Donald Trump, Wolodymyr Selenskyj

Ukraine: Trump fordert Ablösung von PrÀsident Selenskyj

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 19:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-PrĂ€sident Donald Trump fordert einen neuen PrĂ€sidenten fĂŒr die Ukraine und macht Wolodymyr Selenskyj fĂŒr das Ausbleiben eines Kriegsendes verantwortlich. Zugleich kritisiert er ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen und deren Folgen fĂŒr den Dieselmarkt.

Wettert gegen den ukrainischen PrÀsidenten: Donald Trump. - Bild: Nathan Howard/AP/dpa
Wettert gegen den ukrainischen PrÀsidenten: Donald Trump. - Bild: Nathan Howard/AP/dpa

US-PrĂ€sident Donald Trump hat einen neuen PrĂ€sidenten fĂŒr die Ukraine gefordert und Wolodymyr Selenskyj vorgeworfen, Möglichkeiten fĂŒr ein Ende des Krieges nicht genutzt zu haben.

Trump verlangt neuen ukrainischen AnfĂŒhrer

Selenskyj habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Krieg zu beenden, behauptete Trump in Washington. Es sei an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen PrÀsidenten bekomme, sagte er.

Nach Trumps Darstellung sollten sich die Ukrainer einen AnfĂŒhrer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schließen könne. Selenskyj habe dies trotz vieler Möglichkeiten aus einem nicht nĂ€her genannten Grund nie getan.

Russland begann den Angriffskrieg

Der Krieg wurde von Russland begonnen, das vor gut vier Jahren in die Ukraine einmarschierte. Kremlchef Wladimir Putin lehnte mehrfach Angebote fĂŒr einen bedingungslosen Waffenstillstand ab; auch spĂ€tere diplomatische Initiativen fĂŒhrten bislang zu keiner Einigung.

Selenskyj zu GesprÀchen mit Putin bereit

Selenskyj erklĂ€rte sich wiederholt zu direkten GesprĂ€chen mit Putin bereit, lehnte Einladungen nach Moskau aber kategorisch ab. Ein Wechsel an der Staatsspitze ist derzeit nicht möglich, weil die ukrainische Verfassung eine Wahl wĂ€hrend des Kriegs ausschließt.

Trump beschuldigte Selenskyj außerdem, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Dieselknappheit beigetragen zu haben. Er behauptete, Selenskyj wolle dadurch amerikanischen Landwirten und ViehzĂŒchtern Probleme bereiten, weil Russland einen großen Teil des Diesels weltweit liefere.

Streit ĂŒber Treibstoffpreise

TatsĂ€chlich waren die Preise fĂŒr Rohöl und Diesel infolge des Iran-Krieges gestiegen, den die USA und Israel im vergangenen Februar begonnen hatten. Der Streit ĂŒber ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen verbindet damit militĂ€rische Ziele mit der internationalen Treibstoffversorgung und verschĂ€rft die politischen Spannungen zwischen Washington und Kyjiw.

Konflikt um Verhandlungen und KriegsfĂŒhrung

Trumps Forderung fĂ€llt in eine Phase, in der Washington, Moskau und Kyjiw zugleich ĂŒber mögliche neue GesprĂ€che sprechen. Selenskyj hat sich wiederholt zu direkten Verhandlungen mit Wladimir Putin bereit erklĂ€rt, wĂ€hrend Russland Forderungen nach einem bedingungslosen Waffenstillstand zurĂŒckgewiesen hat. Damit verbindet sich der Streit ĂŒber die Verantwortung fĂŒr das Ausbleiben einer Einigung mit der Frage, welche Bedingungen ein Kriegsende ermöglichen könnten.

Politisch hĂ€tte ein erzwungener FĂŒhrungswechsel in der Ukraine erhebliche Folgen. Wegen des geltenden Kriegsrechts sind regulĂ€re Wahlen derzeit nicht möglich. Ein PrĂ€sidentenwechsel könnte daher nicht kurzfristig ĂŒber eine normale Wahl erfolgen, sondern wĂŒrde verfassungsrechtliche und sicherheitspolitische Fragen aufwerfen. FĂŒr die ukrainische StaatsfĂŒhrung ist Trumps Vorstoß zudem deshalb bedeutsam, weil die USA eine zentrale Rolle bei Waffenhilfe, Diplomatie und wirtschaftlichem Druck auf Russland spielen.

Energieangriffe und amerikanischer Druck

Die Auseinandersetzung ĂŒber Angriffe auf russische Raffinerien verknĂŒpft militĂ€rische Ziele mit den globalen Treibstoffpreisen. Die Ukraine versucht damit, die russische Kriegswirtschaft und Versorgung zu schwĂ€chen; Trump stellt dagegen die Auswirkungen auf Dieselangebot und Preise in den Mittelpunkt. Parallel sorgt ein von ihm angekĂŒndigtes Abkommen ĂŒber russische Diesel-Lieferungen fĂŒr zusĂ€tzlichen politischen Streit: Nach aktuellen Berichten sollen dafĂŒr US-Sanktionen vorĂŒbergehend gelockert werden. Selenskyj warnt, dadurch könne Russland zusĂ€tzliche Einnahmen fĂŒr den Krieg erhalten. FĂŒr Verbraucher und Unternehmen bleibt vor allem relevant, ob die Lieferungen tatsĂ€chlich zustande kommen und ob sie die international gestiegenen Kraftstoffpreise spĂŒrbar senken.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Ukraine: Wolodymyr Selenskyj wirft Donald Trump wegen Diesel-Deal SchwĂ€che vor“ (10.10.2026)

Der Bericht stelle Trumps Kritik an Selenskyj in den Zusammenhang mit dem angekĂŒndigten DieselgeschĂ€ft zwischen Washington und Moskau. Er hebe hervor, Selenskyj werfe Trump vor, mit einer Lockerung der Sanktionen Russland wirtschaftlich zu stĂ€rken, und ordne den Schritt auch mit Blick auf die US-Zwischenwahlen und die gestiegenen Kraftstoffpreise ein. Die Forderung nach einem neuen ukrainischen PrĂ€sidenten werde dort nicht als eigenstĂ€ndiger Verfassungsprozess beschrieben, sondern als Teil des wachsenden politischen Konflikts ĂŒber Energieangriffe und die amerikanische Russlandpolitik.

Deutschlandfunk: „Vereinbarung mit Putin - ‚Zeichen der SchwĂ€che‘ - Selenskyj kritisiert US-Deal zu russischem Diesel“ (10.10.2026)

Der Beitrag bestĂ€tige den Streit ĂŒber Trumps Diesel-Vereinbarung und gebe Selenskyjs Kritik wieder, der Schritt sei eine Investition in den Krieg gegen die Ukraine. Anders als der Bericht des SPIEGEL richte er den Schwerpunkt zusĂ€tzlich auf neue russische Angriffe in der Ukraine und ukrainische Gegenangriffe auf russisches Gebiet. Offen bleibe, ob die angekĂŒndigten Treibstofflieferungen die Preisentwicklung tatsĂ€chlich beeinflussten und wie sich der politische Konflikt zwischen Washington und Kyjiw auf mögliche Verhandlungen auswirke.

Beide Berichte stellten den Streit ĂŒber russischen Diesel und die gegensĂ€tzliche Bewertung ukrainischer Angriffe auf Energieinfrastruktur in den Mittelpunkt; der SPIEGEL betone stĂ€rker die US-Innenpolitik und Sanktionsfrage, wĂ€hrend der Deutschlandfunk die parallele militĂ€rische Eskalation hervorhebe.

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