Ukraine-Verhandlungen, Donald Trump

Ukraine-Abkommen: Trump stellt Deal fĂŒr ganz Europa in Aussicht

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 14:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-PrÀsident Donald Trump stellt nach einem Treffen mit KremlunterhÀndler Kirill Dmitrijew ein weitreichendes Abkommen in Aussicht. Moskau verweist zugleich auf die notwendige Beteiligung Europas und bremst Erwartungen an schnelle Fortschritte.

Abu Dhabi als nÀchster Verhandlungsschritt

  • Die Ukraine und Russland sollen kommende Woche unter US-Vermittlung in Abu Dhabi verhandeln.
  • Berlin verlangt, dass Nato-Partner einem Konsens zustimmen und Europa beteiligt wird.
  • Der Kreml erwartet einen europĂ€ischen VerhandlungsfĂŒhrer fĂŒr GesprĂ€che ĂŒber Sicherheitsgarantien.
Der KremlunterhĂ€ndler Kirill Dmitrijew (l) wird nach seinen GesprĂ€chen im Weißen Haus nun in Moskau zum GesprĂ€ch mit PrĂ€sident Wladimir Putin erwartet. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa

Trump stellt Abkommen fĂŒr Ukraine und Europa in Aussicht

US-PrĂ€sident Donald Trump hat nach einem Treffen mit KremlunterhĂ€ndler Kirill Dmitrijew ein großes Abkommen im Ukraine-Konflikt in Aussicht gestellt. Der Kreml dĂ€mpfte daraufhin die Erwartungen und verwies auf fehlende europĂ€ische Bereitschaft zu GesprĂ€chen ĂŒber ein kĂŒnftiges Sicherheitssystem.

Telefonat mit Kanzler Merz

Trump telefonierte nach dem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte, nach den US-Zwischenwahlen habe der Verhandlungsprozess ĂŒber ein Ende des russischen Angriffskrieges an Dynamik gewonnen und es sei ein neues GefĂŒhl der Dringlichkeit entstanden.

GesprÀche in Abu Dhabi geplant

Die Ukraine und Russland sollen nĂ€chste Woche unter US-Vermittlung in Abu Dhabi erstmals seit Februar wieder ĂŒber eine mögliche Beendigung des Krieges verhandeln. EuropĂ€ische Staaten sind an diesem GesprĂ€chsformat zunĂ€chst nicht beteiligt.

Berlin fordert Beteiligung der Nato-Partner

Kornelius erklĂ€rte, Berlin und die US-Regierung seien sich in Grundpunkten einig. ZunĂ€chst mĂŒsse der Krieg beendet werden, anschließend solle ĂŒber eine europĂ€ische Sicherheitsordnung gesprochen werden.

GesprĂ€che ohne europĂ€ische Beteiligung seien nicht zielfĂŒhrend, sagte Kornelius. Die Nato-Partner mĂŒssten im Konsens an Bord sein, weil ein Frieden in der Ukraine Europa im Kern betreffe.

Moskau verlangt europĂ€ischen VerhandlungsfĂŒhrer

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Russland sei fĂŒr eine kĂŒnftige Beteiligung Europas an den Verhandlungen offen. Es gehe um das kĂŒnftige Sicherheitssystem in Europa sowie um gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der Ukraine.

Deshalb sei ein GesprĂ€ch mit den EuropĂ€ern erforderlich, sagte Peskow. Russland erwarte, dass die EuropĂ€ische Union einen VerhandlungsfĂŒhrer bestimmt.

Dmitrijew nimmt Brief an Putin mit

Dmitrijew nahm an einem Empfang von First Lady Melania Trump im Weißen Haus teil. Dort wurde der Erfolg einer mehrtĂ€gigen Waffenruhe mit humanitĂ€rer Hilfe fĂŒr die von russischen Truppen besetzte Frontstadt Oleschky im sĂŒdukrainischen Gebiet Cherson gewĂŒrdigt.

Melania Trump ĂŒbergab Dmitrijew einen Brief fĂŒr Kremlchef Wladimir Putin. Mit dem Schreiben und den Inhalten aus dem Treffen mit Trump wird der KremlunterhĂ€ndler in Moskau erwartet.

USA beraten ĂŒber Sicherheitsgarantien

Die USA verstehen sich unter Trump als Vermittler in dem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Einen Durchbruch konnte Trump bislang nicht vorweisen.

Trumps Schwiegersohn Jared Kushner berichtete ĂŒber GesprĂ€che der USA mit Vertretern der Ukraine, der Nato und europĂ€ischen Partnern in BrĂŒssel. Dabei ging es um Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine und eine umfassendere europĂ€ische Sicherheitsarchitektur.

Genauere Angaben zu den GesprĂ€chen machte Kushner nicht. Ziel seien Vereinbarungen, die den Sicherheitsbedenken aller Seiten Rechnung trĂŒgen und das Risiko kĂŒnftiger Konflikte verringerten.

Die angekĂŒndigten GesprĂ€che in Abu Dhabi sollen erstmals seit Februar wieder Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA an einen Tisch bringen. Damit erhĂ€lt der von Washington gefĂŒhrte Vermittlungsversuch ein konkretes Format, auch wenn die dpa-Meldung keine Einigung ĂŒber zentrale Streitfragen erkennen lĂ€sst.

Im Mittelpunkt stehen neben einem möglichen Ende der KĂ€mpfe die Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine und die kĂŒnftige Sicherheitsordnung Europas. Diese Themen reichen ĂŒber einen bilateralen Waffenstillstand hinaus, weil sie auch die Rolle europĂ€ischer Staaten und der Nato berĂŒhren. Berlin pocht deshalb darauf, dass Nato-Partner einem Konsens zustimmen und Europa beteiligt wird.

Europas Rolle bleibt ungeklÀrt

Der Kreml signalisiert GesprĂ€chsbereitschaft mit europĂ€ischen Staaten, verbindet sie aber mit der Forderung nach einem europĂ€ischen VerhandlungsfĂŒhrer. Zugleich dĂ€mpft Moskau die Erwartungen an schnelle Fortschritte. Das steht im Kontrast zu Trumps weitreichender AnkĂŒndigung, ohne dass bisher Einzelheiten des möglichen Abkommens bekannt sind.

FĂŒr die nĂ€chste Verhandlungsrunde wird entscheidend sein, ob die drei beteiligten Seiten zunĂ€chst humanitĂ€re Schritte oder eine Waffenruhe vereinbaren können. Ebenso offen bleibt, wie Sicherheitszusagen praktisch aussehen sollen und ob europĂ€ische Staaten in das Format einbezogen werden. Die GesprĂ€che könnten daher einen neuen diplomatischen Anlauf markieren, ihre Reichweite hĂ€ngt jedoch von konkreten VorschlĂ€gen und Zustimmung der Beteiligten ab.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Trump zu Deal mit Russland: "Wird eine große Übereinkunft geben"“ (06.11.2026)

Der Beitrag bestĂ€tigt Trumps AnkĂŒndigung und stellt die zurĂŒckhaltende Reaktion des Kremls gegenĂŒber. Einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt legt er auf die geplanten GesprĂ€che am 10. und 11. November sowie auf Sicherheitsgarantien und eine europĂ€ische Sicherheitsarchitektur.

tagesschau: „Trump trifft Kreml-Vertreter und stellt Abkommen in Aussicht“ (06.11.2026)

Der Artikel hebt hervor, dass Trump keine Einzelheiten nannte und nur der russische Gesandte ein persönliches Treffen mit ihm hatte. Wie der dpa-Bericht verweist er auf die geplanten GesprĂ€che in Abu Dhabi, setzt den Schwerpunkt aber stĂ€rker auf den Ablauf im Weißen Haus und die jĂŒngste Waffenruhe in Oleschky.

Beide BeitrĂ€ge stimmen darin ĂŒberein, dass ein mögliches Abkommen ĂŒber die Ukraine hinausreichen könnte und konkrete Inhalte bislang fehlen. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Gewichtung: ZDFheute ordnet die Sicherheitsfragen ausfĂŒhrlicher ein, wĂ€hrend die tagesschau den Zugang der Beteiligten zum US-PrĂ€sidenten und die Vorgeschichte der GesprĂ€che betont.

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