Ukraine Drohnenangriff: Fünf Tote in Bus – Personenzug Kiew–Mykolajiw getroffen
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 09:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Im Süden der Ukraine sind bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Linienbus mindestens fünf Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden.
Drohne trifft Linienbus in der Region Nikopol
Der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, berichtete, dass die Drohne den Bus in der Region Nikopol traf. Nach seinen Angaben starben mindestens fünf Fahrgäste, mindestens sieben weitere Menschen wurden verletzt. Die Verletzten befänden sich in ärztlicher Behandlung und würden medizinisch versorgt. Hanscha warf Russland Terror vor und veröffentlichte ein Foto des zerstörten Fahrzeugs, auf dem Blutspuren zu sehen seien.
Brände nach Angriffen im Raum Kiew
Auch aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurden neue russische Angriffe gemeldet. Dort gerieten nach Angaben der örtlichen Behörden Lagerhallen in Brand. Zudem wurde mindestens eine Person verletzt. Die Angaben verdeutlichen, dass neben Frontabschnitten weiterhin auch die Hauptstadtregion von Drohnenangriffen betroffen ist.
Personenzug Kiew–Mykolajiw beschädigt
Im Gebiet Mykolajiw schlug nach Angaben der ukrainischen Eisenbahngesellschaft eine Drohne in den Personenzug mit der Nummer 122 auf der Strecke zwischen Kiew und Mykolajiw ein. Die Insassen konnten sich demnach rechtzeitig in Sicherheit bringen, weshalb niemand verletzt wurde. Der Zug geriet nach dem Einschlag in Brand. Die Bahn bestätigte, dass die Verbindung betroffen war, äußerte sich aber erleichtert darüber, dass keine Menschen zu Schaden kamen.
Zunehmende Angriffe auf Schienenverkehr
Russland hat seine Angriffe auf Züge und Eisenbahnanlagen nach ukrainischen Angaben zuletzt verstärkt. Die Ukraine beklagt, dass bereits Hunderte Lokomotiven beschädigt oder zerstört wurden und ersetzt werden müssen. Dies trifft ein zentrales Element der Transportinfrastruktur des Landes und erschwert den zivilen wie militärischen Nachschub.
Luftabwehr meldet zahlreiche abgeschossene Drohnen
Die ukrainische Flugabwehr berichtete am Morgen von einem groß angelegten Angriff mit insgesamt 80 Flugobjekten. Nach ihren Angaben wurden mehr als 60 dieser Drohnen unschädlich gemacht. Dennoch verursachten die nicht abgefangenen Flugkörper schwere Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden und forderten Menschenleben.
Gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur
Die neuen Drohnenangriffe im Süden der Ukraine und auf der Strecke zwischen Kiew und Mykolajiw fügen sich in ein Muster, in dem russische Streitkräfte seit Monaten gezielt zivile Infrastruktur und Verkehrsmittel ins Visier nehmen. Busse, Züge und Bahnanlagen spielen für die Ukraine eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung, beim Transport von Gütern und beim Ersatz militärisch genutzter Straßenverbindungen. Treffer auf solche Ziele beeinträchtigen nicht nur unmittelbar die Sicherheit von Reisenden, sondern sollen nach ukrainischer Darstellung auch Angst im Alltag der Menschen schüren.
Bedeutung der Region Dnipropetrowsk und des Eisenbahnnetzes
Die Region Dnipropetrowsk mit der Stadt Nikopol liegt unweit der Front und des Kernkraftwerks Saporischschja und ist seit Langem stark von Beschuss betroffen. Die Verbindung Kiew-Mykolajiw wiederum ist eine bedeutsame Achse zwischen der Hauptstadt und dem Süden des Landes. Dass ein Personenzug wie die Verbindung Nr. 122 direkt getroffen und in Brand gesetzt wird, verdeutlicht die Verwundbarkeit des Schienenverkehrs, auch wenn in diesem Fall alle Menschen rechtzeitig aussteigen konnten. Bereits zuvor hatte die Ukraine darauf hingewiesen, dass Hunderte Lokomotiven beschädigt oder zerstört seien und ersetzt werden müssten – ein erheblicher wirtschaftlicher und logistischer Schaden.
Militärische und politische Folgen für den weiteren Kriegsverlauf
Die Angaben der ukrainischen Flugabwehr, einen Großteil der insgesamt 80 eingesetzten Flugobjekte abgefangen zu haben, unterstreichen zugleich die Bedeutung moderner Luftverteidigungssysteme für den Fortgang des Krieges. Je besser Drohnen und Raketen abgefangen werden, desto schwerer wird es für Russland, die ukrainische Mobilität und Versorgung dauerhaft zu lähmen. Politisch erhöhen Angriffe auf Busse und Züge den Druck auf internationale Partner, weitere Luftverteidigung sowie Ersatz für zerstörtes Material bereitzustellen. Für die Bevölkerung bedeutet dies, dass selbst Routinefahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin einem hohen Risiko ausgesetzt bleiben.
