitÀt bestÀtigt

03.04.2024 - 11:46:45

Uganda hat eines der restriktivsten Gesetze gegen Homosexuelle in Afrika. Selbst die Todesstrafe kann in bestimmten FÀllen verhÀngt werden. Nun hat das Verfassungsgericht entschieden.

In Uganda hat das Verfassungsgericht das umstrittene Gesetz gegen HomosexualitĂ€t bestĂ€tigt. Die fĂŒnf Richter, die ĂŒber eine Klage gegen das international viel kritisierte Gesetz entschieden, behielten nahezu alle Bestimmungen des Regelwerkes bei.

Darunter fallen auch jene zur Todesstrafe und der lebenslangen Haftstrafe, die in bestimmten FĂ€llen fĂŒr homosexuelle Handlungen verhĂ€ngt werden können. In ihrem 200 Seiten umfassenden Urteil beriefen sich die Verfassungsrichter auf Traditionen und kulturelle Normen und Werte des ostafrikanischen Landes.

In ihrer Entscheidung hoben die Richter lediglich EinschrÀnkungen bei Zugang Homosexueller zu medizinischen Diensten auf. Auch die Pflicht, AktivitÀten von Homosexuellen den Behörden zu melden, strichen sie.

Bundesregierung besorgt

Die Bundesregierung Ă€ußerte sich besorgt ĂŒber das Urteil. «Das Gesetz stellt eine Verletzung dieser grundlegenden und allgemeinen Menschenrechte von queeren Personen dar. Unsere Überzeugung ist klar: Jede Person hat das Recht zu lieben, wen sie will», teilte ein Sprecher mit. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, Ă€ußerte sich Ă€hnlich. Philipp Braun vom Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) in Berlin kommentierte, das sogenannte Anti-HomosexualitĂ€ts-Gesetz verfolge nur das Ziel, die LGBTQI -Gemeinschaft zu kriminalisieren und durch staatliche Verfolgung «systematisch auszulöschen».

Menschenrechtsgruppen, LGBTQI-Aktivisten und einzelne Politiker hatten beim Verfassungsgericht gegen das Gesetz geklagt. Einer der KlĂ€ger, Andrew Mwenda, zeigte sich tief enttĂ€uscht ĂŒber das Urteil. «Wir kamen mit hohen Erwartungen zum Gericht und haben gehofft, dass die Richter ĂŒber Bigotterie und Vorurteilen stehen», sagte er. «Stattdessen folgten sie der öffentlichen Stimmung.» Zusammen mit anderen Aktivisten will er nun beim Obersten Gericht Ugandas Berufung gegen das Urteil einlegen.

Ein fĂŒr seine Tiraden gegen Homosexuelle bekannter Pastor, Martin Sempa, war nach dem Urteil dagegen in Jubelstimmung. «Heute Nacht werde ich vor lauter GlĂŒck nicht schlafen können», kommentierte er das Urteil.

Internationale Kritik

Das Parlament des ostafrikanischen Landes hatte das Gesetz im vergangenen Jahr trotz internationaler Kritik beschlossen. Vertreter der LGBTQI-Community hatten in den vergangenen Monaten berichtet, dass sich seit der Verabschiedung des Gesetzes Angriffe auf Homosexuelle oder Transmenschen verstÀrkt hÀtten.

So wurde Anfang des Jahres ein bekannter Aktivist fĂŒr die Rechte Homosexueller niedergestochen und schwer verletzt. LGBTQI ist die englische AbkĂŒrzung fĂŒr lesbisch, schwul, bisexuell, Transgender, queer und intersexuell.

Die rechtliche Situation offen queerer Menschen ist nicht nur in Uganda schwierig. In 32 afrikanischen LÀndern ist HomosexualitÀt strafbar.

@ dpa.de