Ukraine-Krieg: Trump fordert Ablösung von PrÀsident Selenskyj
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 19:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-PrĂ€sident Donald Trump hat einen neuen PrĂ€sidenten fĂŒr die Ukraine gefordert und Wolodymyr Selenskyj fĂŒr das Ausbleiben eines Kriegsendes verantwortlich gemacht.
Trump verlangt neuen ukrainischen PrÀsidenten
Selenskyj habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Krieg zu beenden, behauptete Trump in Washington. Deshalb sei es an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen PrÀsidenten bekomme.
Nach Trumps Darstellung sollten die Ukrainer einen AnfĂŒhrer wĂ€hlen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schlieĂen könne. Selenskyj habe diese Möglichkeit trotz mehrerer Gelegenheiten aus einem nicht nĂ€her genannten Grund nie genutzt.
Russland begann den Angriffskrieg
Der Krieg wurde von Russland begonnen, das vor gut vier Jahren in die Ukraine einmarschierte. Kremlchef Wladimir Putin lehnte nach der Darstellung der dpa mehrfach Angebote fĂŒr einen bedingungslosen Waffenstillstand ab; auch spĂ€tere diplomatische Initiativen fĂŒhrten zu keiner Beendigung der KĂ€mpfe.
Streit ĂŒber Angriffe auf Energieanlagen
Trump beschuldigte Selenskyj auĂerdem, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Knappheit an Diesel beigetragen zu haben. Der ukrainische PrĂ€sident wolle damit nach Trumps Darstellung US-Landwirten und ViehzĂŒchtern Probleme bereiten, weil Russland einen groĂen Teil des weltweit verfĂŒgbaren Diesels liefere.
Die Preise fĂŒr Rohöl und Diesel waren infolge des Iran-Krieges gestiegen, den die USA und Israel im vergangenen Februar begonnen hatten.
Trumps Kurs zwischen Kriegsdruck und Energiepreisen
Trumps Forderung nach einem neuen ukrainischen PrĂ€sidenten verschĂ€rft den offenen Konflikt zwischen Washington und Kyjiw. Der US-PrĂ€sident verbindet die ukrainische KriegsfĂŒhrung mit dem Ziel, den Krieg rasch zu beenden, wĂ€hrend die ukrainische FĂŒhrung russische Angriffe und die eigene Verteidigung als zusammenhĂ€ngenden militĂ€rischen Konflikt bewertet.
Besonders brisant ist der Streit ĂŒber Angriffe auf russische Raffinerien und Energieanlagen. Solche SchlĂ€ge sollen die russische Kriegswirtschaft treffen, können aber zugleich die Versorgungslage auf den internationalen EnergiemĂ€rkten beeinflussen. Russland bleibt ein bedeutender Produzent von Erdölprodukten; Ănderungen bei Sanktionen und Lieferungen wirken deshalb ĂŒber den Kriegsschauplatz hinaus.
Folgen fĂŒr Verhandlungen und Europa
Die öffentliche Abwertung Selenskyjs erhöht den Druck auf die ukrainische Regierung und kann die Verhandlungen ĂŒber einen Waffenstillstand erschweren. Ein FĂŒhrungswechsel in der Ukraine kann jedoch nicht durch eine Forderung aus Washington vollzogen werden, sondern hĂ€ngt von den verfassungsrechtlichen und politischen Verfahren des Landes ab.
FĂŒr europĂ€ische Staaten steht damit erneut die Frage im Mittelpunkt, wie geschlossen sie die Ukraine unterstĂŒtzen und zugleich auf eine diplomatische Lösung hinwirken. FĂŒr Verbraucher kann der Streit ĂŒber Energieanlagen und russische Lieferungen vor allem dann relevant werden, wenn sich daraus gröĂere Preisschwankungen bei Diesel und anderen EnergietrĂ€gern ergeben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: âUkraine: Wolodymyr Selenskyj wirft Donald Trump wegen Diesel-Deal SchwĂ€che vorâ (10.10.2026)
Der Bericht stelle den Streit ĂŒber ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien in den Zusammenhang mit Trumps angekĂŒndigten Diesellieferungen aus Russland. Er hebe auĂerdem hervor, dass die geplante Lockerung von Sanktionen dem bisherigen politischen Druck auf Moskau entgegenlaufe; die Forderung nach Selenskyjs Ablösung stehe dabei nicht im Mittelpunkt.
FOCUS online: âTrump schloss Diesel-Deal mit Putin, nachdem Selenskyj seine Forderung ignorierteâ (10.10.2026)
Der Artikel berichte, Trump habe Selenskyj mehrfach zum Ende der Angriffe auf russische Raffinerien aufgefordert. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich auf den Verhandlungsablauf zwischen US-amerikanischen und ukrainischen Vertretern sowie auf die Frage, ob ein gegenseitiger Stopp von Angriffen auf Energieanlagen möglich sei.
Beide Berichte bestĂ€tigten den Zusammenhang zwischen Trumps Energiepolitik, den ukrainischen Angriffen auf russische Anlagen und dem Streit ĂŒber den weiteren Kurs im Krieg. Unterschiede bestĂŒnden vor allem beim Schwerpunkt: WĂ€hrend der eine Beitrag die Sanktions- und Energiepolitik betone, stelle der andere die Verhandlungen und die gegenseitigen Forderungen heraus.

