Ukraine, Russland und USA verhandeln kommende Woche in Abu Dhabi
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 04:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAngriff und Ăbung prĂ€gen die nĂ€chsten Schritte
- Steve Witkoff kĂŒndigte GesprĂ€che am Dienstag und Mittwoch der kommenden Woche in Abu Dhabi an.
- Der Angriff auf Komyschuwacha ereignete sich bei der Ausgabe humanitÀrer Hilfe in einer Schule.
- Die Ăbung in Polen soll bis zum 22. November dauern und wird von GroĂbritannien und Frankreich geleitet.
DreiergesprÀche in Abu Dhabi sollen kommende Woche beginnen
Vertreter der USA, Russlands und der Ukraine sollen sich kommende Woche zu zweitĂ€gigen Verhandlungen in Abu Dhabi treffen. US-Sondergesandter Steve Witkoff nannte Sicherheitsvereinbarungen fĂŒr die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitĂ€re HilfsmaĂnahmen und weitere Schritte auf dem Weg zum Frieden als Themen.
BrĂŒssel bereitet europĂ€ische Fragen vor
Die GesprÀche auf Arbeitsebene sollen am Dienstag und Mittwoch in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate stattfinden. In dem Dreierformat hatte es zuletzt im Februar in Genf Verhandlungen gegeben, zuvor waren zweimal GesprÀche in Abu Dhabi angesetzt worden.
Vor dem Treffen sollen US-Gesandte in BrĂŒssel mit Vertretern europĂ€ischer Staaten, der NATO und der EU beraten. Dabei geht es laut Witkoff um Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine, Europas Sicherheitsordnung nach dem Krieg und den Wiederaufbau.
Selenskyj warnt vor Angriff auf Energieinfrastruktur
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj warnte vor einem möglichen russischen GroĂangriff wĂ€hrend der Kongresswahlen in den USA. Geheimdiensterkenntnissen zufolge könne dabei unter anderem die ukrainische Energieinfrastruktur getroffen werden.
In den USA finden an diesem Dienstag die sogenannten Midterms statt. Erste Ergebnisse werden in der Nacht auf Mittwoch mitteleuropÀischer Zeit erwartet.
Mindestens 26 Menschen bei Angriff getötet
Bei einem russischen Luftangriff auf das Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja wurden am Montag mindestens 26 Menschen getötet. Der Angriff ereignete sich laut Selenskyj wÀhrend der Ausgabe humanitÀrer Hilfe in einer Schule.
Mindestens fĂŒnf Menschen wurden verletzt, 27 galten nach Angaben örtlicher Behörden als vermisst. Komyschuwacha liegt rund 25 Kilometer östlich von Saporischschja und gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Ukraine reklamiert Cyberangriff auf russische Warn-App
Selenskyj bezeichnete das Hacken des russischen Warnsystems als ukrainischen Gegenangriff. Zuvor war am Sonntagabend die ukrainische App âAir Alertâ angegriffen worden; Nutzer erhielten dabei gefĂ€lschte Warnungen vor angeblichen Atomangriffen.
Wenige Stunden spĂ€ter versandte auch die App des russischen Zivilschutzes falsche Warnmeldungen. Beide Anwendungen informieren die Bevölkerung unter anderem ĂŒber drohende Luftangriffe.
2.800 Soldaten trainieren in Polen
In Polen nehmen ab Montag rund 2.800 Soldaten aus elf LĂ€ndern an der ersten MilitĂ€rĂŒbung der âKoalition der Willigenâ zur UnterstĂŒtzung der Ukraine teil. Getestet werden soll, wie nach dem Ende des Krieges ein dauerhafter Frieden gesichert werden kann.
GroĂbritannien und Frankreich leiten das Manöver, das bis zum 22. November laufen soll. GroĂbritannien entsendet rund 300 MilitĂ€rangehörige und mehrere Kampfjets; die Bundeswehr beteiligt sich mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und Logistik.
Putin hatte Bereitschaft zu Kontakten erklÀrt
Kremlchef Wladimir Putin hatte sich im Oktober nach einem GesprĂ€ch mit Witkoff bereit fĂŒr eine Wiederaufnahme dreiseitiger Kontakte gezeigt. Andeutungen aus dem Kreml hatten bereits auf ein Treffen der Delegationen Mitte November in Abu Dhabi hingewiesen.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher UnterstĂŒtzung gegen den russischen Angriff.
Die geplanten GesprĂ€che in Abu Dhabi knĂŒpfen an ein Dreierformat an, das bereits zuvor fĂŒr direkte Kontakte zwischen den USA, Russland und der Ukraine genutzt wurde. Im Mittelpunkt stehen nach Angaben des US-Sondergesandten Steve Witkoff Sicherheitsvereinbarungen fĂŒr die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitĂ€re Hilfe und weitere Schritte auf dem Weg zu einem Friedensschluss.
Die Themen zeigen, dass ein mögliches Abkommen mehrere Ebenen verbinden mĂŒsste: die militĂ€rische Sicherheit der Ukraine, den Schutz der Zivilbevölkerung und die politische Ordnung Europas nach dem Krieg. Dass US-Gesandte vor dem Treffen mit europĂ€ischen Staaten, der NATO und der EU beraten, verweist zugleich auf die Bedeutung europĂ€ischer Sicherheitsgarantien und der spĂ€teren Finanzierung des Wiederaufbaus.
Diplomatie unter militÀrischem Druck
Die erneute GesprĂ€chsankĂŒndigung fĂ€llt in eine Phase, in der die KĂ€mpfe und Angriffe weitergehen. Der Luftangriff auf Komyschuwacha mit mindestens 26 Toten, die Warnung vor weiteren Angriffen auf die Energieinfrastruktur und gegenseitige Cyberattacken unterstreichen, wie weit die militĂ€rische RealitĂ€t von einer belastbaren Waffenruhe entfernt ist.
FĂŒr die Ukraine bleibt entscheidend, ob Verhandlungen konkrete Sicherheitszusagen hervorbringen und wie Europa daran beteiligt wird. FĂŒr die USA dĂŒrfte das Treffen zugleich ein Test sein, ob sich Sicherheitsfragen, humanitĂ€re MaĂnahmen und ein möglicher Wiederaufbau in einem gemeinsamen Prozess verbinden lassen.
Ăbung als Signal fĂŒr die Nachkriegsordnung
Parallel trainieren in Polen rund 2.800 Soldaten aus elf LĂ€ndern mögliche BeitrĂ€ge zur Absicherung eines dauerhaften Friedens. Die Ăbung liefert damit einen praktischen Bezug zu den Verhandlungen: Sicherheitsgarantien mĂŒssten nicht nur politisch zugesagt, sondern auch organisatorisch und militĂ€risch umgesetzt werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDF: âUSA: Kommende Woche Verhandlungen mit Ukraine und Russlandâ (03.11.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt das geplante zweitĂ€gige Treffen in Abu Dhabi und nennt Sicherheitsvereinbarungen, Deeskalation und humanitĂ€re Hilfe als Themen. Einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt legt er auf die GesprĂ€che der US-Gesandten mit Deutschland, Frankreich, GroĂbritannien, NATO und EU in BrĂŒssel.
Der Deutschlandfunk hebt hervor, dass ein Durchbruch bei den bisherigen BemĂŒhungen um ein Kriegsende ausgeblieben sei. Zugleich verweist der Beitrag auf die fortgesetzten russischen Angriffe und die Sorge in Kiew ĂŒber eine mögliche AnnĂ€herung Washingtons an Moskau.
Beide BeitrĂ€ge stimmen beim Termin, Ort und Teilnehmerkreis ĂŒberein. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Schwerpunkt: Das ZDF beleuchtet stĂ€rker die europĂ€ische Abstimmung, wĂ€hrend der Deutschlandfunk die bisher erfolglosen FriedensbemĂŒhungen und die politischen Spannungen hervorhebt.
