Ukraine: Trump fordert Ablösung von PrÀsident Selenskyj
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 19:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-PrĂ€sident Donald Trump hat einen neuen PrĂ€sidenten fĂŒr die Ukraine gefordert und Wolodymyr Selenskyj vorgeworfen, Möglichkeiten fĂŒr ein Ende des Krieges nicht genutzt zu haben.
Trump verlangt neuen ukrainischen AnfĂŒhrer
Selenskyj habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Krieg zu beenden, behauptete Trump in Washington. Es sei an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen PrÀsidenten bekomme, sagte er.
Nach Trumps Darstellung sollten sich die Ukrainer einen AnfĂŒhrer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schlieĂen könne. Selenskyj habe dies trotz vieler Möglichkeiten aus einem nicht nĂ€her genannten Grund nie getan.
Russland begann den Angriffskrieg
Der Krieg wurde von Russland begonnen, das vor gut vier Jahren in die Ukraine einmarschierte. Kremlchef Wladimir Putin lehnte mehrfach Angebote fĂŒr einen bedingungslosen Waffenstillstand ab; auch spĂ€tere diplomatische Initiativen fĂŒhrten bislang zu keiner Einigung.
Selenskyj zu GesprÀchen mit Putin bereit
Selenskyj erklĂ€rte sich wiederholt zu direkten GesprĂ€chen mit Putin bereit, lehnte Einladungen nach Moskau aber kategorisch ab. Ein Wechsel an der Staatsspitze ist derzeit nicht möglich, weil die ukrainische Verfassung eine Wahl wĂ€hrend des Kriegs ausschlieĂt.
Trump beschuldigte Selenskyj auĂerdem, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Dieselknappheit beigetragen zu haben. Er behauptete, Selenskyj wolle dadurch amerikanischen Landwirten und ViehzĂŒchtern Probleme bereiten, weil Russland einen groĂen Teil des Diesels weltweit liefere.
Streit ĂŒber Treibstoffpreise
TatsĂ€chlich waren die Preise fĂŒr Rohöl und Diesel infolge des Iran-Krieges gestiegen, den die USA und Israel im vergangenen Februar begonnen hatten. Der Streit ĂŒber ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen verbindet damit militĂ€rische Ziele mit der internationalen Treibstoffversorgung und verschĂ€rft die politischen Spannungen zwischen Washington und Kyjiw.
Konflikt um Verhandlungen und KriegsfĂŒhrung
Trumps Forderung fĂ€llt in eine Phase, in der Washington, Moskau und Kyjiw zugleich ĂŒber mögliche neue GesprĂ€che sprechen. Selenskyj hat sich wiederholt zu direkten Verhandlungen mit Wladimir Putin bereit erklĂ€rt, wĂ€hrend Russland Forderungen nach einem bedingungslosen Waffenstillstand zurĂŒckgewiesen hat. Damit verbindet sich der Streit ĂŒber die Verantwortung fĂŒr das Ausbleiben einer Einigung mit der Frage, welche Bedingungen ein Kriegsende ermöglichen könnten.
Politisch hĂ€tte ein erzwungener FĂŒhrungswechsel in der Ukraine erhebliche Folgen. Wegen des geltenden Kriegsrechts sind regulĂ€re Wahlen derzeit nicht möglich. Ein PrĂ€sidentenwechsel könnte daher nicht kurzfristig ĂŒber eine normale Wahl erfolgen, sondern wĂŒrde verfassungsrechtliche und sicherheitspolitische Fragen aufwerfen. FĂŒr die ukrainische StaatsfĂŒhrung ist Trumps VorstoĂ zudem deshalb bedeutsam, weil die USA eine zentrale Rolle bei Waffenhilfe, Diplomatie und wirtschaftlichem Druck auf Russland spielen.
Energieangriffe und amerikanischer Druck
Die Auseinandersetzung ĂŒber Angriffe auf russische Raffinerien verknĂŒpft militĂ€rische Ziele mit den globalen Treibstoffpreisen. Die Ukraine versucht damit, die russische Kriegswirtschaft und Versorgung zu schwĂ€chen; Trump stellt dagegen die Auswirkungen auf Dieselangebot und Preise in den Mittelpunkt. Parallel sorgt ein von ihm angekĂŒndigtes Abkommen ĂŒber russische Diesel-Lieferungen fĂŒr zusĂ€tzlichen politischen Streit: Nach aktuellen Berichten sollen dafĂŒr US-Sanktionen vorĂŒbergehend gelockert werden. Selenskyj warnt, dadurch könne Russland zusĂ€tzliche Einnahmen fĂŒr den Krieg erhalten. FĂŒr Verbraucher und Unternehmen bleibt vor allem relevant, ob die Lieferungen tatsĂ€chlich zustande kommen und ob sie die international gestiegenen Kraftstoffpreise spĂŒrbar senken.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: âUkraine: Wolodymyr Selenskyj wirft Donald Trump wegen Diesel-Deal SchwĂ€che vorâ (10.10.2026)
Der Bericht stelle Trumps Kritik an Selenskyj in den Zusammenhang mit dem angekĂŒndigten DieselgeschĂ€ft zwischen Washington und Moskau. Er hebe hervor, Selenskyj werfe Trump vor, mit einer Lockerung der Sanktionen Russland wirtschaftlich zu stĂ€rken, und ordne den Schritt auch mit Blick auf die US-Zwischenwahlen und die gestiegenen Kraftstoffpreise ein. Die Forderung nach einem neuen ukrainischen PrĂ€sidenten werde dort nicht als eigenstĂ€ndiger Verfassungsprozess beschrieben, sondern als Teil des wachsenden politischen Konflikts ĂŒber Energieangriffe und die amerikanische Russlandpolitik.
Der Beitrag bestĂ€tige den Streit ĂŒber Trumps Diesel-Vereinbarung und gebe Selenskyjs Kritik wieder, der Schritt sei eine Investition in den Krieg gegen die Ukraine. Anders als der Bericht des SPIEGEL richte er den Schwerpunkt zusĂ€tzlich auf neue russische Angriffe in der Ukraine und ukrainische Gegenangriffe auf russisches Gebiet. Offen bleibe, ob die angekĂŒndigten Treibstofflieferungen die Preisentwicklung tatsĂ€chlich beeinflussten und wie sich der politische Konflikt zwischen Washington und Kyjiw auf mögliche Verhandlungen auswirke.
Beide Berichte stellten den Streit ĂŒber russischen Diesel und die gegensĂ€tzliche Bewertung ukrainischer Angriffe auf Energieinfrastruktur in den Mittelpunkt; der SPIEGEL betone stĂ€rker die US-Innenpolitik und Sanktionsfrage, wĂ€hrend der Deutschlandfunk die parallele militĂ€rische Eskalation hervorhebe.

